Union Berlin vor Partie in Haifa - Der Gruppenletzte geht als Favorit ins entscheidende Europapokal-Spiel

Mi 24.11.21 | 21:35 Uhr
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Awoniyi und Voglsammer beim Training
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Audio: Inforadio | 24.11.2021 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

Nach dem gewonnenen Hauptstadtderby geht Union Berlin selbstbewusst ins Auswärtsspiel bei Maccabi Haifa. Am Donnerstag müssen die Köpenicker dort gewinnen, um weiterhin die realistische Chance auf die K.o.-Runde zu wahren. Von Shea Westhoff

Der 1. FC Union Berlin kann das Weiterkommen in der Europa Conference League noch aus eigener Kraft schaffen. Das ist die gute Nachricht für den Köpenicker Fußballverein. Beim Auswärtsspiel gegen Maccabi Haifa am Donnerstag (18:45 Uhr) braucht Union allerdings einen Sieg, um eine realistische Chance auf den Einzug in die K.o.-Runde zu wahren. Nach zwei Niederlagen gegen Feyenoord Rotterdam steht die Mannschaft von Urs Fischer momentan auf dem letzten Tabellenplatz.

Das Personal

Die Personalsituation ist angespannt. Kapitän Christopher Trimmel und Cedric Teuchert fehlen rotgesperrt - eine Folgelast aus der Schlussphase des Heimspiels gegen Feyenoord Rotterdam, in der Trimmel mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen wurde und Joker Teuchert wegen einer Tätlichkeit glatt Rot sah. Angreifer Kevin Behrens befindet sich nach seiner Corona-Erkrankung nach wie vor in Quarantäne.

Die Form

Nach zuvor drei sieglosen Spielen war den Unionern am Samstag gegen Hertha ein Sieg geglückt, samt überzeugender Vorstellung. In der Defensive schnitten die Köpenicker den Herthanern früh die Zuspielmöglichkeiten ab und waren in der Offensive engagiert und effizient. Es sind gute Voraussetzungen für ein Auswärtsspiel, bei dem Gegner Maccabi genau wie Union voll auf Sieg spielen wird.

Dass der international bislang zweimal erfolgreiche Kevin Behrens coronabedingt fehlen wird, ist für Union ein Nachteil. Allerdings bewies die Mannschaft in der laufenden Saison mehrfach, dass ihr Potenzial in der Offensive breit gestreut ist. Andreas Voglsammer traf im Hinspiel gegen Haifa ebenso Taiwo Awoniyi, dessen Darbietungen aktuell ohenhin über jeden Zweifel erhaben sind. Überdies zeigte Nico Gießelmann zuletzt gegen Hertha wieder seine Offensivqualitäten und bereitete beide Treffer vor.

Der Gegner

Der amtierende israelische Meister kämpft wie Union Berlin ums Weiterkommen in Gruppe E. Dort steht Maccabi Haifa auf dem dritten Platz, hat bislang einen Punkt mehr gesammelt als die Berliner. Beim Auswärtsspiel im Olympiastadion fing Haifa gleich drei Tore - ansonsten stand die Defensive in der Gruppenphase aber stabil: In den anderen drei Partien kassierte Maccabi lediglich einen weiteren Treffer.

Haifas Offensive agierte im Hinspiel gegen Union hingegen über weite Strecken ideenlos, brachte die Berliner Abwehrreihe selten in Schwierigkeiten. Gleichwohl: Mit Omer Atzili und Dolev Haziza muss sich Unions Verteidigung auf zwei Außenangreifer einstellen, die zumindest in der israelischen Liga derzeit in bestechender Form sind.

Trainer Urs Fischer betonte am Mittwoch auf der Pressekonferenz in Israel: "Haifa ist schwer ausrechenbar. Der Trainer wechselt auch immer gerne die Taktik." Vor allem zu Hause mache Haifa seine Sache gut. "Sie werden uns das Leben schwer machen."

Unioner im Fokus

"Unser Ziel ist es, in die nächste Runde zu kommen. Wir müssen noch zwei Spiele gewinnen", sagte Genki Haraguchi zu Wochenbeginn über Unions Ambitionen im Europapokal. Der Japaner steht mit seinen seit Wochen guten Leistungen für die sportlichen Entwicklungen des Ostberliner Vereins, die vor der Saison so wohl niemand absehen konnte.

Der Mittelfeldspieler kam in allen 19 Pflichtspielen in Meisterschaft, DFB- und Europapokal zum Einsatz. Gemeinsam mit Grischa Prömel und Rani Khedira verrichtete Haraguchi im Zentrum die zweikampfintensive Basisarbeit, die selten spektakulär war, aber eine wichtige Grundlage für Unions Erfolg darstellte.

Besonderheiten

Am Rande des Hinspiels im Olympiastadion war es nach Polizeiangaben zu antisemitischen Übergriffen gegen Maccabi-Fans gekommen, offenbar wurden diese bedroht und beleidigt. Insbesondere vor diesem Hintergrund ist es als wichtige Geste zu werten, dass eine Union-Delegation vor der Partie einen Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem plant, wie die Bild-Zeitung vermeldete.

Sendung: Inforadio, 24.11.2021, 19:15 Uhr

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  1. 1.

    @rbb: Anpfiff ist um 18:45 Uhr, nicht erst um 19:30 Uhr.

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