2:0-Erfolg gegen Hertha - Awoniyi und Trimmel schießen Union zum Derbysieg

Sa 20.11.21 | 20:24 Uhr
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Union-Spieler um Trimmel und Prömel feiern Tor (Quelle: IMAGO/Jan Huebner)
Audio: Inforadio | 20.11.2021 | Lars Becker | Bild: IMAGO/Jan Huebner

Der 1. FC Union hat das Derby gegen Hertha BSC mit 2:0 (2:0) gewonnen. Es war ein verdienter Erfolg für die Köpenicker gegen offensiv ideenlose Gäste. Das Führungstor von Taiwo Awoniyi geht in die Vereinshistorie ein.

Derby-Jubel beim 1. FC Union: Die Köpenicker haben am Samstagabend mit 2:0 (2:0) gegen den Stadtrivalen Hertha BSC gewonnen. Vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion An der Alten Försterei erzielten Taiwo Awoniyi (8.) und Christopher Trimmel (30.) die Tore zum verdienten Heimerfolg. Das Team von Urs Fischer rückt damit am 12. Spieltag auf den fünften Tabellenplatz vor. Hertha liegt sieben Punkte dahinter auf Rang 13.

1. Hälfte: Union effektiv, Hertha ideenlos

Es war ein Spiel, das keine Anlaufzeit brauchte. Die Herthaner starteten mutig beim heimstarken Stadtrivalen - belohnt wurden sie dafür jedoch nicht. Im Gegenteil: Nach acht Minuten bejubelte Union das 1:0. Taiwo Awoniyi profitierte von einem Fauxpas von Hertha-Verteidiger Marton Dardai. Der 19-Jährige schlug nach einem - eigentlich leicht zu klärenden - Steilpass von Niko Gießelmann am Ball vorbei und Awoniyi stellte seine Abschlussqualitäten unter Beweis. Freistehend erzielte er sein achtes Saisontor, sein insgesamt 13. für die Köpenicker in der ersten Liga. Vereinsrekord.

Hertha blieb danach zwar bemüht, doch während dem Team von Trainer Pal Dardai die Durchschlagskraft fehlte, kam Union immer wieder zu Chancen. Grischa Prömel traf aus Abseitsposition die Latte (11.), Startelf-Rückkehrer Max Kruse forderte Hertha-Keeper Alexander Schwolow aus spitzem Winkel alles ab (22.) und eine zum Torschuss mutierte Flanke von Christopher Trimmel ging haarscharf am Pfosten vorbei (25.).

Das 2:0 für die Hausherren war die fast schon logische Konsequenz. Trimmel traf - und wie: Eine Ecke von Gießelmann landete an der Strafraumkante beim Köpenicker Kapitän und der jagte den Ball ebenso risikoreich wie präzise ins untere linke Eck (30.). Union dominierte in der Folge die sichtlich angeknockten und offensiv ideenlosen Herthaner, hätte aber vor der Pause nach einem der sehr seltenen Hertha-Vorstöße dennoch fast den Anschlusstreffer hinnehmen müssen: Marvin Plattenhardt flankte, Union-Keeper Andreas Luthe strauchelte und Peter Pekarik köpfte ein (45.). Eine Abseitsstellung von Krzystof Piatek bei der Einleitung des Angriffs rief den Videoassistenten auf den Plan und der Treffer wurde aberkannt.

2. Hälfte: Hertha erhöht Risiko - ohne Erfolg

Hertha-Coach Pal Dardai brachte Ishak Belfodil für Lucas Tousart. Der Trainer erhöhte damit auf dem Papier das Risiko - und sein Team tat es auf dem Platz. Marco Richter versuchte es gleich nach der Pause aus der Distanz, doch Luthe parierte problemlos (46.). Es war eine sinnbildliche Szene für das Spiel der Gäste: Der offensive Wille war spürbar, es haperte jedoch immer wieder an der Umsetzung.

Union setzte nun vor allem auf eine stabile Defensive und war bei seinen wohldosierten Vorstößen dem 3:0 dennoch näher als Hertha dem 2:1. Schwolow hielt nach einer knappen Stunde einen platzierten Kruse-Schuss stark. Kurz darauf lenkte Prömel den Ball im Gewühl nach einer Ecke nur knapp über das Hertha-Tor. Eine Minute vor Ende der regulären Spielzeit traf der eingewechselte Sheraldo Becker noch die Latte (89.). So konnten die Köpenicker am Ende einen völlig ungefährdeten Derbysieg feiern - ihren zweiten im fünften Bundesliga-Duell.

Kurzanalyse

Es war ein hörbar angefressener Kevin-Prince Boateng, der nach der Partie vor die Mikrofone trat und mit dem Auftritt seines eigenen Teams abrechnete: "Wir waren von der ersten bis zur letzten Minute nicht im Spiel. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen. Es ist nicht akzeptabel, was wir heute geboten haben", sagte der Mittelfeld-Routinier von Hertha BSC. Es habe "Herz gefehlt" bei seinem Team: "Wir haben nicht verstanden, wie wichtig das Spiel war."

Es waren ernüchternde Worte nach einem ebenso ernüchternden Spiel für das Team von Pal Dardai, einem Derby, das keines auf Augenhöhe war, sondern das Union völlig verdient gewonnen hatte. Weil sie stabiler in der Defensive waren und gefährlicher in der Offensive und als Einheit einfach besser. "Die Mannschaft war von der ersten Sekunde an bereit, sie hat viel aufgewendet, sie hatte eine gute Organisation", sagte Union-Trainer Urs Fischer. "Über 90 Minuten haben wir Hertha nicht wirklich viele Großchancen zugelassen." Die fußballerischen Kräfteverhältnisse in Berlin sind aktuell - auch beim Blick auf die Tabelle - eindeutig.

Das sagt das Netz

Hertha gerät früh in Rückstand - und ist beim Gegentor durch Awoniyi schon im Weihnachts-Modus.

Die Analyse der Hertha-Fans? Deutlich.

Bleibt am Ende den einen nur Galgenhumor ...

... die anderen ziehen glücklich in die Nacht.

Sendung: rbb24, 20.11.2021, 21:45 Uhr

28 Kommentare

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  1. 28.

    Mal zur Erinnerung : In der Saison 99/00 war Hertha in der Champions League und der 1. FC Union Berlin in der Regionalliga Nordost.
    20 Jahre später hat der 1. FC Union Berlin die Charlottenburger - überholt = mehr Punkte trotz geringerer finanzieller Mittel sowie mehr Mitglieder - als Hertha. Das ist Tatsache ! Berlin ist Rot-Weiß !

  2. 27.

    Tja, da ist es schon wieder. Dass Hertha dieses Spiel verlieren würde, war mir bereits vorher klar. Nicht schön, aber was soll man derzeit schon erwarten? In meinem Beitrag ging es darum, ob man sich auch ohne Häme gegenüber dem Gegner über einen Sieg freuen kann oder eben nicht. Ich bin lange selbst mit Dauerkarte ins Stadion gegangen und habe mich dabei auf die Leistung meiner Mannschaft konzentriert und mich natürlich über Siege gefreut und über Niederlagen geärgert. Ich hoffe, es gibt unter den aktiven Stadionbesuchern noch genug Leute, die das so ähnlich sehen.

  3. 26.

    Ein starkes Spiel des FCU gestern. Der Trainer hat die Mannschaft punktgenau auf das Derby vorbereitet und die hat den Matchplan 1A umgesetzt. Und man muss schon sagen, dass das Ergebnis für Hertha sogar noch schmeichelhaft ausgefallen ist. Der schlaue und feine Ball von Kruse auf Becker und dessen Lattenkracher z. B. hätten ein Tor verdient gehabt, das ein Kandidat für das "Tor des Monats" gewesen wäre.

    Man kann auch bei Hertha nicht von "Angsthasenfussball" reden, der ihnen die Niederlage beschert hat, denn bemüht hat man sich schon. Das aber eben nur partiell und ohne erkennbaren Drive in Situationen, wo man als Mannschaft hätte geschlossen auftreten müssen. Wenn einer nicht läuft, läuft der andere auch nicht - das kam im Hertha-Spiel nicht selten vor und hat ihnen gegen die selbstbewusst und laufstark agierende FCU Mannschaft 'keine Schnitte haben' lassen.

  4. 25.

    „ Erfahrene Trainer und wirkliche Sportler finden dann eher freundliche Worte für den Gegner, was natürlich einen viel besseren Eindruck macht.“
    Ok, Ihr armen Herthaner, habt Ihr verloren ….. das nächste Mal müßt Ihr besser trainieren, dann klappts vielleicht auch bei Union. Aber Hauptsache das Geld stimmt, gelle.

  5. 24.

    Bin knapp 40 Jahre Unioner und jetzt das. Der Traum darf gerne weitergehen.

  6. 22.

    Die Art der Kommentare hier von Seiten einiger Union-Anhänger zeigen leider schon wieder, dass sie schlechte Gewinner sind und sich trotz Tabellenplatz 5 ihres Lieblingsvereins keine Schmähungen der Verlierer verkneifen können. Das ist richtig traurig, weil man es im Moment des Sieges so gar nicht nötig hat, andere klein zu machen. Erfahrene Trainer und wirkliche Sportler finden dann eher freundliche Worte für den Gegner, was natürlich einen viel besseren Eindruck macht. Ich hoffe sehr, dass der hier entstehende Eindruck nur ein Zerrbild ist. Denn sobald der Erfolgsfaden mal reißt, wird man auch in Köpenick froh sein, wenn die Häme nicht aus Kübeln über Verein und Fans ausgegossen wird.

  7. 21.

    Hübsch. Freu mich.

  8. 20.

    Meine Güte, welch hämische Kommentare hier so geschrieben werden. Und zwar zum Teil unsportliche. Einigen gehts offenbar nicht mehr um Fußball.

  9. 19.

    Wieso sogar?? ;-)
    Einige Herthaner waren schlechte Verlierer: ein Nebeltopf im Block, Böller in den Strafraum geworfen... Man,man,man...
    Bei Union äußerst schlechte Chancenverwertung: aus 15 Hochkarätern nur 2 Tore - die Tante mit zwei Chancen incl. Abseitstor.

  10. 18.

    Derbysieg! Glückwunsch aus der Mitte der Lausitz! Gut gemacht! Und was Hertha betrifft: Hört endlich auf von Big-City-Club oder von Weltmarke zu reden! Wie es zum Beispiel der Windhorst immer wieder gesagt hat! Am besten wäre es die Zusammenarbeit mit Windhorst zu beenden!

  11. 17.

    Herzlichen Glückwunsch!
    Hertha festigt ihren Platz in der Nähe der Abstiegsplätze.
    Es kann eben nur einen Verein in Berlin geben!

  12. 16.

    Die schönste Nebensache der Welt ist trotzdem nur eine Nebensache. Allein in der 1. Bundesliga treffen in 8 Stadien ca. 300.000 Besucher aufeinander (ohne Spieler, Betreuer, Helfer, Polizei usw.). Und das Woche für Woche. Andererseits werden jetzt selbst kleinste Weihnachtsmärkte abgesagt, die an 3 geplanten Tagen selbst in Spitzenzeiten nur eine 3-stellige Besucherzahl gehabt hätten. Wie soll ich das meinen Kindern erklären? Trotzdem Herzlichen Glückwunsch nach Köpenick.

  13. 15.

    Starker und enorm wichtiger Sieg heute, welcher durch mannschaftliche Geschlossenheit und gnadenloser Zielstrebigkeit erzielt wurde.
    Niemals hatte man während des Spiels das Gefühl dass da etwas kippen könnte. Im Gegenteil, der Zweitore-Sieg war für den Gegner sehr schmeichelhaft.
    Stadtmeisterschaft, Stadtmeisterschaft... :)

  14. 14.

    Beste Grüße und Glückwünsche nach Berlin und Köpenick :)

  15. 13.

    Glückwunsch den Köpenickern.
    Mit schlauen Sprüchen kann Hertha nicht gewinnen.
    Hier zeigt sich wieder mal was ein Spirit so ausmacht.

  16. 12.

    Glückwunsch, der Bessere hat gewonnen. Hertha ist technisch die schlechteste Mannschaft aller 18 Erstligisten, keine 1 Gegner 1 Situationen gewonnen, kein konstruktiver Aufbau. Und dann noch ein Trainer, der sich in einem Derby 90 Minuten auf der Trainerbank versteckt. Das ist übel. Ich dachte der Trainer geht voraus und gibt den Ton an. Das ist jedoch die Falsche Richtung und signalisiert Angsthasenfussball. Adieu Herr Dardai.

  17. 10.

    Nicht immer hilft Marketing, auch wenn sie ungewöhnlich ist

  18. 9.

    Jetzt verliert man sogar das Derby. Welche Argumente hat Dardai noch?

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