Interview | Unions Prömel vor dem Derby - "Die Fans peitschen uns von erster bis letzter Minute voran"

Di 16.11.21 | 17:35 Uhr
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Union Berlins Grischa Prömel bejubelt sein Tor beim Spiel gegen Köln (imago/Revierfoto)
Bild: www.imago-images.de

Es ist Derby-Woche in Berlin! Unions Grischa Prömel spricht im rbb24-Interview über die Stimmung, vergangene Duelle gegen Hertha und die Corona-Infektion von Kevin Behrens. Von Jakob Rüger

rbb|24: Das Derby kennen Sie ja bereits aus den vergangenen Jahren. Wie wichtig ist aus Ihrer Sicht das Spiel für die Fans und spürt man schon so ein bisschen Derby-Feeling in Köpenick?

Grischa Prömel: Ja, es ist natürlich ein immens wichtiges Spiel für den gesamten Verein. Es ist jetzt nicht so, wie beim ersten Derby, dass es in der Stadt schon brodelt. Das hat, glaube ich, auch damit zu tun, dass die Fanszene aller Voraussicht nach nicht mit im Stadion sein wird, was natürlich bedauerlich ist. Aber nichtsdestotrotz sind wir uns bewusst, dass es ein wichtiges Spiel ist für den gesamten Verein. Auch für uns! Wenn man auf die Tabelle schaut, ist es wichtig, dass wir drei Punkte holen.

Wie wichtig sind die Zuschauer? Wie wichtig ist diese Atmosphäre von 22.000 in einem ausverkauften Stadion an der Alten Försterei für so ein Derby?

Unglaublich wichtig! Ich glaube, alle Mannschaften, die schon hier gespielt haben, wissen, dass es nicht einfach ist, gegen Union zuhause zu spielen. Die Fans peitschen uns voran - ob es die erste oder die letzte Minute ist. Dass wir da viel Kraft draus ziehen können, ist auch allen bewusst. Deswegen sind wir natürlich froh, wenn viele da sind. Und dann hoffen wir, dass wir einen Derby-Sieg feiern können.

Das Drumherum ist das eine. Was braucht es auf dem Platz, um das Derby erfolgreich zu bestreiten?

Auf jeden Fall die richtige Einstellung. Eine Leistung, die einfach Union-würdig ist. Also die unser Gesicht zeigt, unsere Mentalität, unsere Organisation, unser schnelles Umschaltspiel. Das wird immens wichtig sein. Darüber hinaus - auch im Vergleich zum letzten Spiel gegen Köln - dass wir mit dem Ball ein bisschen ruhiger sind, ein bisschen präziser, um uns da vielleicht noch die ein oder andere Torchance rausspielen zu können.

Vor dem letzten Derby haben Sie gesagt, es ginge so ein bisschen auch um Wiedergutmachung mit der Mannschaft nach diesen beiden Niederlagen im Olympiastadion. Jetzt ist das letzte Derby 1:1 ausgegangen. Spüren Sie, dass Sie immer noch was wiedergutzumachen haben oder mit welchem Gefühl blickt man auf dieses Spiel?

Nein, wiedergutmachen, glaube ich, nicht unbedingt. Es ist eine neue Saison. Wir haben viele neue Spieler dabei, für die es das erste Berlin-Derby sein wird. Deswegen würde ich da gar nicht den Fokus drauflegen. Es ist für uns einfach ein wichtiges Spiel, das wir gewinnen wollen. Wir werden alles dafür tun, uns dementsprechend vorzubereiten, dass wir am Samstag in einer Top-Verfassung sind und Hertha ärgern können.

Jetzt sind Sie - zumindest was dieses Derby angeht - einer der erfahreneren Spieler. Inwiefern muss man da die Neuzugänge nochmal speziell auf dieses Duell vorbereiten?

Das sind allesamt erfahrene Spieler, die wir in der Mannschaft haben. Bei Union geht es relativ schnell, dass man die Werte vermittelt bekommt und weiß, wofür man kämpft und wofür man spielt. Deswegen glaube ich nicht, dass ich einem Rani Khedira oder einem Andi Vogelsammer, die schon genügend Erfahrung im Profifußball gesammelt haben, großartig sagen muss, wo es am Wochenende lang geht.

Heute gab es noch eine Meldung: Kevin Behrens ist positiv getestet worden auf Corona. Wie sehr beeinflusst das die Vorbereitung auf dieses Spiel?

Der wird uns fehlen, keine Frage! Er war zurzeit auch gut drauf. Immer wenn er gebracht wurde, hat er funktioniert. Hat keine lange Anlaufzeit benötigt. Deswegen ist es natürlich bitter, dass uns da die Option fehlt für das Wochenende. Nichtsdestotrotz haben wir einen großen Kader und müssen das auffangen. Da müssen andere Spieler reinrutschen, die das aber auch können. Ich hoffe natürlich, dass er schnellstmöglich wieder zurückkommt und uns helfen kann. Aber manchmal ist es nicht zu vermeiden, dass man sich infiziert.

Sie haben gesagt, dass es keine Überraschung ist, dass es irgendwann mal kommt und jemand in der Mannschaft positiv getestet wird, bei den Zahlen, die gerade so in die Höhe schnellen, oder?

Ja, definitiv. Wir probieren natürlich alles, um unnötigen Kontakt zu vermeiden und uns einfach an alle Vorschriften zu halten, weil wir uns natürlich auch der Konsequenzen bewusst sind. Wenn du dich infizierst, bist du erstmal eine Zeit lang raus, weißt nicht, wie lange es dauert und musst dann gegebenenfalls ein bisschen was aufholen, was du an Trainingseinheiten verpasst hast. Deswegen sind wir glaube ich alle ganz gut damit beraten, große Menschenansammlungen zu meiden.

Sendung: rbb UM6, 16.11.2021, 18:00 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Zitat: "Für den Heimvorteil haben es tatsächlich irgendwelche Seilschaften geschafft, die Genehmigung für 100% Stadionauslastung auszuklüngeln."

    Anstatt irgendwelchen Verschwörungstheorien anzuhängen, sollten Sie einen Blick in die aktuell gültige Infektionsschutzmaßnahmenverordnung des Berliner Senats werfen. Unter Anwendung der 2G-Regel sind diese Art von Freiluftveranstaltungen ohne Zuschauerbegrenzung möglich, da wurde nichts "seilschaftlich" geklüngelt.

    Und auch wenn nicht wenige Herthaner glauben, ja sogar unablässig behaupten, Geisel würde sich persönlich dafür einsetzten den FCU zu bevorzugen und Hertha zu benachteiligen, entspricht das nicht der Realität, Stefan.

  2. 3.

    Von Union habe ich während der gesamten Corona-Krise niemals etwas Verantwortungsvolles zum Thema Infektionsschutz gehört, aber das ist jetzt der Gipfel. Für den Heimvorteil haben es tatsächlich irgendwelche Seilschaften geschafft, die Genehmigung für 100% Stadionauslastung auszuklüngeln. In einer Situation, in der man sich fragen muss, wann wieder flächendeckend die Schulen schließen. Und falls jetzt wieder irgendwer Schnappatmung bekommt: Das hätte ich bei Hertha genauso geschrieben, und natürlich müsste bei begrenzter Stadionauslastung auch das Gästekontigent reduziert werden. Wie irrational muss Fußball eigentlich sein?

  3. 2.

    Seit dem Tusche und Co.weg sind ist es fuer die Unionspieler nur noch ein "wichtiges Spiel"...nichts ist geblieben vom Kampf bis zum Umfallen gegen die ollen Herthaner, Mist!

  4. 1.

    Ein Satz, den so gut wie jeder Fußballer in Interviews sagt oder sagen würde. Aber wir wissen ja mittlerweile, dass Unioner ganz besondere Fans sind und diese "Komplimente" brauchen und ernst nehmen.

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