2:1-Erfolg gegen RB Leipzig - Union springt auf Champions-League-Platz

Fr 03.12.21 | 22:24 Uhr
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Unions Timo Baumgartl jubelt über seinen Treffer gegen RB Leipzig
Audio: Inforadio | 3.12.2021 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

Der 1. FC Union Berlin hat mit 2:1 gegen Vizemeister RB Leipzig gewonnen und damit vorerst Platz vier in der Fußball-Bundesliga erobert. In einer spielerisch überschaubaren Partie überzeugten die Berliner dabei vor allem bei Eckbällen.

Zum Auftakt des 14. Spieltags in der Fußball-Bundesliga hat der 1. FC Union Berlin mit 2:1 (1:1) gegen RB Leipzig gewonnen. Die Tore im mit 13.506 Zuschauern ausverkauften Stadion An der Alten Försterei erzielten Taiwo Awoniyi (6. Minute) und Timo Baumgartl (57.) für Union sowie Christopher Nkunku (13.) für Rasenballsport Leipzig. Durch den Heimsieg klettert die Mannschaft von Trainer Urs Fischer vorerst auf den vierten Tabellenplatz, der am Saisonende zur Teilnahme an der Champions League berechtigen würde.

Der Spielverlauf

Union erwischte einen Traumstart und ging mit der ersten Chance des Spiels direkt in Führung. In Folge einer zunächst kurz ausgeführten Ecke konnte Berlins Rechtsverteidiger Julian Ryerson ungehindert flanken, Timo Baumgartl den folgenden Kopfball ungehindert in Richtung Tor bringen und Taiwo Awoniyi sich im Duell mit Leipzigs Josko Gvardiol körperlich robust durchsetzen und den Ball aus wenigen Metern über die Linie bringen.

Weitere sechs Minuten später dann hätte das 2:0 für Union fallen müssen, als Max Kruse eine Hereingabe von Sheraldo Becker freistehend und aus zehn Metern neben das Tor setzte. Stattdessen erzielte Leipzigs Christopher Nkunku im direkten Gegenzug und dank eines Torwartfehlers von Unions Andreas Luthe das 1:1. Der Aufsetzer Nkunkus aus rund 25 Metern war an sich kaum gefährlich, wurde von Luthe jedoch völlig falsch eingeschätzt und fand so seinen Weg ins Tor.

Union verpasst die frühe Vorentscheidung

Das Spiel blieb auch in der Folge ausgeglichen und auf überschaubarem, fußballerischem Niveau. Viele Zweikämpfe und wenig Spielfluss prägten das Geschehen. Auch nach der Halbzeitpause. So durfte es nicht sonderlich verwundern, dass das 2:1 für Union erneut in Folge einer Ecke fiel. Die flach ausgeführte Variante mündete in einem abgefälschten Schussversuch Max Kruses, der seinen Weg schließlich direkt vor die Füße von Timo Baumgartl fand.

Der aufgerückte Innenverteidiger hatte anschließend aus drei Metern keine Mühe, sein erstes Bundesliga-Tor für die Berliner zu erzielen. Im mehr und mehr einsetzenden Berliner Schneeregen behielt Union anschließend defensiv den Durchblick, während Leipzig zunehmend ratlos wirkte. Statt einer Schlussoffensive des amtierenden Vizemeisters hatte Union mehrere Chancen auf das vorentscheidende 3:1, verpasste in Person der eingewechselten Genki Haraguchi (82.) und Kevin Behrens (83.) fast schon sträflich, aber ohne von Leipzig bestraft zu werden.

Die Kurzanalyse

Mutig müsse man sein gegen Leipzig, hatte Union-Trainer Urs Fischer unmittelbar vor dem Spiel gesagt und damit wohl vor allem seine Aufstellung gemeint. Mit Sheraldo Becker für Genki Haraguchi wagten die Berliner jedenfalls nominell mehr Offensive als zuletzt, da die Angriffsbemühungen zumeist allein auf den Schultern von Max Kruse und Taiwo Awoniyi lasteten.

Die Hereinnahme Beckers sollte sich auch als gute Idee erweisen. Der Niederländer tauchte mal auf dem linken, mal auf dem rechten Flügel auf, suchte immer wieder Tiefenläufe und stresste die Leipziger Abwehr so ein ums andere Mal. Das Zusammenspiel der kongenialen Duos Kruse/Awoniyi funktionierte unbenommen davon weiterhin tadellos.

Sonst jedoch gelang Union aufgrund vieler technischer Ungenauigkeiten wenig. Auch defensiv passte nicht alles, trotz des insgesamt wenig überzeugenden Vortrags der Leipziger kamen die Gäste immer wieder recht einfach in Strafraumnähe. Immerhin schaffte es Union dabei fast immer, noch gerade so ein Bein dazwischen zu bekommen, ehe wirkliche Gefahr aufkommen konnte. Unter dem Strich also ein klassischer Arbeitssieg mit Dank an die Extra-Trainingsstunden bei Eckbällen.

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb24, 3.12.2021, 22 Uhr

8 Kommentare

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  1. 8.

    Innerhalb von zwei Wochen zwei Konstrukte aus dem Stadion gefegt und das auch noch hochverdient. Stark!
    Es bleibt dabei, man muss sich schon gehörig die Augen reiben, ob der Raffinesse und Leidenschaft, welche da Woche für Woche präsentiert wird.
    u.n.v.e.u.

  2. 7.

    Kiek an - Endlich steht Berlin auf nem Champions-League-Platz - ganz ohne Windhorst-Millionen.^^
    Vermutlich nur für eine Nacht, aber wirklich bemerkenswert was Urs Fischer mit dem 1. FC Union Berlin bislang erreicht hat - von der 2. Liga bis hierhin, mit zum Teil Spielern die anderswo aussortiert wurden.

  3. 6.

    Glückwunsch aus der Lausitz! Drei weitere Punkte für das große Saisonziel erneuter Klassenerhalt! Weiter so!

  4. 5.

    Glückwunsch an die Eisernen! Spielfreude schlägt Kapital!
    Mit den Hinweis auf den zeitweilige Tabellenplatz bereits in der Überschrift werden aber Erwartungen suggeriert, die doch zwei NNummernzu groß erscheinen. Der Spieltag ist der höheren TV-Erlöse wegen zersplittert und abgerechnet wird eh erst am Schluß.

  5. 4.

    Einfach unglaublich, es sieht wirklich grad so aus als ob Berlin auch nächstes Jahr wieder international spielt. Ist eigentlich schon ein Denkmal für Urs Fischer geplant?

  6. 3.

    Das war also ein "Arbeitssieg", noch dazu gegen den Vizemeister der Vorsaiso- ich fass' es nicht!!
    Und "spielerisch überschaubar"?????
    Ich habe heute live ein mitreißendes Fussballspiel sehen dürfen! Dank an die Mannschaft und den Trainer!!!

  7. 2.

    Wieder 2 : 1 gegen dieses Kunstprodukt, kann man sich dran gewöhnen. Gut für den Brauseverein, dass an diesen Spielern Bayern wohl kaum noch Interesse hat.

  8. 1.

    Glückwunsch an Union!!! - TOP

    Von einem eigentlich Blau Weißen Fan

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