Nach Antisemitismus-Vorfällen - Uefa sperrt zwei Zuschauerblöcke von Union Berlin

Fr 29.10.21 | 15:34 Uhr
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Union Berlin im Olympiastadion
Bild: imago images/Matthias Koch

Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin darf beim anstehenden Conference-League-Heimspiel gegen Feyenoord Rotterdam (4. November, 21 Uhr) zwei Stadionbereiche nicht mit Fans besetzen. Der europäische Fußballverband Uefa sanktioniert den Verein damit für das antisemitsche Verhalten einiger Fans im Rahmen der Partie gegen Maccabi Haifa Ende September.

Union muss Uefa-Banner anbringen

Wie die Uefa am Freitag mitteilte, bezieht sich die Teilsperrung des Berliner Olympiastadions, wo Union Berlin seine Europapokal-Heimspiele in dieser Saison austrägt, auf die Blöcke 13 und 14. Nach der Untersuchung eines Ethik- und Disziplinarinspektors wies der europäische Fußballverband den Köpenicker Verein außerdem an, in den geschlossenen Blöcken ein Banner anzubringen mit der Aufschrift "#NoToRacism" sowie dem Uefa-Logo.

Ein Zuschauer-Ausschluss ist mit der Entscheidung der Uefa allerdings nicht verbunden. "Es gibt eine Blocksperrung, davon betroffen sind einige hundert Karten, die wir allerdings umsetzen können im Stadion", sagte Unions Pressesprecher Christian Arbeit auf einer Pressekonferenz am Freitag. "Das wird also nicht sehr problematisch."

Union akzeptiert die Strafe

Arbeit betonte auf der Pressekonferenz, dass der Verein Maccabi Haifa sich im unmittelbaren Nachgang des Spiels im Olympiastadion noch bedankt habe für "eines der besten und stimmungsvollsten Auswärtsspiele" sowie "für einen der besten Empfänge, den sie je erlebt haben". Es sei ärgerlich, wenn das durch eine kleine Gruppe von Zuschauern "gestört und leider erheblich belastet wird". Union Berlin akzeptiere "den Schluss" der Uefa, so Arbeit weiter.

Der 1. FC Union hatte die antisemitischen Vorfälle einen Tag der Partie gegen Maccabi Haifa scharf verurteilt. "Dieses Verhalten ist beschämend und nicht tolerierbar. Wir bitten die Betroffenen um Entschuldigung", war Unions Präsident auf der Vereinsseite zitiert worden. Außerdem hatte der Klub eigenen Angaben zufolge ein Verfahren zum Vereinsausschluss einer Person eingeleitet, die an den Vorfällen beteiligt war.

Sendung: Inforadio, 29.10.2021, 11:15 Uhr

19 Kommentare

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  1. 19.

    Mir geht es lediglich darum: Welches Zeichen setzt denn die UEFA mit dieser "Auflage/Strafe"? Richtig...gar keins! Daher sinnlos. Und m.E. lächerlich gegenüber jedem Betroffenen.

    Mein Vorschlag, wenn die UEFA schon eine Blocksperre ausspricht, dann darf auch die Anzahl der Karten für diesen Blockbereich nicht verkauft werden, heißt weniger zugelassene Zuschauer. Das ist zugegeben, aufgrund der corona-bedingten geringen Zuschauerkapazität, schwer umsetzbar.

    So bleibt diese "Bestrafung" heiße Luft und ist nichts wert. Das hätte man sich auch sparen können (; .

  2. 18.

    Zitat: "Fakt ist . . ."

    Wie kommen Sie denn darauf, Negan? Der Verein hat sich sofort nach Bekanntwerden der Vorfälle scharf von jeglicher Diskriminierung distanziert und diese verurteilt. Es wurde dazu aufgerufen, diejenigen Asozialen mit Zeugenaussagen und ggf. Handyaufnahmen sichtbar zu machen.
    Dass sich unter FCU-Anhängern auch sehr intolerante Menschen befinden, die m.E. einfach nur saudumm sind, hat doch nie jemand bestritten. Und wenn Sie mal auf die wechselvolle Geschichte des FCU blicken, werden Sie sicher auch auf haarsträubende Ausfälle der Fanszene stoßen.
    Heute ist der FCU ein starker, sehr gut geführter Verein, der ein sehr diverses Publikum anzieht. Vom (Ost-)Rentner, der schon seit anno dunnemals dabei ist, über Arbeiterklasse-Typen mit dicken Armen, Frauen (immer mehr), Kinder, Jugendliche und auch sog. "Hipster" uswusf. Das ist doch nicht schlecht, oder, Negan?

  3. 17.

    Sie können das Kind ja nennen wie sie wollen.
    Fakt ist, dass die UEFA wohl der Ansicht ist dass die Vereinsführung nicht offensiv genug mit dem Thema umgegangen ist und es als notwendig erachtet diese "Auflage" zu erteilen.
    Einem Großteil ihrer Anhängerschaft wird das Transparent sicher nichts ausmachen, aber den Antisemiten und Rassisten die sich ja offensichtlich auch in ihren Reihen befinden wird das sicher ein Dorn im Auge sein.
    Und ja... es ist richtig dass man den Verein dafür sicher nicht bestrafen kann, da will ich ihnen zustimmen.

    Als Letztes möchte ich noch sagen dass es für mich eine absolute Schande ist dass man in diesem Stadion, was nun wirklich eine dunkle Vergangenheit besitzt, die rechte Hand hebt und "SIEG HEIL" zu brüllt.

    Wehret den Anfängen

  4. 16.

    Zitat: "Es hat zwar bei Ihnen wie immer wenig Sinn . . ."

    Dass ist insofern richtig, als dass Ihre Argumente nahezu immer unhaltbar sind, sie also für mich keinen Sinn ergeben, Negan. So auch hier wieder, denn offenbar hat die UEFA kein 'strafwürdiges' Verhalten seitens des 1. FC Union Berlin erkennen können. Die Blocksperre und das Anbringen des Transparents ist auch eher als Auflage denn als Strafe zu sehen.

  5. 15.

    Da Sie das Ergebnis der Untersuchungen der Vorfälle durch die Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkammer der UEFA für lächerlich halten, darf ich mal fragen, welche Strafe bzw. Auflagen aufgrund Ihrer Ermittlungen angebracht wären, M&M?

  6. 14.

    Ich dachte die Zeit der Sippenhaft war vorüber, insbesondere weil sich Union so klar positioniert und mitgewirkt hat.
    unfassbar!
    Schulter an Schulter!

  7. 13.

    Hä? Wenn man eine Strafe gemacht hätte, dann würden mehr Fans antisemitisch werden? Oder was meinen sie mit "gegenteilige Wirkung"?

  8. 12.

    Wow! Was für (k)eine Strafe! Die UEFA wird immer lächerlicher!

  9. 11.

    Es hat zwar bei Ihnen wie immer wenig Sinn aber ich werde es trotzdem mal versuchen falls RBB24 das veröffentlichen sollte.
    Wenn man ein Transparent gegen Rassismus wirklich als "Strafe" bezeichnet sind wir aber schon weit gekommen.
    Ich hoffe das reicht Ihnen als Antwort auf meinen ironischen Beitrag.

  10. 10.

    Die Fans sitzen aufgrund der Blocksperren nicht anderswo dichter beieinander. Diejenigen, die Karten für die entsprechenden Plätze haben, werden konform der geltenden Corona Schutzmaßnahmen der UEFA und Landes Berlin umplatziert. Das Stadion ist groß genug, um das realisieren zu können, jasa.

  11. 9.

    Dies ist dann also die "Strafe"?
    2 Blöcke werden gesperrt und die Fans sitzen dann "dichter beieinander" in einem anderen Block?
    Habe nicht viel mit Fußball am Hut, hört sich für mich jedoch ziemlich unlogisch an!

  12. 8.

    Sie haben Erkenntnisse zu den Ermittlungen, die Ihnen die Auflagen der UEFA als zu lasch erscheinen lassen, Negan? Na dann mal raus damit.

  13. 6.

    Die Strafe ist ein Witz. Zwei Blöcke werden gesperrt - na und? Das Olympiastadion ist groß genug. Es kommen eh nur 25.000 Zuschauer rein. Mich würde mal interessieren ob diese Union Idioten sich das auch an der Alten Försterei getraut hätten, was sie sich im Olympiastadion erlaubt haben. ANTISEMITISMUS NIE WIEDER!!!!!

  14. 5.

    Das Olympiastadion fasst 75.000 Zuschauer, also wird trotz Blocksperre und Freilassung der Ostkurve jeder Zuschauer ein 3G-konformes Plätzchen finden.

  15. 4.

    Toll, da können sich der Verein und die wirklichen Fans bei den Idioten bedanken ….

  16. 3.

    Das ist sehr hart.....

  17. 2.

    Vielleicht habe ich nur einen Denkfehler, aber muss mal nachfragen:
    Sitzen jetzt die Fans ENGER mit den anderen zusammen, wenn 2 Blöcke gesperrt werden?

  18. 1.

    Da dadurch hoffentlich nicht weniger Zuschauer kommen dürfen,ist es hinnehmbar,ansonsten würde man damit wohl eher eine gegenteilige Wirkung bei einigen erzielen.
    Müsste das Logo auch nicht eher "#NoToAntisemitism" lauten?

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