Neuer Hertha-Trainer Tayfun Korkut - "Man muss die einfachen Dinge außergewöhnlich gut machen"

Mo 29.11.21 | 17:40 Uhr
Tayfun Korkut beantwortet Frage bei Pressekonferenz (Quelle: picture alliance/dpa/Hertha BSC/Pool/Jan-Philipp Burmann)
Audio: Inforadio | 30.11.2021| Lars Becker | Bild: picture alliance/dpa/Hertha BSC/Pool/Jan-Philipp Burmann

Tayfun Korkut ist Herthas neuer Mann an der Seitenlinie. Nach der Trennung von Headcoach Pal Dardai und dessen Co-Trainern stellte der Verein Korkut in einer Pressekonferenz vor.

Geschäftsführer Fredi Bobic über das Gespräch mit Pal Dardai, an dem auch Sportdirektor Arne Friedrich teilnahm:

"Es war ein sehr kollegiales, offenes und gutes Gespräch. Was natürlich sehr kurz ist, ist ja klar. Natürlich ist da auch eine Enttäuschung von der anderen Seite und ich kann das auch einschätzen. Ich habe mich aber trotzdem, und so gehört es sich auch, für seinen Einsatz für Hertha BSC bedankt, den er geleistet hat."

Und über die Zukunft von Pal Dardai, Andreas Neuendorf und Admir Hamzagic bei Hertha BSC:

"Wir haben gesagt, dass wir uns im Frühjahr zusammensetzen. Erstmal haben sie ja einen Vertrag bis zum 30. Juni. Da stehen Rechte und Pflichten drin und da werden wir unsere Pflichten auch erfüllen und dann werden wir uns im Frühjahr unterhalten. Aber das wäre jetzt der falsche Zeitpunkt gewesen, sich darüber zu unterhalten."

Bobic über den Zeitpunkt der Entscheidung:

"Ich glaube nicht, dass eine Niederlage oder ein Sieg letztendlich an der Entscheidung etwas bewirkt hätte. Hätten wir 1:0 gewonnen, wäre diese Entscheidung genauso gefallen. Es gibt Zeitpunkte, wo du Entscheidungen treffen musst. Auch aus Überzeugung. Dieser Zeitpunkt war gekommen."

Bobic über die Entscheidung für Tayfun Korkut:

"Am Ende des Tages wollen wir mehr Punkte holen. Wir sind in keiner einfachen Situation, aber keiner hoffnungslose Situation. Wir sind so irgendwo mittendrin und sind aber sicher, dass Tayfun Korkut mit Ilija Aracic auf jeden Fall Impulse setzten kann, dass wir eine bessere Entwicklung bei der Mannschaft sehen. Er übernimmt eine Mannschaft, die intakt ist, die nicht in der Krise ist. Keine Mannschaft, wo es vielleicht acht Niederlagen gab und die abgeschlagen Tabellenletzter ist. Aber eine Mannschaft, die noch Orientierung sucht."

Tayfun Korkut und Fredi Bobic beantworten Fragen auf Pressekonferenz (Quelle: picture alliance/dpa/Hertha BSC/Pool/Jan-Philipp Burmann)

Und Tayfun Korkut über das Angebot von Fredi Bobic:

"Überrascht bin ich nie. Ich bin zu lange dabei. Das sind jetzt auch schon über 20 Jahre als Spieler und dann auch als Trainer. Ich habe auch schon größere Überraschungen in den Stationen erlebt, die ich vorher hatte. Ich stehe ja mit dem Fredi schon seit Jahren im Kontakt und wir tauschen uns über Fußball aus. Von daher ist es nichts Besonderes für mich gewesen, sondern einfach ein Anruf, ob ich den Job machen will. Und dann war relativ schnell klar, dass es für mich auch eine gute Aufgabe ist."

Tayfun Korkut über die Auszeit, die er nach seinem Trainerjob in Stuttgart nahm:

"Ich bin erstmal leidenschaftlicher Trainer. Aber in der Zeit war mir nicht langweilig, weil es einfach Themen gibt, die es außerhalb des Fußballs für jeden für uns gibt. Das heißt, Familie vor allem. Das war auch ein Stück weit Luxus - ich bin Familienvater und habe drei Kinder - mich um die Familie kümmern zu können. Ich habe aber auch in der Zeit, in der ich nicht gearbeitet habe, das aktuelle Geschehen verfolgt."

Tayfun Korkut über seine Pläne für die Mannschaft:

"Der Ansatz ist immer gleich: Spiele gewinnen, erfolgreich spielen. Letztendlich gibt es natürlich viele Arten und Weisen. Es ist ganz, ganz wichtig, was für Spieler wir haben und was die Spieler können. Der Ansatz war eigentlich immer, dass es darum geht, dass wir die Stärken der Spieler und der Mannschaft auf den Platz bekommen. Das wird auch der erste Ansatz sein."

Und die weiterführende Spielidee:

"Die einfachen Dinge außergewöhnlich gut zu machen, ist in Drucksituationen immer das allerwichtigste. Nicht zu kompliziert werden, sondern ein Stück weit pragmatisch. Die, die mich kennen, wissen ja, dass ich selbst auch in Spanien gespielt habe und auch wirklich den gepflegten Fußball liebe. Aber letztendlich muss man als Trainer ein Stück weit auch ein Chameleon werden und schauen, was die Mannschaft gerade im Moment braucht und kann. Und ihr dann Unterstützung geben, damit erfolreich Fußball gespielt wird."

Fredi Bobic über die Erwartungen an den neuen Trainer und die Mannschaft in den kommenden Spielen:

"Da erwarte ich jetzt nicht gleich die Wunderdinge von heute auf morgen. Man muss auch realistisch sein. Aber es sind Spiele dabei, wo die Mannschaft dann auch in der Pflicht ist. Das werden sie sicherlich auch morgen von mir hören. Wir müssen jetzt alle nochmal alles bis Weihnachten mobilisieren, damit wir in eine Position kommen, wo es für die Rückrunde auch besser ist. In der Rückrunde entscheidet sich am Ende des Tages auch alles und da brauchst du eine gute Basis. Die wollen wir jetzt legen."

Sendung: rbb UM6, 29.11.2021, 18 Uhr

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