Volleyballerinnen vom SC Potsdam vor Saison-Start - Neubeginn und gute Laune

Jubel bei den Volleyballerinnen des SC Potsdam (imago images/Pawel Piotrowski)
Bild: imago images/Pawel Piotrowski

Nach der erfolgreichen Saison mit Pokalfinale und Bronzemedaille in der Meisterschaft folgte beim SC Potsdam der große Umbruch. Warum das ganz normal ist und die Volleyballerinnen in dieser Saison womöglich stärker sind. Von Ilja Behnisch

Erfolgreiche Mannschaften, so besagt es eine alte Sport-Weisheit, solle man möglichst beisammen halten. Wenn es danach geht, müssen die Volleyballerinnen des SC Potsdam in der vergangenen Saison ein katastrophales Bild abgegeben haben. Allein, das Gegenteil ist der Fall.

Der Finaleinzug im Pokal (0:3 nach Sätzen gegen Schwerin) sowie das Erreichen des Halbfinales im Kampf um die deutsche Meisterschaft (0:2 nach Spielen gegen Dresden) sind schließlich die größten Erfolge des Klubs, seit er 2009 in die höchste deutsche Spielklasse aufstieg. Einen gehörigen Anteil daran trägt Trainer Guillermo Naranjo Hernandez (44). Seit 2018 ist der Spanier beim SC Potsdam in Amt und Würden. Als Anerkennung für die erfolgreiche Arbeit folgte im Sommer die vorzeitige Ausweitung des Arbeitsvertrages bis 2023. Anschließend ging es an die gemeinsame Kaderplanung.

Mehr Konkurrenz im Kader

Dass dabei bis auf fünf Spielerinnen das komplette Team ausgetauscht wurde, sei fast noch "Glück", so Hernandez gegenüber dem rbb, denn "manchmal ändert sich das ganze Team. Im Volleyball ist das immer so. Wir sind daran gewöhnt." Sagt es und lächelt. Wohl auch, weil der Kader nicht nur größer, sondern auch besser geworden ist. "Es ist ein kompletteres Team dieses Jahr. Wir haben jetzt 14 Spielerinnen, letztes Jahr waren es elf. Es gibt mehr Konkurrenz auf den Positionen. Und ich habe das Gefühl, wir können zwei komplette verschiedene Mannschaften in einem Spiel auf das Feld bringen, und trotzdem unser Niveau halten."

Eine, die noch zur Mannschaft der vergangenen Saison zählte, ist Laura Emonts (30). Sie sagt über die Neuzugänge: "Es sind viele junge, dynamische Spielerinnen mit viel Talent. Alle echt tolle Mädels. Es macht Spaß." Ein Eindruck, der von Neuzugang Anastasia Cekulaev (18) bestätigt wird: "Im Team ist es generell sehr, sehr lustig."

Cekulaev, die vom VCO Berlin kommt und mit der ebenfalls neu verpflichteten Sarah van Aalen (21, vom USC Münster) in einer vom Verein vermittelten Wohngemeinschaft lebt, ist nach Ansicht ihres Trainers "die künftige Mittelblockerin der deutschen Nationalmannschaft". Und schon jetzt "very gut", wie Hernandez im englisch-deutschen Sprach-Mix befindet.

 

Ziel: Top 4

Auch Sarah van Aalen, in Münster zwei Mal hintereinander zur Spielerin der Saison gekürt, hat trotz ihres jungen Alters bereits viel Qualität. Und ist von ihrer neuen Mannschaft ebenso begeistert wie die neuen Kolleginnen. Sie habe sich viel schneller eingelebt als erwartet, "in Münster hat es richtig lange gedauert, bis ich mich wohlgefühlt habe." Ihr Glück perfekt macht der Umstand, dass "wieder Leute in der Halle sein können. Und dass wir um die Meisterschaft kämpfen können."

Noch haben sie nicht über ihre Ziele gesprochen, so die Spielerinnen und Trainer des SC Potsdam unisono. Dabei ist die Sache eigentlich klar. Eine "Medaille bei der Deutschen", sagt Anastasia Cekulaev. Und auch ihr Trainer nimmt sich eine Wiederholung des Halbfinal-Einzugs aus der vergangenen Saison zum Minimal-Ziel: "Wir haben ein Team, das unter die Top 4 gehört. Alles drunter wäre nicht gut."

 

Start in Schwerin

Los geht es in der Bundesliga am 6. Oktober mit einem Auswärtsspiel in Schwerin (18:30 Uhr). Das erste Heimspiel folgt zwei Tage später, am 8. Oktober, gegen Straubing. Und auch im Europapokal startet der SC Potsdam Ende Oktober erneut, nunmehr im dritten Jahr in Folge. Ziele für den internationalen Auftritt haben sie noch keine benannt in Potsdam. Eines aber ist klar: An der Anzahl der Transfers im kommenden Sommer sollte man ihr Erreichen schon mal nicht festmachen.

Sendung: rbb UM6, 01.10.2021, 18 Uhr

Beitrag von Ilja Behnisch

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