1:1-Unentschieden - Viktoria Berlin verpasst wichtigen Heimsieg gegen Würzburg

So 21.11.21 | 15:45 Uhr | Von Jakob Lobach
Viktorias Björn Jopek im Zweikampf mit Würzburgs Mirnes Pepic (Quelle: IMAGO / Jan Huebner)
Quelle: IMAGO / Jan Huebner
Audio: Inforadio | 21.11.2021 | Stephanie Baczyk | Bild: Quelle: IMAGO / Jan Huebner

Viktoria Berlin verpasst den Befreiungsschlag in der dritten Liga. Trotz eines spielbestimmenden Auftritts und zahlreicher Torchancen kam die Mannschaft gegen kriselnde Würzburger Kickers nicht über ein Unentschieden hinaus. Von Jakob Lobach

Der Fußball-Drittligist Viktoria Berlin ist in seinem Heimspiel gegen die Würzburg Kickers nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus gekommen. Gegen die zuletzt von Coronafällen gebeutelten Gäste waren die Berliner zwar die eindeutig spielbestimmende Mannschaft, in ihren Angriffen und Abschlüssen vor dem Tor jedoch nicht konsequent genug.

Die Voraussetzungen vor dem Spiel waren für beide Mannschaften, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen, nicht ideal. Während die Gäste aus Würzburg zuletzt von gleich fünf Coronafällen und anderweitig erkrankten Spielern geplagt und ausgebremst wurden, waren die Herausforderungen Viktorias sportlicher Natur. Nur vier Punkte hat die zuvor so gut in die Saison gestartete Mannschaft von Trainer Benedetto Muzzicato in den letzten sieben Regionalligaspielen geholt. "Im letzten Drittel fehlt der Killerinstinkt, die Leichtigkeit, die uns zu Saisonbeginn ausgezeichnet hat", lautete Muzzicatos Erklärung im Vorfeld der Partie.

Frühe Würzburger Führung

Und auch am Sonntag waren es dann zunächst die Gäste aus Franken, die mit Leichtigkeit in Spiel starteten. Keine zehn Minuten waren absolviert, als die Kickers nach einem Ballgewinn im Mittelfeld Dildar Atmaca auf der rechten Seite fanden und der Viktorias Alexander Hahn mit einer Körpertäuschung ins Leere laufen ließ. Einen Pass ins Zentrum und einen Schuss des dort wartenden Mirnes Pepic ins lange Eck später lagen die Berliner Gastgeber mit 0:1 im Hintertreffen.

Und auch im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit hatte der Zweitliga-Absteiger aus Würzburg, der nun auch in der Dritten Liga im Abstiegskampf steckt, die besseren Torchancen. Zwar machte Viktoria gegen die tief stehenden Gäste spätestens ab der 20. Minute zunehmend das Spiel, wirklich gefährlich wurde es aber zumeist vor dem aus Viktorias Sicht eigenen Tor. Einzige Ausnahme: Ein Angriff in der 30. Minute, bei dem sich die Berliner gut in den Strafraum zum frei vor dem Würzburger Torwart Hendrik Bonmann stehenden Shalva Ogbaidze kombinierten. Weil Ogbaidze in der Folge allerdings erst seinen in der Mitte noch freier stehenden Mitspieler, der den Ball nur noch hätte einschieben müssen, nicht sah und dann mit seinem Schuss an einem tollen Reflex von Bonmann scheiterte, blieb es zur Pause beim 0:1-Rückstand.

Viktoria dominant in Halbzeit zwei

Die zweite Halbzeit war dann zunächst wie eine Bestätigung der Einschätzung, die Benedetto Muzzicato vor dem Spiel zu Protokoll gegeben hatte: Viktoria hatte nun noch mehr Ballbesitz als in Halbzeit eins und machte weiterhin das Spiel, ließ allerdings die nötige Durchschlagskraft und eben die besagte Leichtigkeit auf dem Weg zum und vor dem gegnerischen Tor vermissen. Symbolisch hierfür: Eine Chance durch Lucas Falcao, der in der 60. Minute einen gut heraus gespielten Schuss aus aussichtsreicher Position Position zu schwach und dazu genau auf den Torwart setzte.

Aber die Berliner blieben dran und drückten die Würzburger Stück für Stück immer weiter erst in die eigene Hälfte und dann in den eigenen Strafraum. Zusätzlich beleben wollte Benedetto Muzzicato das Offensivspiel dann mit den Einwechsellungen von Pasqual Verkamp und Tolcay Cigerci, der nach seiner Fußverletzung sein lange herbeigesehntes Comeback gab. Und Muzzicatos Plan ging auf. In Minute 75 und somit keine fünf Minuten nach der Hereinnahme von Cigerci holte Verkamp einen Foulelfmeter heraus, dessen Ausführung Cigerci sich anschließend annahm. Kompromisslos und gut platziert schoss Cigerci den Ball zum 1:1 ins Würzburger Tor. Für Viktorias Mittefeldmann, der das Spiel der Berliner prägt wie kaum ein anderer, war es der schon siebte Treffer im zwölften Saisonspiel.

Ausbleibende Schlussoffensive

Die ganz große Schlussoffensive blieb in Folge des Ausgleichstreffers allerdings aus. Während die Würzburger sich mit einem Punkt zufriedenzugeben schienen, waren auch Viktoria der unbedingte Wille, vielleicht auch die nötige Kraft, um noch den Siegtreffer zu erzielen, nicht anzumerken. Eine letzte Chance auf das 2:1 bekamen die Gastgeber kurz vor Schluss aber dennoch.

In der dritten Minute der Nachspielzeit pflückte abermals Cigerci einen langen Ball gut aus der Luft und ließ seinen Gegenspieler schön aussteigen, ehe er kraftvoll abschloss. Weil aber Hendrik Bonmann im Würzburger Tor seinen Arm rechtzeitig hochriss und parierte, blieb es beim 1:1-Unentschieden. So stand am Ende ein Punkt für beide Mannschaften, mit dem die spielbestimmende Viktoria allerdings ungleich unzufriedener sein dürfte als ihre Würzburger Gäste.

Sendung: rbb UM6, 21.11.2021, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Lobach

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