1:1-Unentschieden - Union Berlin verspielt in letzter Minute Sieg in Stuttgart

So 24.10.21 | 21:05 Uhr
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Unions Taiwo Awoniyi im Zweikampf mit einem Stuttgarter. (Quelle: imago images/Jan Huebner)
Audio: Jakob Rüger | Inforadio | 24.10.2021 | Bild: imago images/Jan Huebner

Der 1. FC Union Berlin hat einen Sieg in Stuttgart in letzter Minute verspielt. Der 1:1-Ausgleichstreffer für den VfB fiel mit der letzten Aktion der Partie - die Unioner spielten zu diesem Zeitpunkt bereits eine halbe Stunde in Überzahl.

Der 1. FC Union hat beim VfB Stuttgart einen neuen Vereinsrekord verpasst. Die Berliner führten bis in die Nachspielzeit mit 1:0, kassierten jedoch mit der letzten Aktion des Spiel den Ausgleich zum 1:1. Der Sieg in Stuttgart wäre der vierte Bundesliga-Erfolg in Serie gewesen, so viele gelangen den Köpenickern noch nie. Durch das Remis verpasste der 1. FC Union den Sprung auf den vierten Tabellenplatz.

Der Spielverlauf

Union-Coach Urs Fischer tauschte im Vergleich zur 1:3-Niederlage in Rotterdam drei Mal: Niko Gießelmann, Genki Haraguchi und Sheraldo Becker rückten für Tymoteusz Puchacz, Kevin Möhwald und Max Kruse in die Startelf.

Das Spiel begann mit hoch motivierten Gastgebern, die sofort die Kontrolle über das Spieltempo übernahmen und versuchten, die Berliner mit schnellem Offensiv-Fußball in die eigene Hälfte zu drängen. Das gelang in den ersten Minuten zwar, richtig gefährlich wurden die Stuttgarter dabei aber nicht. Die Gäste überstanden die stürmische Anfangsphase des Tabellenzwölften nicht nur ergebnistechnisch unbeschadet, die Unioner ließen sich vor allen Dingen nicht aus dem Konzept bringen.

Union wird besser - Awoniyi bleibt ein Unterschiedspieler

Nach fünf Minuten fingen die Eisernen an, Angriffe Richtung gegnerischen Kasten zu starten. Eine Viertelstunde brauchte es dann aber doch für die erste richtig gefährliche Aktion. Der pfeilschnelle Becker brachte nach einem Haraguchi-Pass den Ball von der Grundlinie in den Strafraum, doch Kapitän Trimmel fehlten ein paar Zentimeter für einen Torabschluss.

Insgesamt entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe - wohl dem, der Spieler in seinen Reihen hat, die den Unterscheid machen können. Bei Union Berlin ist das momentan Stürmer Taiwo Awoniyi. Egal wo der Nigerianer den Ball bekommt, es wird gefährlich. So auch in der 31. Minute, als Unions Toptorjäger an der Strafraumkante das Leder bekam, kurz schaute und direkt mit einem präzisen Linksschuss flach ins rechte untere Toreck traf. Es war die Führung für die Hauptstädter und Awoniyis siebter Saisontreffer. Bis zur Pause versuchte der VfB mit aller Macht, die richtige Antwort zu finden. Endos Schuss konnte Keeper Luthe stark parieren (35.). Die Köpenicker erspielten sich ihrerseits durch schnelle Konter Chancen, konnten diese aber nicht nutzen. Mit einer 1:0-Führung ging es für die Berliner in die Pause.

Stuttgart lange zu zehnt - und trifft doch spät

Die Partie brauchte im zweiten Durchgang dann etwas, um in Fahrt zu kommen. Für den ersten "Höhepunkt" sorgte Stuttgarts Karazor, der mit zwei überharten Aktionen innerhalb von nur einer Minute zweimal Gelb sah und vom Platz flog (57.). Den Gästen aus der Hauptstadt spielte das logischerweise in die Karten. Union setzte immer wieder Akzente nach vorne, Sheraldo Becker beispielsweise scheiterte mit einem Schuss an VfB-Torhüter Bredlow (72.), ohne aber ins Risiko zu gehen. Die Köpenicker ließen hinten kaum noch etwas zu, so dass so ziemlich alle mit einem Sieg für die Gäste rechneten. Doch mit der letzten Aktion der Partie sprang die Kugel im Berliner Strafraum zu Faghir, der per abgefälschtem Schuss Andreas Luthe überwinden konnte. Durch den späten Ausgleich zum 1:1 bleibt Union Berlin auf dem fünften Tabellenplatz.

Kurzanalyse

Kompakt stehen, das war einer der Schlüssel für Unions starke Leistung in Stuttgart. Die Berliner ließen so gut wie keine Torchancen zu, machten die Räume für die Stuttgarter Angreifer wahnsinnig eng, so dass diese kaum in die gefährlichen Regionen vordringen konnten. Die Köpenicker bewegten sich so oft es ging im Block über das Feld, waren dementsprechend auch in der gegnerischen Hälfte mit genügend Spielern präsent. Das beispielsweise ging den Gastgebern lange Zeit vollkommen ab.

Wenn es dann aber mal zu einem Gegenstoß der Hausherren kam, hatten die Eisernen immer genügend Spieler hinter dem Ball. Der Matchplan, den Coach Fischer seinen Männern mitgegeben hatte, ging voll auf - und hätte drei Punkte verdient gehabt.

Das sagt das Netz

Torchancen-Festival sieht anders aus ...

Den Last-Second-Ausgleich kurz und prägnant auf den Punkt gebracht ...

Und dann fälscht ausgerechnet Timo Baumgartl den Schuss zum Ausgleich ab - ein Ex-Stuttgarter ...

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb24, 24.10.2021, 21:45 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Ja schade, das war einfach mal Pech. Der FCU hatte das Spiel im Griff und dann gibt's noch so einen doofen Lucky Punch in den letzten Sekunden der Nachspielzeit. Der Ball ging eigentlich genau auf Luthe, den hätte er ohne Probleme weggepflückt. Und dass nun ausgerechnet Timo den Schuss unhaltbar abfälscht, ist schon irgendwie kurios.

    Unser Taiwo ist aktuell viertbester Torschütze der BL. Und dass nicht aufgrund einer Handvoll Elfmeter oder so, sondern durch Tore aus dem Spiel heraus. Top!

  2. 5.

    einfach nur ärgerlich der Ausgleich. 2 Punkte verschenkt.

  3. 4.

    Der Ticker zur 71. Minute ist herrlich angesichts des späteren Ergebnisses:-D Haha

  4. 3.

    Scheinbar doch nicht so leicht 60 Minuten eine 1:0 - Führung (und dann auch noch über eine halbe Stunde in Überzahl) über die Zeit zu bringen. (;

  5. 2.

    Natürlich ist es bitter wenn man in der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassiert, insbesondere wenn es so eine abgefälschte Gurke ist.
    Nach so einer harten Europapokalwoche kann und muss man mit einem Auswärtspunkt zufriedenen sein und in Zukunft konzentrierter zu Ende spielen.
    Platz vier mit einem Zweipunkteschnitt am 9. Spieltag wäre wirklich vermessen.
    So bleibt es "nur" Top five. :)

  6. 1.

    In Unterzahl noch ausgeglichen, Glückwunsch.

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