Vor Spiel gegen Feyenoord - Gruppe um Union-Präsident Dirk Zingler in Rotterdam angegriffen

Do 21.10.21 | 13:06 Uhr
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Union-Präsident Dirk Zingler (Quelle: IMAGO / Contrast)
Bild: IMAGO / Contrast

Die Delegation des 1. FC Union Berlin wurde am Vorabend des Conference-League-Spiels in Rotterdam angegriffen. Dabei wurde eine Person von der Polizei verhaftet. Der Verein ruft die mitgereisten Fans zu besonderer Vorsicht auf.

Eine Gruppe um Union-Präsident Dirk Zingler ist am Vorabend des Conference-League-Spiels des Fußball-Erstligisten in Rotterdam angegriffen worden. Das bestätigte Pressesprecher Christian Arbeit am Donnerstag gegenüber dem rbb. Zuerst hatte der "Berliner Kurier" darüber berichtet.

Tische und Stühle fliegen - eine Person festgenommen

"Wir waren mit der Delegation des Vereins, mehreren Mitarbeitern, aber auch Vertretern vom Präsidium und Aufsichtsrat, ganz in der Nähe von unserem Hotel den Abend ausklingen lassen. Eigentlich harmlos ein Bier trinken", sagte Arbeit am Donnerstagmorgen. Die Union-Delegation bestand zu einem Drittel aus Frauen und auch einigen älteren Personen. Erkennbare Fankleidung habe niemand getragen. Im Verlauf des Abends sei eine größere Gruppe auf sie zugekommen, habe sich vermummt und sei dann losgestürmt: "Da fliegt dann alles durch die Gegend, was es gibt. Da zersplittert Glas und da fliegen Stühle und Tische und so weiter. Es ist zum Glück niemandem etwas Ernsthafteres passiert."

Bis zum Eintreffen der Polizei habe es nur wenige Minuten gedauert. Dann sei der Spuk vorbei gewesen. Die Rotterdamer Polizei teilte per Twitter mit, dass eine Person festgenommen und eine Person ins Krankenhaus eingeliefert worden sei [twitter.de]. "Das war aber mehr der Schock als eine konkrete Verletzung. Am Tag danach wird man sich dessen nochmal extra bewusst, dass es auch schlimmer hätte gehen können", sagte Arbeit.

Feyenoord entschuldigt sich

Laut Arbeit wurden die Angreifer von der Polizei der Fanszene von Feyenoord zugeordnet. Nach Angaben der Polizei handelt es sich bei der festgenommenen Person um einen 25-jährigen Mann, der sich noch immer in Untersuchungshaft befindet. Der Fall soll nun weiter verfolgt werden. "Das ist dann schon eine unschöne Überraschung, weil wir es eben nicht erwartet haben und das auch ein bisschen das kaputt macht, was eigentlich das Schöne am europäischen Fußball ist", sagte Arbeit.

Feyenoord Rotterdam entschuldigte sich am Donnerstagvormittag für den Angriff und versprach Aufklärung. "Der Verein distanziert sich in jeder Hinsicht von den Leuten, die sich zu dieser feigen Tat herabgelassen haben", hieß es auf Twitter. Wer den Verein und die Stadt in so ein negatives Licht rücke, dürfe und könne sich nicht als Anhänger bezeichnen. "Feyenoord hofft auch , dass die Täter gefunden und für diesen schockierenden Fall von Gewalt in der Öffentlichkeit bestraft werden."

Union-Fans sollen zentralen Sammelpunkt nutzen

Die rund 2.500 mitgereisten Fans ruft der 1. FC Union Berlin zur Vorsicht auf. "Ich glaube, es ist wirklich zu empfehlen nicht in kleinen Gruppen unterwegs zu sein und schon gar nicht einzeln. Sondern lieber zusammenbleiben und tatsächlich den zentralen Sammelpunkt nutzen", sagte Arbeit. Die Union-Fans sollen sich nach ihrer Ankunft zum Sammelpunkt am alten Hafen begeben. Von dort fahren Shuttlebusse zum Stadion.

Das Spiel gegen Feyenoord Rotterdam beginnt am Donnerstagabend um 18:45 Uhr. Im rbb-Inforadio wird das Spiel als Vollreportage übertragen.

Sendung: Inforadio, 21.10.2021, 10:15 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Leider ist das keine Überraschung, bei Feyenoord muss man seit vielen Jahren immer mit so etwas rechnen. Natürlich ist das keinerlei Entschuldigung für einen solchen Übergriff!

    Ich hoffe inbrünstig, dass Verein, Polizei und Stadt für das Rückspiel gemeinsam alles Nötige unternehmen, damit es friedlich bleiben kann. Ich mag mir gar nicht vorstellen, wie das wird, wenn die Gästefans nicht "kanalisiert" zum Stadion geführt werden und sich Berliner und Rotterdamer z.B. in den Bahnen vermischen.

    In Freiburg wurde bei einem EC-Spiel gegen Rotterdam vor vielen Jahren den Feyenoord-Anhängern ein Sammelplatz außerhalb der Stadt zugewiesen, von wo aus alle mit Shuttle-Bussen bis direkt vor den Gästeblock gefahren wurden. Wer nicht aus einem solchen Bus kam, durfte nicht ins Stadion.
    Ich mag mir auch nur ungern vorstellen, wie es wohl für die Haifa-Fans in Rotterdam werden wird.

  2. 9.

    Da haben Sie leider Recht!
    Ich würde die Vorfälle bei Union vs. Haifa aber nicht als Ausschreitungen bezeichnen, sondern eher als Übergriffe einzelner bekloppter Idioten in Union-Farben. Das ist keine Relativierung! Das ist lediglich eine Einordnung.

    Hier geht es um eine "größere Gruppe, vermummt und offensichtlich organisiert. Hoffentlich lassen sich die Unioner heute Abend vor Ort nicht provozieren und machen unseren Farben positiv alle Ehre.
    Eisern!

  3. 8.

    Antisemitische Ausschreitungen gab es zuletzt auch bei Union. Aber ich wüsste nicht, dass dies hier bei diesem Übergriff eine Rolle gespielt hat. Wissen Sie mehr über die Religion der Geschädigten?

  4. 7.

    Was wollen sie uns damit sagen Herr Müller?
    Das die Berliner Delegation selbst schuld ist?

    Und glauben Sie ernsthaft das man durch Beenden der Mitgliedschaft Krawalle im STADTGEBIET verhindert?

    Die Berliner Idioten mit dem Hitlergruß bzw.dem Versuch eine israelische Flagge anzuzünden aus dem Haifaspiel wären auch ohne Mitgliedschaft ins Stadion gekommen.

    Das blöde ist halt, das man damit durchaus hätte rechnen können, aber nicht dort und zu dieser Zeit. Den miesen Ruf haben die Feyenoord"fans" jedenfalls nicht zu Unrecht. Ich hoffe es bleibt in 2 Wochen zum Rückspiel ruhig und es gibt keine "Racheaktionen".

  5. 6.

    Diese Hate-Crimes müssen auf das Strengste verfolgt und sanktioniert werden. Niemand soll wegen seiner Fußball-Leidenschaft diskriminiert werden. Wir brauchen einen gesellschaftlichen Aufschrei gegen Intoleranz. Angriffe auf friedliche Fußballfans müssen der Vergangenheit angehören. Hier sind alle gefragt, die breite Gesellschaft. Hoffentlich erhebt auch die Bundesregierung ihr Wort gegen Hass und Intoleranz!

  6. 5.

    Die Feyenoord Hoolszene ist durchaus auch für Antisemitische Parolen bekannt. Und das es ist in den letzten Jahren in Rom, Lissabon, Nancy oder Dortmund zu Ausschreitungen bei Feyenoord Gastspielen gekommen ist dürfte auch bekannt sein. Da musste man mit dem Hochrisiko-Charakter leider durchaus rechnen.

  7. 4.

    sowas kann eigentlich nur durch eine gute planung im vorfeld vermieden werden, solche stadt-trips müssen dann besser geplant sein bzw nur auf geschlossenen arealen statt finden, die, die sicherheit aller anwesenden gewährleisten können, denn die fussball spieler, trainer oder präsidenten, bilden leider auch ein prominentes ziele für potentielle angreifer...

  8. 3.

    Solange die Deutschen Vereine sich nicht ALLE von Ihren Schlägertrupps, durch Einziehung der Mitgliedsausweise distanzieren, immer schön den Ball flach halten.
    "Was Du nicht willst, was man Dir tu, daß füg auch keinem Anderen zu PUNKT

  9. 2.

    Es ist ja leider keine Seltenheit, Gewalt am Rande von Fußballspielen gehört schon fast zum Alltag. Ich wünsche allen Mitgliedern und Fans von Union ein gutes Spiel und möglichst 3 Punkte in Rotterdam. Es ist allerdings zu befürchten, dass es zu weiteren Ausschreitungen kommt, heute in Rotterdam und beim Rückspiel im Berliner Olympiastadion.

  10. 1.

    Ikke bin wahrlich kein Unioner, aber das geht gar nicht. Zum Glück wurde niemand schlimmer verletzt. Gute Erholung Allen.

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