29:33 gegen den Tabellenführer - Füchse Berlin ohne Chance bei Magdeburger Handball-Gala

Sa 13.11.21 | 19:58 Uhr
Füchse-Keeper Milosavljev im Duell gegen Magdeburg. / imago images/Contrast
Video: rbb|24 | 13.11.2021 | Torsten Michels | Bild: imago images/Contrast

Bitterer Abend für die Füchse: Der Tabellenzweite unterlag Spitzenreiter Magdeburg im Topduell der Handball-Bundesliga mit 29:33 (14:19). Die Berliner machten viel zu viele Fehler - und hatten dem spielerischen Glanz des Gegners nichts entgegenzusetzen.

Es war das Spiel des Zweiten gegen den Ersten - doch an diesem Samstagabend lagen phasenweise Handball-Welten zwischen den beiden Teams: Die Füchse Berlin verloren das Spitzenspiel vor 7.200 Zuschauern in der unter Corona-Bedingungen ausverkauften Max-Schmeling-Halle mit 29:33 (14:19) gegen den SC Magdeburg. Es war drei Tage nach dem 23:28 in Flensburg die zweite Topspiel-Pleite in Folge für den Hauptstadtklub, der zuvor mit acht Siegen und einem Unentschieden einen furiosen Start in die Saison hingelegt hatte.

Schwerer Start

Trainer Jaron Siewert musste wie schon in Flensburg auf zwei deutsche Nationalspieler verzichten: Paul Drux und Fabian Wiede saßen - in blauem Anzug statt in grüner Spielkleidung - hinter der Bank auf der Tribüne. Zudem fehlte kurzfristig auch noch der spanische Abwehrspezialist Viran Morros. Und die drei Leistungsträger erlebten als Zuschauer, wie sich ihr Team zu Beginn schwertat. Immer wieder verhedderten sich die Berliner in der dichten Magdeburger Defensive, verloren den Ball - und die Gäste stürmten zu leichten Gegenstoß-Treffern.

Die Folge: Ein 3:7-Rückstand für die Füchse (7.). Es war ein frühes Statement des Spitzenreiters. Die Füchse ließen sich davon jedoch nicht entmutigen. Nach einer Viertelstunde hatten sie sich wieder bis auf zwei Tore herangekämpft (8:10). Die Hausherren standen nun stabiler am eigenen Kreis, der - an diesem Abend sonst oft glücklose - Keeper Dejan Milosavljev parierte gleich mehrfach stark und auch vorne nutzen sie ihre Chancen. Wirklich bremsen konnten die Berliner Magdeburg aber damit nicht.

Magdeburger Flugshow

Denn es waren allenfalls kurze Phasen der Augenhöhe. Der Tabellenführer spielte dominant - und er traf eiskalt und sehenswert. Ein Paradebeispiel des handballerischen Glanzes zeigte Magdeburg in der 24. Minute: Kay Smits flog in den Kreis, erhielt das perfekt getimte Kempa-Anspiel von Lukas Mertens - und vollendete die spektakuläre Show zur Fünf-Tore-Führung (11:16). Die im eigenen Spiel zu oft fehlerhaften Füchse waren nur staunende Zuschauer einer meisterlichen Machtdemonstration. Zur Pause lagen sie mit 14:19 zurück.

Die Berliner brauchten nun ein kleines Handball-Wunder - doch dieses blieb aus. Im Gegenteil: Tor um Tor zogen die Gäste aus Sachsen-Anhalt weiter davon. Fast kein Fehler der Füchse blieb unbestraft. Nach 44 Minuten traf Magnus Saugstrup und Magdeburg führte mit zehn Toren. Bitter zudem: Rückraumspieler Nils Lichtlein verletzte sich ohne gegnerische Einwirkung am rechten Sprunggelenk und musste mit schmerzverzerrtem Gesicht aus der Halle getragen werden.

Späte Schadensbegrenzung

Es drohte nun ein Debakel für die Füchse. Doch als das Spiel längst verloren war, bäumten sie sich noch einmal auf - und schafften so an einem für sie bitteren Handball-Abend zumindest die Schadensbegrenzug. Aus dem Zehn- wurde noch ein Vier-Tore-Rückstand. "Man muss fair sein und Magdeburg gratulieren, sie waren das bessere Team. Man kann unserer Mannschaft überhaupt keinen Vorwurf machen, aber es waren einfach zu viele einfache Fehler", analysierte der verletzte Kapitän Paul Drux nach dem Spiel in der ARD.

Sendung: rbb UM6, 13.11.2021, 18:15 Uhr

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