Berliner Fußballstadien - Senat plant keine höheren Gebühren bei Hochrisikospielen

Ein Polizeiaufgebot bezieht Stellung im Berliner Olympiastadion (imago images/Matthias Koch)
Bild: imago images/Matthias Koch

Das Land Berlin plant keine Gebühren für zusätzliche Polizeikosten bei sogenannten Hochrisikospielen in Fußballstadien. "Ausgaben für Polizeieinsätze sind grundsätzlich durch die eingestellten Mittel im Landeshaushalt für die Polizei gedeckt und werden deshalb nicht gesondert für Fußballspiele erhoben", sagte die stellvertretende Sprecherin der Senatsverwaltung für Inneres und Sport, Sylvia Schwab, am Donnerstag auf eine Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

Am Vortag hatten die Präsidenten der Rechnungshöfe der Länder den Beschluss gefasst, Gebührentatbestände einzuführen. Bislang hat der Stadtstaat Bremen als einziges Bundesland eine entsprechende Gebührenordnung.

"Vereine in der 1. Liga oder 2. Liga könnten das finanziell noch leisten. Aber Vereine aus unteren Spielklassen sehr wahrscheinlich nicht", sagte Schwab, "damit würde die Existenz der Vereine gefährdet werden. Das ist nicht in unserem Sinn."

Berlin gegen Einzellösungen

Nur eine bundesweit einheitliche Regelung wäre eine sinnvolle Lösung, so Schwab weiter. Bei einer Einzellösung würden zusätzliche Gebühren dazu führen, "dass Veranstalter in gebührenfreie Länder abwandern. Das würde nicht nur einen Imageverlust, sondern auch wirtschaftliche Nachteile für Berlin bringen."

Laut der seit dem 1. Januar 2019 bundesweit einheitlichen Einstufung der Störanfälligkeit von Sportveranstaltungen nach einem Ampelsystem gab es in der Saison 2018/2019 drei hohe Gefährdungsbewertungen von Spielen, in der darauffolgenden Spielzeit acht Ereignisse. In dieser Saison wurden bis zum 6. Oktober zwei Spiele als Partien mit hoher Gefährdung bewertet.

Sendung: rbb24, 07.10.2021, 22 Uhr

3 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 3.

    Statt Gebühren anzupassen und so eine Art Kosten-Nutzen Rechnung zu erstellen, bleibt es wie es ist. Personal wird immer weniger, die Belastungen steigen stetig und die Haushaltssperre steht vor der Tür.
    So gewinnt man Nachwuchs, verhindert Abwanderung und steigert die das Arbeitsklima nicht.

  2. 2.

    Ich würde warten, bis der neue Senat und das neuen Abgeordnetenhaus über die neuen Einsparungen entschieden haben.

  3. 1.

    Dass diesem Senat die Stellungnahme der Rechnungshof nicht interessiert, überrascht nicht. Es zwingt den aber auch niemand, bei hochkommerzialisierten Verstaltungen z.B. der 1. und 2. Bundesliga die Kapitalgesellschaften zur Kasse zu bieten. Bei einem e.V. muss ja nicht der gleiche Maßstab angelegt werden.

Nächster Artikel