1:2 bei Eintracht Frankfurt - Union unterliegt in der Nachspielzeit

So 28.11.21 | 18:10 Uhr
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Unions Max Kruse ist sauer (imago images/osnapix)
Audio: inforadio | 28.11.2021 | Martina Knief | Bild: imago images/osnapix

Union Berlin hat in der Fußball-Bundesliga mit der letzten Aktion bei Eintracht Frankfurt eine 1:2-Niederlage kassiert. Im Duell zweier Europapokal-Teilnehmer wirkten die Berliner müde - und hätten trotzdem fast noch einen Punkt ergattert.

Drei Tage nach dem 1:0-Erfolg in der Conference Leauge über Maccabi Haifa hat Union Berlin in der Fußball-Bundesliga 1:2 (0:1) bei Eintracht Frankfurt verloren. Die Treffer erzielten Djibril Sow (22. Minute) und Evan Ndicka (90. +5) für Frankfurt und Max Kruse (62.), der einen Foulelfmeter verwandelte.

Durch die Niederlage rutscht die Mannschaft von Trainer Urs Fischer auf den sechsten Tabellenplatz.

Der Spielverlauf

Es war von Beginn an ein intensives Spiel zweier körperlich präsenter Mannschaften, die sich rund 20 Minuten lang weitgehend neutralisierten. Einzig in Folge eines krassen Fehlpasses im Spielaufbau von Robin Knoche hatte Union Glück, dass Frankfurts Stürmer Rafael Borre nach schönem Zuspiel von Daichi Kamada knapp im Abseits stand. Der Treffer des Kolumbianers fand so zurecht keine Anerkennung.

Doch kurz darauf gingen die Gastgeber durch Djibril Sow dennoch verdient in Führung (22.). Nach einer Ecke wehrte Union-Kapitän Christopher Trimmel den Ball nur unzureichend und direkt vor die Füße des Schweizers ab, der den Ball vom Strafraumrand sehenswert in den Winkel schlenzte.

Von da hatte die Eintracht das Spiel fest im Griff. Einem ungefährlichen Abschluss von Taiwo Awoniyi (25.) sowie einem abgefälschten Distanzschuss von Max Kruse (45.), der über das Tor flog, standen zahlreiche Frankfurter Chancen entgegen: Kristijan Jakic (29.) per Kopf und nach einer Ecke sowie Borre (41.) nach einer Flanke des überragenden Linksaußen Flilip Kostic hätten das zweite Tor für die Eintracht erzielen müssen, Jesper Lindström (34.) und Kostic selbst (36.) zumindest erzielen können.

Ganz späte Entscheidung

Der Frankfurter Chancenwucher fand auch in der zweiten Halbzeit zunächst seine Fortsetzung, als Lindström (47.) nach Maß-Flanke von Kostic den kontrollierten Kopfball verweigerte, der fast zwangsläufig zu einem Treffer geführt hätte. Anschließend jedoch verflachte die Partie bis zur Ereignislosigkeit, ehe Frankfurts Innenverteidiger Evan Ndicka im Strafraum Unions Awoniyi foulte und Max Kruse den fälligen Strafstoß souverän verwandelte (62.). Zuvor war der Ball bei einem Dribblings Awoniyis eventuell im Seitenaus, das ließ sich aber nicht vollends aufklären.

In der Folge spielte wieder nur die Eintracht, vom Ausgleich angestachelt, ohne jedoch zu wirklich klaren Torchancen zu kommen. Union kam erst in der 82. Minute wieder zu einem Torabschluss. Der Versuch des eingewechselten Andreas Voglsammer stellte für Frankfurts Nationaltorhüter Kevin Trapp jedoch keine sonderlich große Herausforderung dar.

Frankfurt versuchte es in den Schlussminuten nochmals mit aller Wucht, ließ es aber im und rund um den Strafraum an der nötigen Präzision mangeln. Auch Union wurde bei den wenigen Kontern und mit einem Distanzschuss des eingewechselten Julian Ryerson (90.+3) nicht mehr entscheidend gefährlich. Erst als wirklich alles auf ein Unentschieden hindeutete, flankte Kostic ein letztes Mal in den Strafraum, punktgenau fand er dort den Kopf des aufgerückten Innenverteidigers Ndicka, der unhaltbar für Andreas Luthe zum späten Siegtreffer (90.+5) für die Eintracht traf.

Die Kurzanalyse

Union empfing die Frankfurter Angriffe erst ab der Mittellinie, versuchte so Kompaktheit und gleichzeitig Raum für schnelle Konter über Taiwo Awoniyi zu schaffen.

Während der Defensivplan bis zur Eintracht-Führung noch aufzugehen schien, ging den Berliner in der Offensive jegliche Genauigkeit ab. Da die Körper noch fit genug zu sein schienen, um das laufintensive Spiel umzusetzen, schienen die Köpfe der Berliner nach der anstrengenden Europapokal-Woche und Reise nach und aus Israel tatsächlich müde.

Dass das Spiel sich für die Entscheidung bis zur letzten Aktion Zeit ließ, darf einzig auf die Fahrlässigkeit der Frankfurter geschoben werden. Dennoch beeindruckte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer erneut dadurch, zu keiner Sekunde vom Konzept abzuweichen. Fast wäre diese Einstellung durch den glücklichen Ausgleich belohnt worden. Verdient wäre dieser Punktgewinn gegen starke Frankfurter allerdings kaum gewesen.

Das sagt das Netz

Alte Fußball-Weisheit: Ein Spiel hat 90 Minuten. Außer in Frankfurt.

Auch abseits des Rasens wurden Nadelstiche gesetzt:

Realismus, der:

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb UM6, 28.11.2021, 18 Uhr

18 Kommentare

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  1. 18.

    Nu ja, die Frankfurter Eintracht ist in derer aktuellen Verfassung nicht mit dem FCA vergleichbar. Zudem war es für den FCU, anders als für Hertha, ein Auswärtsspiel kurz nach einer halben Weltreise. Ich hätte Hertha nicht gegen diese starken Frankfurter in deren Stadion sehen wollen. Das wäre wohl etwas anders als nur 1:2 aus Sicht des Gastes ausgegangen . . .

  2. 17.

    Zitat: "Genau so ist es... hoch verdient und viel zu niedrig. Und es erfreut mein Herz dass es euch 24 Stunden nach dem Ausgleich der Augsburger gegen Hertha genauso ging und dazu noch ohne Punkt, Stadtmeister auf Zeit."

    Na, Ihr Herz ist ja relativ leicht zu erfreuen, Negan, :) Und was heißt viel zu niedrig? Ein 3:1 hätte sein können, aber sicher nicht viel mehr . . .

  3. 16.

    Union fast genauso dämlich wie Herthie, allerdings waren die Eisernen lange unterlegen und kassierten damit eine verdiente Niederlage. Hertha hat es dagegen aus eigener Unfähigkeit versemmelt.

  4. 15.

    Nachdem sich Samstag ein UnionFan so toll gefreut hat, wie bekloppt Hertha doch sein muss, sich in der letzten Minute den Sieg klauen zu lassen, hat der Fußballgott Gerechtigkeit gezeigt. Nun freut sich der Herthaner :-) :-)
    Wobei es wirklich eine Schande ist, Fußball vor zig Tausenden zuzulassen und die kleinsten Weihnachtsmärkte usw. zu schließen….

  5. 14.

    Natürlich ist das ärgerlich, zumal auch die Ausgleichstore gegen Stuttgart und Köln sehr spät fielen. Es hat doch wohl aber keiner wirklich geglaubt, dass die Dreifachbelastung für Union ohne "Kollateralschäden" abläuft, oder!?
    20 Punkte, 6. Platz ist völlig o.k. - jetzt aus den letzten Spielen,u.a. gegen BSG Fuschl, Bochum, Fürth minimal noch 4-5 Punkte und man ist gut gerüstet für die Rückrunde (falls die stattfindet).

  6. 13.

    Heute muss ich Ihnen ausnahmsweise einmal zustimmen.
    Diese Konzepte sollten dann aber auch insgesamt glaubwürdig sein 7nd nicht "im Stadion alles gut und danach feiern wir mal schön ohne Abstand und Maske mit den Spielern"
    Man kann aber befürchten dass es erst mal wieder Geisterspiele geben wird und zwar nicht nur in Sachsen.

  7. 12.

    Genau so ist es... hoch verdient und viel zu niedrig. Und es erfreut mein Herz dass es euch 24 Stunden nach dem Ausgleich der Augsburger gegen Hertha genauso ging und dazu noch ohne Punkt, Stadtmeister auf Zeit.

  8. 11.

    Beide Vereine verlieren in der Nachspielzeit durch Kopfballtore.
    Was Trimmel gegen Kostic abgeliefert hat, kann man nur mit dem Kopfschütteln abtun u. wurde auch nicht verändert.
    Wieder Kopfschütteln immer noch

  9. 10.

    Ja, natürlich sind Kontaktbeschränkungen das wohl beste Mittel, um Ansteckungen zu vermeiden. Nur muss man doch auch Konzepte entwickeln oder eben Denkmodelle zulassen, die in die Zukunft weisen.

    Angesichts der neuen Virusvariante, die wohl viel ansteckender alle bisherigen sein soll, lässt sich erahnen, wie anpassungsfähig Covid-19 ist - und wohl auch weiterhin sein wird. Man kann also davon ausgehen, noch sehr lange mit diesem vermaledeiten Virus zu tun zu haben. Daher müsste m.E. nun eine Impfpflicht eingeführt werden, für die ich eigentlich nicht bin, aber die zumindest den Gesundheitssektor entlasten würde. Aber es können eben auch nicht auf Dauer immer wieder de facto "Lockdowns" verkündet werden, da diese u. a. sehr zermürbend auf das gesellschaftliche Klima wirken. Ich will's nicht beschwören, aber man wird wohl auf nicht absehbare Zeit irgendwie mit dieser Krankheit leben müssen . . .

  10. 9.

    Ist bitter, aber leider nicht das erste Mal in dieser Saison. Die letzten beiden unentschieden waren auch last minute Tore. Alles verschenkte Punkte. Vielleicht sollte man sich dran gewöhnen, dass erst dann Schluß ist, wenn das Spiel abgepfiffen ist.

  11. 8.

    Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen: Mir gruselt's auch bei so hohen Zuschauerzahlen in dieser Phase der Pandemie. Natürlich wollen wir alle unser Stück Normalität, aber ich denke schon, dass in den nächsten Wochen "Geisterspiele" stattfinden sollten. Im Medienzeitalter heißt das ja nicht Verzicht auf Fußball. Und auch wenn wir durch eine vereinsfarbene Brille schauen, so sollte die Gesundheit der Menschen doch Priorität haben. Vielleicht liege ich falsch mit meinen Bedenken gegenüber (fast) vollen Stadien, doch wir wissen alle längst, dass Impfen, Tests und Genesung keine vollständige Sicherheit bieten.

  12. 7.

    Wie kommen Sie darauf, der Profifussball sei "von den Corona Regeln ausgenommen", Werner? In Frankfurt galt für heute das "3G-Plus-Modell", was in diesem Fall 90% 2G und 10% 3G Zuschauerzulassung bedeutete. Und wie bitte soll ein ungeimpfter Spieler, der sich zudem in einem Testmarathon wie kaum jemand in einer anderen Branche befindet, einen Zuschauer anstecken?

  13. 6.

    Ups, auch in der Nachspielzeit?
    Kann ja auch bei Union passieren.

  14. 5.

    Hochverdienter Sieg der SGE, auch wenn es natürlich kurz schmerzt.
    Glückwunsch!
    Nach der hammerharten Woche, mit dem herausragenden Sieg gegen den BCC, läßt sich diese Niederlage aber doch irgendwie verschmerzen.
    Wie sagt schon Herr Stepanovic, Lebbe geht weiter.
    Eisern!

  15. 4.

    So bitter ein Tor in der Nachspielzeit

  16. 3.

    SCHEI*E! Aber den Spielverlauf objektiv betrachtet, geht der Sieg für die SGE schon in Ordnung.

  17. 2.

    Ich gehe davon aus, zur WM ist alles vorbei, wenn auch nicht bei uns

  18. 1.

    Es ist ja schön, dass der Profifußball von den Corona Regeln ausgenommen ist und ungeimpfte Spieler 50000 Besucher potentiell anstecken können.
    Und Politik und Medien spielen das Spiel mit, während sie sonst dauernd vor Corona warnen.
    Warum laufen denn die Weihnachtsmärkte nicht als FIFA Weihnachtsmarkt und Weihnachtsfeiern nicht als UEFA Weihnachtsfeier. Dann würden all die Beschränkungen nicht gelten und insbesondere die ungeimpften Kinder würden es bis zur Ansteckung erst einmal danken.

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