Richter trifft gegen Ex-Klub - 90.+7 - Hertha kassiert späten Ausgleich gegen Augsburg

Sa 27.11.21 | 19:15 Uhr
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Augsburgs Arne Maier im Zweikampf mit Herthas Suat Serdar(Bild: imago images/Contrast)
Audio: Inforadio | 27.11.2021 | Nikolaus Hillmann | Bild: imago images/Contrast

Hertha BSC muss im Duell gegen den direkten Tabellennachbarn Augsburg einen bitteren Ausgleichstreffer mit der letzten Aktion des Spiels hinnehmen. Nach langer Führung verspielten die Berliner den Sieg in der Nachspielzeit.

Fußball-Erstligist Hertha BSC musste im wichtigen Heimspiel gegen den FC Augsburg ein Remis hinnehmen. Am Samstagnachmittag sah es lange nach einem Sieg für die Hertha aus, nachdem Marco Richter in der ersten Hälfte zum 1:0 getroffen hatte. Doch in der chaotischen Nachspielzeit glich Michael Gregoritsch zum 1:1 aus.

Der Spielverlauf

Pal Dardai nahm drei Änderungen in der Startaufstellung vor. Er setzte im Mittelfeld auf Jurgen Ekkelenkamp statt Lucas Tousart. Ishak Belfodil ersetzte Krzystof Piatek in der Offensive und Jordan Torunarigha sprang kurzfristig für Marton Dardai ein, der beim Aufwärmen über muskuläre Probleme geklagt hatte.

Auf dem frisch ausgetauschten Rasen des Olympiastadions versuchten beide Mannschaften, früh Druck zu machen und verhinderten so einen durchgängigen Spielfluss. Belfodil sicherte sich die erste große Torchance (7.). Nach einem Doppelpass an der Mittellinie hatte Suat Serdar genug Freiraum, um Belfodil einen flachen Ball nach halbrechts zuzuspielen. Der anschließende Rechtsschuss des Mittelstürmers konnte aber problemlos von Torhüter Rafal Gikiewicz abgewehrt werden.

Danach zogen die Augsburger ihre Verteidigung stärker zusammen. Die Blau-Weißen bekamen so mehr Raum für ihr Aufbauspiel, blieben aber oft nicht präzise genug. Die Gäste fanden immer mehr ins Spiel und schalteten schneller. Nach einem Ballgewinn preschte die Mannschaft von Markus Weinzierl vor. Arne Maier spielte auf die linke Seite zu Iago, der aus 15 Metern aufs Tor abzog. Hertha-Torhüter Alexander Schwolow konnte abwehren (28.).

Richter trifft gegen seinen Ex-Klub

Nach einem Foul von Ruben Varfas an Serdar bekamen die Berliner einen Freistoß zugesprochen, konnten die vielversprechende Ausgangsposition halblinks vor dem Strafraum aber nicht für sich nutzen (31.). Angetrieben von ihren Trainern an der Seitenlinie blieben beide Mannschaften aktiv im Spiel. In der 40. Minute gelang Herthas Richter das überraschende 1:0.

Der 24-Jährige nutzte einen Fehler in der Augsburger Verteidigung voll für sich aus. Gikiewicz kam aus dem Tor, um den Ball anzunehmen, doch Robert Gumny versuchte, den Ball selbst wegzuspielen. Richter nahm ihm den Ball ab und traf ins leere Tor. Sein Torjubel fiel aus Respekt vor seinem ehemaligen Klub eher verhalten aus.

Augsburg bleibt gefährlich

Bei einsetzendem Schneeregen hielt Hertha BSC auch in der zweiten Hälfte am Angriffspressing fest. Erst versuchte Belfodil, vom Sechzehner auf den durchgelaufenen Richter zu spielen, doch ein Augsburger Verteidiger ging dazwischen (50.), dann versuchte es Ekkelenkamp von der linken Seite auf Belfodil (51.). Auf beiden Seiten gingen die Spieler entschieden in die Zweikämpfe - eine klare Verbesserung des Kampfgeistes im Vergleich zum Hauptstadtderby.

Richter bekam die Chance zum Führungsausbau. Der Stürmer zog halblinks vor dem Tor das Tempo an und aus 16 Meter ab. Torhüter Gikiewicz parierte den Versuch, der ins lange rechte Eck gehen sollte (61.). Die Augsburger wechselten doppelt und auch Trainer Dardai brachte Jovetic für Ekkelenkamp (67.). Nach einer Ecke von Marvin Plattenhardt auf Torunarigha und dessen Torschuss, brachen die Berliner erst in Jubel aus, doch die Fahne des Linienrichters war schon in der Luft (74.). Die Augsburger versuchten weiter, den Ausgleich zu erzwingen. Herthas Schwolow ließ einen Rechtsschuss von Hahn nach vorne prallen und hatte Glück, dass Zeqiri danach übers Tor schoss (77.).

Ausgleich in der 97. Minute

Lange sah es nach einem Sieg für die Gastgeber aus, doch dann brach in der Nachspielzeit das Chaos aus. Die Anspannung der Spieler fand in einer Auseinandersetzung an der Eckfahne ihren vorläufigen Höhepunkt. Iago begann, nach dem Ball zu treten, der zu diesem Zeitpunkt aber schon unter Davie Selke begraben war. Jovetic ging daraufhin auf den Augsburger los. Beide wurden mit einer gelben Karte verwarnt.

In der siebten Minute der Nachspielzeit gelang Michael Gregoritsch dann der Ausgleich. Fredrik Jensen spielte einen Pass von Niklas Dorsch direkt vors Tor. Dort köpfte Gregoritsch aus sieben Metern Entfernung über Schwolow hinweg zum 1:1. Bevor Schiedsrichter Frank Willenborg zum Schlusspfiff ansetzte, verteilte er noch eine rote Karte an Herthas Co-Trainer Andreas Neuendorf, der an der Seite über den Ausgleich tobte.

Stimmen zum Spiel

Während der Partie drängen sich die wirklich wichtigen Fragen auf:

Reaktionen zum 1:0...

Das Mitleid für den Ausgleichstreffer hält sich in Grenzen:

Autsch:

Das Spiel im Liveticker

Sendung: Inforadio - Die Bundesliga, 27.11.2021, 15:03 Uhr

25 Kommentare

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  1. 25.

    Jürgen Klinsmann als Cheftrainer von Hertha sprach mehrfach vom Big City Club - also hören Sie auf so einen Käse zu erzählen, dass das nicht vom Verein kam - Natürlich sprachen auch Angestellte des Vereins vom BCC. Des Weiteren Carsten Schmidt = auch vom Verein = mit seinem Projekt Goldelse, und der größten Aufholjagd Europas, ja genau nicht nur Deutschlands, sondern gleich Europas. Ich nenne das Charlottenburger Arroganz.

  2. 24.

    Ohhhh, jetzt gibt es ein Wettkampf der beiden Ahnenden Pringles und Frolic.
    Kein Mensch glaubt, dass das Fans von irgendetwas sind.
    Außer vielleicht der unzähligen Angst- und Panikverbreiter.

  3. 23.

    Habe ich in aller Deutlichkeit getan!
    Ich finde das Verhalten beider Vereine unsozial und beschämend!

    Die Charlottenburger in ihrer Großmannssucht und die Köpenicker mit ihrer ständigen Selbstbeweihräuchrung!

    Ab davon macht es keinen Unterschied - in diesen Zeiten ne Vollauslastung zu beantragen ist voll daneben - egal, wer dies tut!

    Ebenso erstaunlich ist, dass sowohl Herthaner, als auch Unioner immer glauben, dass ich bei Kritik an Vereinsverhalten des einen Vereins automatisch Anhänger des anderen wäre...
    Unfassbar, aber wahr: es gibt eine Welt jenseits Eurer beiden sehr hohen Tellerränder!

  4. 22.

    Dumm, dümmer am dümmsten, so haben sich die Spieler um Selke und Co.in den letzten drei Minuten angestellt. Man fasst es nicht. So verliert man nicht nur dringend benötigte Punkte sondern auch Zuschauer. Meine Meinung.

  5. 21.

    Die Luft wird immer dünner und insbesondere die Jungschen müssen mal langsam hinterfragen ob es nicht besser gewesen wäre -"Werte zu pflegen statt Sticker zu kleben"-
    So aber ergibt man sich seinem Schicksal kampflos und hat als einzige noch verbliebene Daseinsberechtigung den Hass auf Union, was man gestern wieder im Stadion hören konnte.
    Diesen Hass hört man übrigens in dieser stumpfen Form nicht in der AF. Kleine Spitzen mit einem Augenzwinkern hingegen sollten wohl erlaubt sein.

  6. 20.

    Der windige Herr Windhorst ist der wichtigste Investor der Hertha, der mit 66,6% an diesem Verein beteiligt ist.
    Somit ist er ein ziemlich großer Teil.
    Das habe ich nicht von Springer, sondern aus dem Tagesspiegel.
    Sie können sich natürlich die Sache schönreden, Fakt bleibt der unterste Tabellenplatz des "Big-City-Club" und der ewige Kampf um den Klassenerhalt.
    Mit Dummheit und Arroganz, siehe die unsinnige Plakataktion "man begreife sich 'als Verein für ganz Berlin' und man wolle 'Fans in ganz Berlin haben und noch mehr für uns gewinnen'". Dann sollte BSC mehr bringen, als Drittligavereine.
    So, Frolic, jetzt Mal die blau/weiße Brille absetzen und der Realität ins Auge blicken und nicht voll Neid nach Köpenick. ;))

  7. 19.

    Haben Sie den 1. FC Union für Ihren Antrag auf Vollauslastung beim Derby eigentlich auch kritisiert, oder war das was anderes? Oder den Senat?

  8. 18.

    Bei Hertha hat sich nie jemand selbst Big City Club genannt, das war der Herr Windhorst. Daher lassen Sie es doch einfach, dieses Narrativ weiterzuverbreiten. Oder lesen Sie weniger Springer.

  9. 17.

    Sorry, aber so doof ist echt nur Hertha. Punkte verschenkt...ist ja auch Advent

  10. 16.

    Lieber Unioner, als Herthaner ein Dank an Sie. Das was von den beiden Mannschaften auf dem grünen Rasen gezeigt wird, ist für Roten gut und für die Blauen erbärmlich. Eine gesunde Konkurrenz ist gut, aber wir sind alle Menschen, Berliner und Brandenburger, Bürger einer Region die sich Wertschätzend begegnen sollten.

  11. 15.

    Ich finde es als Zeichen eines Niedergangs des selbsternannten "Big-City-Club" Hertha BSC, dass noch nicht einmal die wahren Fans ins Stadion gekommen sind.
    38.000 hätten kommen dürfen, was ich durchaus unterstütze, und nicht mal die Hälfte ist gekommen.
    Das sollte den Vereinsoberen zu denken geben.
    Über die Leistung des Vereins braucht man nicht mehr zu sprechen. Es ist eine Schande, was aus der Hertha gemacht wurde.
    Durchhalteparolen werden nicht weiter helfen.
    Ich sehe BSC im nächsten Jahr gegen Schalke, Werder und dem HSV spielen. Nur, reicht die Leistung, um auch in der 2.Lida zu bestehen? War das heute nicht eher drittklassig?

  12. 14.

    Zustimmung Jan, Union hat zur Zeit, das bessere Team und ist zurecht vor Hertha, aber dieses ständige "Nachtreten" hier sollte man sich sparen...das geht mir zumindest echt auf den Kels....

  13. 13.

    ...mal ab vom Ergebnis:

    ...in Zeiten höchster Infektionszahlen beantragt der Verein Vollauslastung... unverantwortlich!

    ...bekommt 38.000 genehmigt... beschämend!

    ...keine 15.000 dann beim Spiel.... lächerlich!

    In welcher Blase lebt der BCC?

  14. 12.

    Ich bin Unioner, mit Leib und Seele ....
    Aber trotzdem Leute ... bleibt fair. Ja der Verein aus Charlottenburg hat auch bei mir keine Sympathien mehr. Ich kenne noch Zeiten der Fanfreundschaften.
    Zuviel der Häme ist trotzdem Gift und schadet der Gesellschaft, wo die Spaltung schon groß genug ist.
    Munter bleiben ....
    Eisern Union

  15. 11.

    14.600 Zuschauer für ein Heimspiel eines Vereins, der für sich in Anspruch nimmt, der Verein für ganz Berlin zu sein, ist einfach nur peinlich. Zumindest die Vereinsmitglieder haben sich ins Stadion zu bewegen, um ihre Mannschaft zu unterstützen. Gerade nach einem verloren Derby braucht das Hertha.

  16. 10.

    "Kopf hoch Hertha, gegen Fürth Punkt gut gemacht."
    So gesehen - stimmt........lol - wenn es nicht so traurig wär!

  17. 9.

    Kopf hoch Hertha, gegen Fürth Punkt gut gemacht.

  18. 8.

    Aus dem Lev-Spiel nix gelernt. Naja, Dummheit tut halt weh.

  19. 7.

    wie sagte Mal ein Iller Bayer
    .....das Spiel ist erst dann zu Ende, wenn der Schiedsrichter abpfeifft ......
    was soll das Jammern

  20. 6.

    War eigentlich klar !

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