Hertha trifft im Achtelfinale auf Union - Große Vorfreude aufs Hauptstadtderby im DFB-Pokal

Mo 01.11.21 | 15:05 Uhr | Von Fabian Friedmann
  9
Hertha BSC - 1. FC Union Berlin, v. l. Torhüter Andreas Luthe (1. FC Union Berlin), Julian Ryerson (1. FC Union Berlin), Dodi Lukebakio (Hertha BSC) kämpfen um den Ball. (Bild: imago/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 01.11.2021 | Tabea Kunze | Bild: imago/Matthias Koch

Im Achtefinale des DFB-Pokals treffen sich Hertha und Union zum Hauptstadtderby. Schon jetzt elektrisiert die Partie, wobei Union-Legende Torsten Mattuschka von einem "Highlight" für ganz Fußball-Deutschland spricht. Von Fabian Friedmann

Hertha gegen Union - nie zuvor hat es dieses Spiel im DFB-Pokal gegeben. Die Bedeutung dieses Derbys im Achtelfinale brachte Hertha-Urgestein Axel Kruse unmittelbar kurz nach der Auslosung der ARD-Sportschau auf den Punkt: "Das ist Wahnsinn. Für mich ist jetzt nur noch entscheidend, nicht abzusteigen und Union im Pokal rauszuknallen. Alles andere interessiert mich nicht mehr", sagte der Herthaner mit einem leichtem Augenzwinkern am Sonntagabend im rbb-Podcast "Hauptstadtderby".

Als die Partie in der ARD-Sportschau gezogen wurde, war die Freude auch bei Union-Legende Torsten Mattuschka groß - nicht nur für seinen Verein, sondern für die Sportstadt Berlin insgesamt: "Ein Berliner Derby mehr. Das gab es so im Pokal noch nicht, es elektrifiziert die Stadt einmal mehr. Und: Eine Berliner Mannschaft steht im Viertelfinale."

 

Christian Beeck erwartet ein leidenschaftliches Spiel

Dass diese Pokal-Partie etwas ganz Besonderes ist, das steht für den Ex-Unioner Christan Beeck natürlich außer Frage: "Jedes Derby hat in dieser Stadt eine besondere Brisanz. Wenn man das dann dreimal in einem Jahr erleben kann, dann ist es natürlich noch besser."

Einen klaren Favoriten sieht Beeck nicht, obwohl das Team von Trainer Urs Fischer in der Liga (Platz 6) noch deutlich besser platziert ist als die Hertha (Platz 12): "Das ist ein Derby, da gibt es keinen Favoriten. Hertha hat ja fürstlich eingekauft vor dieser Saison, also haben sie eher diese Rolle - zumindest auf dem Papier", sagt Beeck. Was er sich von der Partie erwarte? "So wie wir die Saison spielen, wird das ein leidenschaftliches Spiel werden. Mal sehen, ob Hertha da mitmacht."

Zwei Hertha-Siege zuletzt im Olympiastadion

Ein weiterer Grund, weshalb Hertha leicht im Vorteil sein könnte, ist der Heimvorteil. Für die Köpenicker gingen die vergangenen Gastspiele im Olympiastadion richtig schief: 1:3 und 0:4 lauteten die Endergebnisse in den letzten beiden Spielzeiten. Doch für Christian Beeck kein Grund an der Stärke und das Selbstbewusstsein der Eisernen zu zweifeln: "Klar, spielt man lieber zuhause. Aber das Spiel gibt jedem Unioner die Chance, Hertha dreimal in einer Saison zu schlagen. Und diese Chance sollte man wahrnehmen."

Union-Legende Torsten Mattuschka sieht es genauso: "Andersherum wäre es natürlich noch schöner gewesen. Aber das müssen wir annehmen, wie es ist. Ganz Fußball-Deutschland wird auf dieses Spiel schauen. Ein Highlight.“

Für die Hertha ist es in der über 80-jährigen Geschichte des DFB-Pokals nicht das erste Berlin-Derby. Am 28. Oktober 1998 traf der Bundesligist, damals betreut von Jürgen Röber, im Achtelfinale auf Zweitligist Tennis Borussia Berlin. Vor über 40.000 Zuschauern im Olympiastadion schied Hertha BSC überraschend durch eine 2:4-Niederlage aus. Damals aktiv im Mittelfeld der Blau-Weißen war der heutige Hertha-Trainer Pal Dardai. Dessen jetzige Reaktion auf den Pokalgegner Union: "Ein Traumlos und ein Feiertag für Berlin".

Die Partie, die am 18. oder 19. Januar ausgetragen wird, wirft schon jetzt ihre Schatten voraus, obwohl sich beide Vereine noch am 20. November zum Derby in der Bundesliga treffen. Christian Beeck hofft auf ein Pokal-Fußballfest Ende Januar, obwohl hier - Corona sei es geschuldet - auch leichtes Bedenken mitschwingt: "Ich hoffe, dass wir alle hindürfen, und dass die Bude voll sein wird."

Sendung: rbb24, 01.11.2021, 22 Uhr

Beitrag von Fabian Friedmann

9 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 9.

    Hertha hat also mit 23 Mio fürstlich eingekauft....
    Zu Herrn Beeck fällt mir auch nicht mehr viel ein.

  2. 7.

    Meinen Sie wirklich, dass ein großer, angbl. 'reinigender Knall', wie er manchmal auch aus eher dubioser Ecke für ganz Deutschland herbeigewünscht wird, die Situation irgendwie positiv beeinflussen würde, Ole? Und wie sollte dieser denn aussehen - massive Gewalt mit vielen Verletzten? Das kann sich doch nun wirklich niemand wünschen.

    Das Derby wird sicher als (Hoch-) Risikospiel klassifiziert und dementsprechend sicherheitsmäßig betreut werden. Ich hoffe auf ein 'hitziges' Gefecht auf dem Rasen und starken Support auf den Rängen - und natürlich auf einen Sieg des FCU, is klar.

  3. 6.

    NachtweihBerlinMontag, 01.11.2021 | 23:06 Uhr
    Antwort auf [Gerd Glaudino] vom 01.11.2021 um 14:38
    Da kuckt doch beim freien Verkauf kein Mensch drauf, für wen man ist, wie will man das auch kontrollieren? Beim letzten Derby, dem ich im Oly beiwohnte, waren jedenfalls sehr viel mehr Union-Anhänger als die 10% Gästekontingent da.
    [Ich ziehe das mal aus dem anderen Artikel rüber, da ich Nachtweih gerne antworten möchte, werte Redaktion. (https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2021/10/dfb-pokal-auslosung-achtelfinale-hertha-bsc-union-berlin.html)]

    Sie meinen wahrscheinlich das Spiel in der Saison 12/13, ne. Seitdem hat sich doch einiges verändert, und einen freien Verkauf wird es sicher nicht geben. Schon zum ersten Bundesliga Derby im O-Stadion (Ssn. 19/20) wurden Tickets ausschließlich an Hertha Mitglieder verkauft.
    https://www.sportbuzzer.de/artikel/kein-freier-verkauf-fur-derby-tickets-zwischen-hertha-bsc-und-union-berlin/

  4. 5.

    Viel Text übern Fußballspiel, das wohl noch gar nicht stattgefunden hat, finde ich.
    Nur steht leider nirgends, wann das sein soll, kein Tag, kein Datum, leider! Schließlich wollen Leute ja auch vermeiden an diesem Tag mit Bahn und Bus nach Westend zu fahren und würde sicher auch gerne ihr Auto dann drinnen parken.

  5. 4.

    oder es sollte mal richtig krachen, viellecht wachen dann die Vereinsführungen auf. Rivalität ist eine Sache, aber ich habe den Eindruck, es ist inzwischen eine offene Feindschaft zwischen Fans.

  6. 3.

    @Karl G., genau das war auch mein erster Gedanke, weil man auch abseits des Derbys keine Gelegenheit auslässt dem anderen irgendwie zu schaden. Ganz schäbig war der Angriff auf Herthaner in Baumschulenweg was mit blauweißen Stromkästen rund um die "Abseitsfalle" beantwortet wurde und am 20.11.wird es die nächste Möglichkeit geben zu zeigen wer sich für die Größten hält.

    Schade das diese Fanfreundschaft der 80er/90er nicht mehr existiert. Als Mittvierziger und Unionfan habe ich nix gegen Rivalität, aber manche übertreiben es in Berlin. Leider werden einige Unioner wohl übermorgen gegen Feyenoord schon "üben" wollen :-(

  7. 2.

    1. FC BSC vs. Eisern Hertha, mir jeht eena ab!

  8. 1.

    Mein erster Gedanke gestern nach der Bekanntgabe: Das wird bestimmt wieder Krawalle geben..
    Hoffentlich irre ich mich.

Nächster Artikel