Dämpfer für Korkut - Hertha verliert deutlich gegen Mainz 05

Di 14.12.21 | 23:08 Uhr
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Mainz gegen Hertha
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Audio: Inforadio | 15.12.2021 | Guido Ringel | Bild: imago images/Jan Huebner Download (mp3, 3 MB)

Hertha BSC kassiert eine herbe Niederlage gegen 1. FSV Mainz 05. Die Mannschaft von Tayfun Korkut war eigentlich nach Mainz gereist, um ihren zaghaften Aufwärtstrend zu bestätigen. Doch die Abwehr erlaubte sich zu viele Aussetzer.

Hertha BSC hat am 16. Spieltag der Fußball-Bundesliga eine herbe Pleite kassiert. Im Auswärtsspiel gegen 1. FSV Mainz setzte es am Dienstagabend eine 0:4-Niederlage. Die Tore für die Rheinhessen erzielten Lee (19. Minute), Hack (41.), Widmer (49.) und Boetius (80.).

Widmer steht völlig frei im Sechzehner

Das Spiel bei den heimstarken Mainzern sollte eine Antwort darauf liefern, ob der überzeugende Sieg gegen Arminia Bielefeld in der Vorwoche tatsächlich eine Trendwende bedeutete oder ob die Herthaner gegen die Ostwestfalen eher einen zwischenzeitlichen Gute-Laune-Erfolg abgestaubt hatten – beim Tabellenvorletzten.

Gegen Mainz veränderte Korkut die Anfangsformation im Vergleich zur Partie gegen Bielefeld nur auf einer Position: Lucas Tousart startete für Marco Richter im Mittelfeld. Im Sturm setzte der Trainer erneut auf das Duo Stevan Jovetic und Ishak Belfodil, das in den vorigen beiden Bundesligapartien so gut harmoniert hatte.

Die Hausherren begannen drückend, allerdings ohne nennenswerte Torgelegenheit. Die in die Defensive gedrängte Hertha stemmte sich den Mainzern kraftvoll entgegen. Das funktionierte bis zur 19. Minute, als die Gastgeber die erste zwingende Offensivaktion einleiteten. Diese mündete direkt in einen Treffer: Moussa Niakhaté flankte von der rechten Seite auf den langen Pfosten zum allein gelassenen Silvan Widmer. Der leitete per Kopf zielgenau weiter auf Jae-sung Lee, der ebenfalls mit einem Kopfball die Führung klarmachte.

Zweiter Treffer ebenfalls nach Flanke

Das in den letzten beiden Spielen über weite Strecken wohlorganisierte Hertha-Spiel wirkte plötzlich labil und fahrig. In der 23. Minute kamen die Mainzer zu mehreren Abschlüssen im Berliner Strafraum. Nachdem Dedryck Boyata und Darida sich jeweils erfolgreich in die Schusslinie geworfen hatten, kam Widmer an den Ball und setzte diesen aus 16 Metern nur knapp am Gehäuse vorbei.

Aufsehen erregte die Auswechslung des Mannes der Stunde: Bereits in der 31. Minute ging Stevan Jovetic vom Platz, in den vergangenen beiden Partien hatte er dreimal getroffen. Der Montenegriner hatte sich ohne Fremdeinwirkung eine Verletzung zugezogen, offenbar am Knie. Für ihn kam Davie Selke. Der sorgte gleich für die erste Chance der Gäste: relativ unbedrängt köpfte er aus sieben Meter knapp über das Tor von Robin Zentner.

Das 2:0 für die Mainzer folgte einer ähnlichen Dramaturgie wie das erste Tor: Von halbrechter Position flankte Anton Stach auf Alexander Hack, der vorher auf der linken Strafraumseite bereits heftig gestikulierend darauf aufmerksam gemacht hatte, dass sich offenbar kein Herthaner für ihn verantwortlich fühlte. Der Ball landete nach einem Aufsetzer bei ihm, Hack hatte genug Zeit, um genau Maß zu nehmen, er schoss letztlich unhaltbar ins lange Eck.

Die Entscheidung fällt früh in der zweiten Hälfte

In der Halbzeitpause wechselte Korkut Marco Richter für Deyovaisio Zeefuik ein, dazu kam Routinier Kevin-Prince Boateng für Tousart. Doch auch die frischen Kräfte konnten einer sehenswerten Mainzer Kombination nichts entgegensetzen: Aaron Martin Caricol bekam den Ball auf der linken Seite nahe der Grundlinie und bediente mit scharfer Hereingabe den in den Fünfmeterraum rauschenden Widmer. Der Verteidiger nickte kraftvoll ein in den Winkel zum 3:0.

In der 56. Minute verließ Herthas Mittelfeldstratege Suat Serdar den Platz, er hatte sich wohl am Knie verletzt, für ihn kam Maolida. Zehn Minuten später holte Korkut Angreifer Ishak Belfodil vom Feld, für ihn kam Krzysztof Piatek. Dass mit Serdar und Belfodil zwei der Überflieger der letzten beiden Spiele kapitulieren mussten, stand dann auch sinnbildlich für den Abend.

In der 80. Minute versäumte Boateng, an der eigenen Strafraumkante konsequent gegen den eingewechselte Jean-Paul Boetius zu verteidigen. Dieser spielte einen unbedrängten Doppelpass mit Teamkollege Paul Nebel und schloss dann traumhaft aus 16 Metern in den langen Winkel ab zum 4:0-Endstand.

Die Kurzanalyse

In der dritten Partie unter Trainer Tayfun Korkut ließen es die Spieler auf dem Platz an nahezu allen Tugenden vermissen, die die Mannschaft in den vergangenen beiden Partien noch ausgezeichnet hatte: Suat Serdars kreative Zuspiele und überraschenden Laufwege, Herthas druckvolle und hochstehende Defensive, das neue Angriffs-Traumduo aus Belfodil und Jovetic - von alledem war wenig bis nichts zu sehen.

Stattdessen hatten die Mainzer über weiter Strecken größte Entfaltungsmöglichkeiten auf den Flügelpositionen, sorgten dann mit hohen Bällen für Gefahr und konnten sich zusätzlich immer wieder problemlos an den Sechzehner herankombinieren. Am Ende konnte Hertha dankbar sein, nicht noch mehr Tore kassiert zu haben.

Sendung: rbb24, 14.12.2021, 22:15 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    Ok,nehme das 5:0 zurück ,bin gnädig mit den Herthanern
    Dann ,ja ,3:2 für Dortmund ist doch gutes Ergebnis
    Ich hoffe halt ,das Dortmund den Bayern vielleicht ein wenig hinterher kommt ,das die Liga ein bisschen spannend bleibt
    Dortmund ist derzeit halt die einzige Mannschaft ,die das Zeug dazu hat ,auch wenn es schwer wird
    Aber das ist hier ja nicht das Thema
    Ah ,Pinguin: Trinken gerade ein Bierchen

  2. 26.

    Jupp, seien Sie doch nicht so böse.
    Es reicht doch schon, wenn der BCC 1:0 verliert und alle Mannschaften, die noch (!) hinter dem Verein stehen, gewinnen und schon überwintert der BCC auf einem Abstiegsplatz.

  3. 24.

    Ach Jupp - langeweile doch woanders rum...
    Und ließ doch die erst einmal die Kommentare - auf ein Verstehen mag ich gar nicht hoffen...
    Das ich kein Freund des BCC bin, ist bekannt - die provinziellen Art, mit der dieser Verein seit Jahrzehnten agiert, ist mir über die Jahre fast ans Herz gewachsen - en nicht enden wollender Quell der Großmannssucht.

    ...trotzdem werde ich mich nie einem Verein an den Hals werfen und auf ihn einen Sekt trinken, bloß weil Hertha gegen diesen verliert...

    Deswegen ist Jupp ziemlich bis sehr peinlich!

  4. 23.

    Samstag Abend gegen Borussia Dortmund
    Mein Tipp : 5 : 0 für die Borussia

  5. 21.

    Juppi Du bist der einzig anerkannte Fachmann , trink mal noch nen Sektchen !

  6. 20.
    Antwort auf [Otto Krause] vom 15.12.2021 um 07:48

    Sie gehen aber weit an der Realität vorbei

  7. 19.
    Antwort auf [Otto Krause] vom 15.12.2021 um 07:48

    Kampf um die Meisterschaft? CL Teilnahme? Wann um Himmels Willen haben sie diese Gurkentruppe zuletzt spielen sehen? Die sind seit Jahren nicht mal Zweitligatauglich und nur noch in der BL weil andere noch schlimmer spielen.

  8. 18.

    4:0, nein, nicht für den Big-City-Club Hertha BSC, nein, Mainz hat gewonnen.
    Ach, wie schade, dass mal wieder Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen. Wie realitätsfern selbst das erklären des unteren Mittelmaß ist.
    Liest man den Beitrag von Pinguin, fragt man sich wirklich, ob das den Anspruch des BCC widerspiegelt. Millionen verbrannt, lächerlich, seit Jahren nur im Kampf gegen den nötigen Absrieg. Das nennt dann Pinguin "...halt ne feste Größe in der Liga."?
    Warten wie noch auf den Beitrag seinen Bruder im Geiste, Frolic.

  9. 17.

    Nicht traurig sein. Als 2. Berliner Mannschaft ist Herta wenigstens in der Bundesliga. Das kann aktuell keine zweite Stadt von sich behaupten. Habt also etwas Nachsicht, vielleicht schaffen sie ja auch die Klassenerhalt.

  10. 16.

    PS. BISHERR gibt es hier nur Kommentare ,die die Lage realistisch sehen

  11. 15.

    Wo sind eigentlich die ,die am Wochenende nach dem Sieg gegen den Tabellenvorletzten noch so Euphorisch waren
    Ausser der Kaiserpinguin hat sich noch keiner gemeldet
    Seit ihr jetzt so geschockt ,

  12. 14.
    Antwort auf [Otto Krause] vom 15.12.2021 um 07:48

    Eher fehlt immer noch der rote Faden bzw. die klare Kante. Dardai war einfach immer zu gutmütig und hat die Fehler durch Lächeln wegzaubern wollen. Korkut ist zwar schon klarer, aber da muss noch mehr passieren. Die Papierform ist ja nicht aussagekräftig. „Entscheidend ist auf dem Platz“ wie ein alter Haudegen mal sagte ;-) Nur Herthas Phase der Instabilität dauert schon zu lange. Ich hoffe, Korkut bekommt das in den Griff.

  13. 13.

    Es fehlt einfach an Stabilität. Besonders in der Abwehr ist unnötig viel Unruhe. Da hat der Trainer noch viel Arbeit vor sich. Aber auch die Spieler müssen mal wieder an ihre eigenen Fähigkeiten glauben und selbstsicherer werden. Da war wieder mal sehr viel Sand im Getriebe. Es wird leider noch eine Weile so weitergehen mit dem hin und her in der Leistung. Das kennt jeder, wenn man erstmal Sch… am Hacken hat, geht die nicht so schnell weg. Ein Geduldsspiel für alle, inklusive Fans.

  14. 12.

    4:0, nein, nicht für den Big-City-Club Hertha BSC, nein, Mainz hat gewonnen.
    Ach, wie schade, dass mal wieder Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander klaffen. Wie realitätsfern selbst das erklären des unteren Mittelmaß ist.
    Liest man den Beitrag von Pinguin, fragt man sich wirklich, ob das den Anspruch des BCC widerspiegelt. Millionen verbrannt, lächerlich, seit Jahren nur im Kampf gegen den nötigen Absrieg. Das nennt dann Pinguin "...halt ne feste Größe in der Liga."?
    Warten wie noch auf den Beitrag seinen Bruder im Geiste, Frolic.

  15. 11.

    Konnte man sich nicht angucken, dieses Gerumpel. Überbezahlt und uncoachbar.

  16. 10.

    Letzter Artikel über den BCC :
    Auf den richtigen Weg ...!
    Heute fegte ein Tayfun über den BCC in Maíz hinweg !!
    Und der große Prince macht auch noch einen Assits !
    Am Wochenende kommt kein Tayfun auf den BCC zu ,
    sondern ein Hurrikan !
    Macht weiter so , es ist eines BCC durchaus würdig !
    Man kann sich als Hauptstädter nur schämen für die zweitbeste Schießbude der Liga !
    Ha ho he BCC !

  17. 9.

    So, das war's dann auch schon mit dem vermeintlichen Aufschwung. Hertha ist und bleibt im Abstiegskampf, und das mit der weitaus schlechtesten Torbilanz der Liga, die bedauernswerten Fürther mal ausgenommen. Ich denke schon, dass die häufigen Klatschen eine wichtige Kenngröße für die Qualität der Mannschaft sind und sich sicher noch rächen werden. Nochmal zu Fürth: Die haben am Wochenende geschafft, wovon Hertha weit entfernt ist... Ach, eine Stabilisierung auf mäßigem Niveau wäre für Hertha ja schon toll.

  18. 8.

    Ein 1:0 gegen den Tabellenvorletzten ist ein Hammersieg !!! Lach ,Lach
    Hertha feste Größe !!! Noch mehr lachen
    Ich mache mir ne Flasche Sekt auf und feier den Mainzer Sieg

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