Spitzenspiele gegen Flensburg und Magdeburg - Füchse Berlin stehen vor wegweisender Woche

Di 09.11.21 | 08:20 Uhr | Von Jonas Bürgener
Jaron Siewert während eines Spiels der Füchse Berlin. Quelle: imago images/Andreas Gora
Video: rbbUM6 | 09.11.21 | 18 Uhr | Simon Wenzel | Bild: imago images/Andreas Gora

Bislang sind die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga noch ungeschlagen, spielen eine starke Saison. Jetzt stehen innerhalb einer Woche allerdings gleich zwei Topspiele an. Die Partien gegen Flensburg und Magdeburg könnten richtungsweisend sein. Von Jonas Bürgener

Die Füchse Berlin können zufrieden sein. Mit acht Siegen und einem Unentschieden sind die Berliner Handballer nach neun Spielen in der Bundesliga noch ungeschlagen und stehen hinter dem SC Magdeburg auf dem zweiten Tabellenplatz. Der knappe Sieg zuletzt gegen Lemgo bedeutete sogar einen Vereins-Startrekord. Und auch durch die European League steuert die Mannschaft von Jaron Siewert bislang ohne Niederlage. "Wenn wir über den bisherigen Saisonverlauf reden, sind wir natürlich mehr als happy. Mit dem Tabellenplatz, der Punkteausbeute und dem Lauf", sagt Sportvorstand Stefan Kretzschmar.

Ob es den Berlinern gelingt, den durchaus beeindruckenden Höhenflug fortzuführen, können die Füchse in der anstehenden englischen Woche gegen gleich zwei Spitzenmannschaften zeigen. Am Mittwoch (19:05 Uhr) müssen die Berliner bei der SG Flensburg-Handewitt antreten, nächsten Samstag (18:05 Uhr, live in der Sportschau) kommt der derzeitige Tabellenführer Magdeburg in die Max-Schmeling-Halle. Die beiden Spiele könnten zeigen, wo die Reise der Füchse in dieser Spielzeit hingeht.

"Viele Dinge ein bisschen verändert"

Vier, fünf, sechs. So die Platzierungen der Füchse in den letzten drei Jahren. Im Kampf um die Ränge an der Tabellenspitze mussten sich die Berliner am Ende immer geschlagen geben. Das könnte in dieser Saison anders laufen. Die viele Jahre in der Handball-Bundesliga dominanten Teams aus Kiel und Flensburg tun sich in dieser Saison bislang schwer. Flensburg, der nächste Gegner der Füchse am Mittwoch, steht nur auf Platz sechs. Kiel rangiert auf Rang drei zur Zeit ebenfalls hinter den Berlinern.

Hinzu kommt, dass die Füchse bislang äußerst stabil wirken. "Wir haben viele Dinge ein bisschen geändert", erklärt Siewert den aktuellen Lauf seiner Mannschaft. "Wir haben uns einen sehr guten Rhythmus aufgebaut und auch schon einige sehr enge Spiele für uns entschieden. Die geben Vertrauen und lassen den Glauben an Siege wachsen", sagt der 27-Jährige.

Ruhe und Geschlossenheit bringen den Erfolg

Neben dem Glauben und dem Vertrauen in das eigene Können scheinen die Füchse in dieser Saison auch von der Ruhe und Geschlossenheit im Verein zu profitieren. Vor der Spielzeit gab man sich betont zurückhaltend, sprach nicht von ambitionierten Zielen. Viel mehr möchte man sich nachhaltig entwickeln. Zumindest der Start scheint gelungen zu sein. "Die Teamchemie und die Atmosphäre hat sich noch einmal verbessert", glaubt Siewert. "Die Jungs kommen mit Spaß zum Training und machen auch privat viel zusammen. Dadurch wachsen sie mehr zusammen. Das ist das Erfolgsgeheimnis momentan", sagt auch Stefan Kretzschmar.

"Außerdem haben wir unser Abwehrspiel gesteigert", sagt Siewert angesprochen auf Verbesserungen seines Teams auf der Platte in dieser Saison. "Dadurch kommen wir mehr ins Tempospiel und haben unsere Torausbeute gesteigert."

Gegen Flensburg und Magdeburg erwartet der Trainer zwei harte Spiele. Flensburg schätzt Siewert trotz der aktuellen Krise auch weiterhin als Gegner ein, der "absolutes Champions-League-Niveau besitzt". Dennoch steht Flensburg aufgrund der aktuellen Tabellensituation unter Druck und kämpft zusätzlich mit Verletzungssorgen. Das wollen die Berliner für sich nutzen.

Hitziges Spiel gegen Magdeburg erwartet

Im Prestige-Duell gegen Tabellenführer Magdeburg wenige Tage später hofft Siewert auf eine "Halle, die brennen soll". Die Spiele gegen den Sportclub sind wegen der räumlichen Nähe der beiden Städte und der daraus gewachsenen Rivalität in der Regel hitzig und eng. "Ich hoffe, dass wir im Fuchsbau eine geile Atmosphäre auf die Platte und auf die Tribüne bringen", sagt Siewert. "Wenn wir dann das eine Tor mehr als der SCM werfen, fliegt das Dach von der Halle".

Verzichten muss der Trainer in beiden Spielen wohl auf Kapitän Paul Drux. Der 26-Jährige fällt nach einer Meniskusoperation wahrscheinlich weiterhin aus. Hoffnung auf einen Einsatz besteht hingegen bei Fabian Wiede. Der 27-Jährige hatte zuletzt Flüssigkeit im Knie und musste pausieren. In den Trainingseinheiten zu Wochenbeginn soll getestet werden, ob er entweder schon gegen Flensburg oder aber gegen Magdeburg drei Tage später eine Option sein kann.

So oder so ist sich Siewert sicher, dass er in beiden Topspielen eine gute Mannschaft aufstellen kann. Ein Team, das den Höhenflug der Füchse fortführen soll.

Sendung: rbbUM6, 09.11.21, 18 Uhr

Beitrag von Jonas Bürgener

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