2:2 in Köln - Unnötiger Punktverlust für Union

So 07.11.21 | 19:41 Uhr
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Union Berlin jubelt über den Führungstreffer in Köln (imago images/Juergen Peters)
Audio: inforadio | 7.11.2021 | Holger Dahl | Bild: imago images/Juergen Peters

Der 1. FC Union Berlin hat seine makellose Bilanz gegen den 1. FC Köln in der Fußball-Bundesliga nicht bewahren können. Im fünften Aufeinandertreffen beider Teams gelang der Mannschaft von Trainer Urs Fischer erstmals kein Sieg.

Der 1. FC Union Berlin hat am elften Spieltag der Fußball-Bundesliga 2:2 (2:1) beim 1. FC Köln gespielt. Die Tore erzielten Julian Ryerson (9. Minute) und Grischa Prömel (45. +1) für die Berliner sowie Anthony Modeste (7., 86.) für die Kölner. Durch das Unentschieden bleibt die Mannschaft von Trainer Urs Fischer Rang acht der Tabelle.

Der Spielverlauf

Die Partie bestach zu Beginn mit enormer Effizienz, da beide Mannschaften ihre jeweils erste Torchancen sogleich zu Treffern nutzen konnten. Köln machte den Anfang und ging durch Anthony Modeste in der siebten Minute in Führung. Vorausgegangen war ein fulminanter Distanzschuss an die Torlatte von Florian Kainz aus etwa 30 Metern, der anschließende Abstauber durch Modeste war eines seiner leichteren Tore. Doch Union zeigte sich keineswegs schockiert, sondern glich bereits in der 9. Minute aus. Nach einem hohen Ballgewinn in der Kölner Hälfte und guter Seitenverlagerung durch die Berliner kam der Ball zum aufgerückten Rechtsverteidiger Julian Ryerson, der nicht besonders kräftig aber umso präziser zum Ausgleich traf.

In der Folge entwickelte sich ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen. Köln hatte dabei zwar zeitweise bis zu 70 Prozent Ballbesitz, kam aber ebenso wenig zu Torchancen wie die auf Konter lauernden Unioner. Erst kurz vor der Pause änderte sich das Bild. Zunächst setzte Modeste (38.) einen Kopfball knapp neben den linken Pfosten. Kurz darauf verfehlte Ondrej Duda (40.) mit einem Linksschuss nur knapp den rechten Pfosten. Besser machte es da Grischa Prömel. Nach einem haarsträubenden Ballverlust der Kölner durch Rafael Czichos eroberte Prömel den Ball, spielte Doppelpass mit Genki Haraguchi und brachte einen leicht abgefälschten Schuss aus rund zehn Metern im Kölner Tor unter (45. +1). Nur eine Minute später (45. +2) hätte Union sogar auf 3:1 stellen können, nachdem Taiwo Awoniyi seinen Gegenspieler Timo Hübers mit einer einfachen Drehung kurz in die völlige Orientierungslosigkeit schickte, den anschließenden Torschuss aus fünf Metern Entfernung aber über das Tor setzte.

Unverändertes Bild in der zweiten Hälfte

Auch nach der Halbzeitpause blieben die Rollen klar verteilt. Köln hatte viel Ballbesitz, wusste daraus allerdings wenig Kapital zu schlagen. Einen Distanzschuss von Dejan Ljubicic in der 51. Minute parierte Unions Torhüter Andreas Luthe sicher, ein Kopfball von Jonas Hector (54.) ging neben den Pfosten. Auf der Gegenseite kamen die Berliner immer wieder zu Konter-Situationen, die sie jedoch zu selten sauber ausspielten. Ein Umstand, der sich in der 86. Minute rächen sollte, als die eigentlich zunehmend harmloser wirkenden Kölner nach einer Ecke und durch einen Modeste-Kopfball zum späten Ausgleich kamen.

Die Kurzanalyse

Union dürfte sich ärgern. Zwar sprachen nach dem Spiel viele Statistiken für die Kölner. So hatten die Gastgeber mehr Torschüsse (18 zu 10), mehr gespielte Pässe (579 zu 249), eine höhere Passquote (81 zu 53 Prozent) und mehr Ballbesitz (70 zu 30 Prozent) zu verzeichnen. Doch zumindest bis zum späten Ausgleich durch Doppel-Torschütze Anthony Modeste in der 86. Minute hatten die Berliner das Spielgeschehen mit der 2:1-Führung im Rücken absolut im Griff. Zudem kam die Mannschaft von Urs Fischer immer wieder zu guten Kontermöglichkeiten mit Überzahl-Situationen, spielte diese aber nicht präzise genug zu Ende.

Dabei war die Effizienz vor dem Tor vor allem im ersten Durchgang die absolute Stärke Unions. In einer insgesamt chancenarmen Partie nutzten die Berliner die wenigen sich bietenden Chancen eiskalt. Zudem verteidigte Union fast über die gesamte Spieldauer sehr aufmerksam. Ergab sich doch einmal eine Lücke im Abwehrverbund, wurden sie schnellstmöglich durch hohen Laufaufwand wieder geschlossen. Überragend dabei war vor allem der omnipräsente Genki Haraguchi. Aber auch Rani Khedira, Julian Ryerson und Robin Knoche wussten mit fast fehlerlosem Spiel zu überzeugen. Nur auf die Kopfball-Wucht von Anthony Modeste in der 86. Minute hatte Union keine Antwort parat.

Das sagt das Netz

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Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb24, 07.11.2021, 21:45 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Wieder ein sehr souveräner Auftritt auswärts. Leider gab es aber wieder ein Deja Vau. Das zweite Tor von Hr. Modeste, welcher nicht unbedingt in meinem Sympathieranking geklettert ist, war unfassbar schnörkellos und quasi kaum zu verteidigen. So konnte sich auch Steffen Baumgart - Fußballgott - über einen nicht ganz unverdienten Punkt freuen und schick is. Gut auch, das Baume ein Mann der klaren Worte is und das auspfeifende Heimpublikum gefalten hat. Solch klare Statements wünscht man sich auch andernorts.
    Die verlorenen Punkte holen wir uns einfach am 20. zurück! ;)

  2. 3.

    Es wird Zeit das Union mal einen deutlichen Sieg einfährt. Die knappen Siege oder Niederlagen können auch mal schief gehen. Überlegenheit im Spiel und Ergebnis wären besser. Vielleicht gelingt es im nächsten Spiel, dem Derby

  3. 2.

    Starke Leistung des FCU - und das trotz Dreifachbelastung. Trotzdem ist es natürlich schade, den Sieg so kurz vor Schluss noch aus der Hand gegeben zu haben. Denn ohne den späten Ausgleichstreffer wäre man auf Platz 4 in die Länderspielpause gegangen!

  4. 1.

    Ok, beide Mannschaften unendschieden - nich' so toll, aber das gegenseitigte "Motz- und Hämepontential" ist auch ausgeglichen ;-).

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