Vereinzelte Angriffe auf Polizisten - Insgesamt 321 Festnahmen rund um das Spiel Union Berlin gegen Feyenoord

Fr 05.11.21 | 14:17 Uhr | Von Ilja Behnisch
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Fußballfans zünden am 04.11.2021 vor dem Spiel 1. FC Union gegen Feyenoord Rotterdam Bengalos in Berlin-Mitte. (Quelle: rbb/Tom Kölm)
Video: Abendschau | 04.11.2021 | Uri Zahavi | Bild: rbb/Tom Kölm

Vor dem Fußball-Spiel zwischen Union Berlin und Feyenoord Rotterdam ist es in Berlin zu Zwischenfällen gekommen. Insgesamt nahm die Polizei am Spieltag 182 Menschen fest, am Tag zuvor 139 Personen. Nach dem Abpfiff blieb es aber ruhig.

Im Vorfeld des Conference League-Spiels zwischen Fußball-Bundesligist Union Berlin und Feyenoord Rotterdam (1:2) im Berliner Olympiastadion ist es im gesamten Stadtgebiet zu vereinzelten Zwischenfällen gekommen.

Insgesamt nahm die Polizei am Spieltag 182 Menschen wegen verschiedener Vergehen fest. Unter anderem seien Strafermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Landfriedensbruches, des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte, der gefährlichen Körperverletzung, des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet worden. Das gab die Polizei in einer Bilanz am Freitag bekannt.

Bereits am Donnerstagnachmittag war es vor allem in Berlin Mitte, rund um den Hackeschen Markt, den Alexanderplatz und den Rosa-Luxemburg-Platz zu Ansammlungen von Feyenoord-Anhänger gekommen. Dabei sei vereinzelt Pyrotechnik gezündet sowie Polizeikräfte mit Flaschenwürfen angegriffen worden. Vor Ort habe es entsprechende Sicherungsverwahrungen gegeben, so Polizeisprecher Thilo Cablitz gegenüber dem rbb.

Mehrere Vorfälle an U-Bahnhöfen

Auch bei der Anreise zum Olympiastadion war es zu Zwischenfällen gekommen. Mehrere Bahnhöfe der Linie U2 waren durch den Einsatz von sogenannten Nebeltöpfen komplett verraucht. Zudem musste am U-Bahnhof Alexanderplatz ein kompletter Zug ausgetauscht werden, nachdem eine Tür zerstört worden war. Die Polizei twitterte dazu: "Einsatzkräfte bleiben an den Gruppen dran, um Straftäter zu ermitteln und festzunehmen."

Am Olympiastadion selbst blieb es hingegen vergleichsweise ruhig. Zwar seien nicht alle Feyenoord-Anhänger mit der U-Bahn angereist, wie es das Sicherheitskonzept von Verein und Berliner Polizei vorgesehen habe, aber dies seien nicht die Personen, "um die man sich Sorgen mache", wie Polizeisprecher Cablitz gegenüber dem rbb sagte.

Keine größeren Vorkommnisse nach dem Spiel

Durch die gründliche Kontrolle an den Eingängen zum Olympiastadion hätte sich der Einlass zwar etwas verzögert, so Beobachter vor Ort, jedoch war demnach die Stimmung insgesamt einigermaßen ruhig und gesittet. Dennoch wurde die Polizei auch hier tätig. "Eine Person wurde nach Abbrennen einer Signalfackel festgenommen, zwei weitere wegen Widerstands tätlichen Angriffs auf Einsatzkräfte", twitterten die Sicherheitskräfte am Donnerstagabend über Vorfälle in einer Zufahrtsstraße östlich der Arena.

Direkt nach dem Spiel ist es laut Polizei zu keinen weiteren Ausschreitungen gekommen. "Der Abmarsch verlief ruhig", hieß es am frühen Freitagmorgen. Die Fanlager seien dafür getrennt worden. Die Polizei hatte das Hochrisikospiel am Donnerstagabend mit rund 2.000 Beamten begleitet.

139 Festnahmen am Mittwoch

Am Tag vor dem Spiel wurden laut Polizei insgesamt 139 Personen festgenommen. Auch das gab die Polizei am Freitag bekannt. Wie am Spieltag seien die Gründe dafür unter anderem Verdacht des Landfriedensbruches oder des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte gewesen.

Bereits am Mittwochmorgen gingen die Bilder der besprühten East Side Gallery durch die Medien: In der Nacht zu Mittwoch hatten Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma zwei vermummte Männer beobachtet, die die Mauerteile beschmierten. Die alarmierten Einsatzkräfte stellten einen rund 18 mal zwei Meter großen "Feyenoord"-Schriftzug fest. Die Polizei nahm in der Folge zwei Tatverdächtige fest. Im Verlaufe des Mittwochs wurde der Schriftzug mehrfach übersprüht.

Sendung: Inforadio, 4.12.2021, 22.15 Uhr

Beitrag von Ilja Behnisch

15 Kommentare

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  1. 15.

    Weil es zu klein ist und nicht den Anforderungen der UEFA entspricht. Ansonsten, ja, in einem solchen Pulk Unioner ist es unangenehm wenn man nicht dazu gehört. Die sind sehr abstoßend.

  2. 14.

    Kriegsähnliche Szenarien ? Die Unioner sind ganz normal und friedlich zur S-Bahn Station gelaufen. Ohne Pyro ohne Provokationen. Wenn man Angst vor großen Menschenansammlungen hat sollte man vielleicht nicht in die Großstadt ziehen.
    Und das S-Bahn Chaos entsteht ja nicht dadurch dass Leute Sport schauen wollen sondern dass keine zusätzlichen S-Bahnen zur Verfügung gestellt werden.

  3. 13.

    na da würde mich mal stark interessieren was da gesungen worden sein soll. Ich gehe seit über 20 Jahren ins Stadion und habe derart Liedgut da noch nie gehört

  4. 12.

    Finde die Bilder vom Hackeschen Markt jetzt nicht so "im Sinne der okayen Stimmung", aber vielleicht täuscht das auch. Bin allerdings eh noch bedient davon, als ich auf der Ringbahn Richtung Westkreuz in ein Waggon voller Unionfans geriet und antisemitisches Liedgut geboten bekam. Mir ist immer noch schlecht davon. Warum spielen die denn eigentlich nicht in ihrem eigenen Stadion?

  5. 10.

    Man könnte auch mal darüber nachdenken die Spiele ohne Gästefans stattfinden zu lassen. Dauerhaft. Die Theater gibt's nur noch beim Fußball

  6. 8.

    321 Festnahmen bei einem fussballspiel! Aber wenn am 1.Mai oder Haus räumungen die Horden durch Berlin ziehen sind es weit weniger Festnahmen. Ach ja fussballfans sind Verbrecher hab ich vergessen.

  7. 7.

    Eine erstklassige Aussage (...Silvester...), aber so ist das mit der Argumentation!Wichtig ist, man bringt seine eigenen Ansichten unter. Da gelten natürlich keine anderen Meinungen. Wir sind doch alle so tolerant ;-))

  8. 6.

    Ich sass 30 min in der S-Bahn fest, meine Freundin berichtete mir vom kriegsähnlichen Szenario auf der Warschauer Brücke und ich fuhr ängstlich - und dadurch zu spät- zum Spiel der Eisbären.
    Diese Leute nehmen zu viel Platz ein, schädigen andere. Es ist eine Unverschämtheit, dass solche Polizei- Einsätze finanziert werfden müssen, weil diese Leute sich ausleben.

  9. 5.

    Solche Spiele dürfen erst garnicht stattfinden.

  10. 3.

    Eine Schande mehr für den Fussball und seine Fans.
    Da kann man keinerlei Verständnis aufbringen.

  11. 2.

    Was für eine Aussage des Reporters, das Abbrennen von Pyrotechnik und Nebeltöpfen am Hackeschen Markt war noch ganz okay. Denke der Herr sollte sich mal schlau machen welchen Gefahren dabei entstehen und dann in einer Menschenmenge.
    Das war wohl extrem daneben dir Aussage.

  12. 1.

    Hat das noch irgendetwas mit Sport zu tun ? Abgesehen von den Einsatzkosten und den Gefahren für Polizeibeamte, Ordnungskräfte und unbeteiligte Personen.

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