Carsten Schmidt zum Abschied als Hertha-CEO - "Ich bereue keinen Tag"

Hertha-CEO Carsten Schmidt im Olympiastadion (imago / Contrast)
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Audio: Inforadio | 13.10.2021 | Simon Wenzel | Bild: www.imago-images.de

Nach nicht mal einem Jahr verkündet Hertha-CEO Carsten Schmidt seinen Rücktritt aus persönlichen Gründen. Auf einer Pressekonferenz am Mittwoch sprach er über die Gründe - und wie er den Verein für die Zukunft aufgestellt sieht.

Gemeinsam mit Präsident Werner Gegenbauer betrat Carsten Schmidt am Mittwoch zum letzten Mal den Presseraum von Hertha BSC. Erst im Dezember verganenen Jahres wurde er hier vorgestellt - nun endet sein Weg frühzeitig.

Carsten Schmidt in der Medienrunde am Mittwoch über...

... seine Gefühlslage:

"Dass es sich um eine private gesundheitliche Herausforderung im engsten Familienkreis handelt, ist sehr belastend. (…) Mir geht es schlecht. Die Wochen und Monate haben an mir genagt. Es war ein schwieriges Jahr aus verschiedenen Gründen, auf die ich nicht weiter eingehen möchte. Sowohl beruflich haben wir nicht das beste Jahr von Hertha BSC kumuliert und privat war es wahrscheinlich eines der schlechtesten."

... seine Zeit bei Hertha BSC:

"Ich erinnere mich noch gut, wie ich hier vor einem Jahr saß, und ich bereue keinen Tag. Es war eine sehr gute und schöne Zeit für mich. (…) Mich hat es wahnsinnig aufgeregt, wenn wir als Chaos-Klub bezeichnet wurden. Ein Chaos ist ein ungeordneter Haufen, der nicht weiß, was er tut. Das ist bei Hertha BSC zu keiner Zeit der Fall gewesen. (…) Ich habe zu keinem Zeitpunkt irgendwelche Widerstände gegen Initiativen, die ich angestoßen habe, gespürt. Ich fühlte mich immer von allen Seiten unterstützt."

... die Zukunft des Vereins ohne ihn:

"Ich sehe die Geschäftsleitung sehr gut aufgestellt mit Fredi Bobic und Ingo Schiller. Das sind starke und erfahrene Führungspersönlichkeiten im Fußball. (…) Ich mache mir keine Sorge, dass das jetzt in einem Vakuum oder in einer Situation mündet, wo Hertha BSC auch nur ansatzweise nicht handlungsfähig ist. (...) Hier geht es aus meiner Sicht ohne Unterbrechung weiter. Hertha BSC ist in der Personalaufstellung sehr gefestigt."

... seine persönliche Zukunft:

"Ich werde mit dem Klub weiter fiebern, so wie ich es vom ersten Tag gemacht habe. Es hat mich gepackt und es wird mich auch nicht wieder loslassen, das weiß ich. (…) Ich werde immer ans Telefon gehen, wenn Hertha BSC anruft und mit mir sprechen will, aber sicherlich nicht in irgendeiner Rolle noch jemand sein, der Aufgaben und Themen im Hintergrund durchführt. Ich werde mich jetzt komplett zurückziehen in mein privates Umfeld. Und das braucht meine ganze Aufmerksamkeit."

Gegenbauer lässt zukünftige Personalgestaltung offen

Vereinspräsident Gegenbauer lobte Schmidt für die gute Zusammenarbeit. Sämtliche Nachfragen zu einer Nachfolge auf der CEO-Position ließ er aber offen: "Ich glaube, da gibt es sehr klare Vorstellungen, was uns fehlen wird. Und das heißt, es gibt auch sehr klare Vorstellungen, was wir zu füllen haben. Aber das ist jetzt hier heute nicht der Ort, weil wir brauchen weder gedanklich noch anders irgendwelche Schnellschüsse. Wir sind gut aufgestellt."

Die Aufgaben von Schmidt im Verein sollen nun vorerst von Sportchef Fredi Bobic und Finanzchef Ingo Schiller übernommen werden.

Sendung: rbb um6, 13.10.2021, 18 Uhr

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