Unentschieden im letzten Heimspiel der Hinrunde - Union und Freiburg trennen sich torlos

Mi 15.12.21 | 23:27 Uhr
  2
Taiwo Awoniyi im Zweikampf mit Keven Schlotterbeck (imago images/Contrast)
Audio: Inforadio | 15.12.2021 | Lars Becker | Bild: imago images/Contrast

Im letzten Heimspiel der Hinrunde ist Union Berlin nicht über ein Unentschieden hinausgekommen. Mit 0:0 trennten sich die Köpenicker vom SC Freiburg nach einer spannenden und chancenreichen Partie.

Fußball-Bundesligist Union Berlin hat sich am Mittwochabend mit einem 0:0-Unentschieden vom SC Freiburg getrennt. Im letzten Heimspiel vor der Winterpause bekamen die Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei eine spektakuläre Partie mit vielen Chancen zu sehen. Beide Teams hätten das Spiel für sich entscheiden können. Nach der Niederlage beim Tabellenletzten in Fürth wollte die Mannschaft von Urs Fischer eigentlich einen Sieg feiern. Nun muss sie sich nach einer guten Leistung mit einem Punkt zufrieden geben.

Erste Hälfte: Union gefährlicher, Freiburg trifft die Latte

Die Anfangsphase der Partie gehörte den Gastgebern. Immer wieder kam Union gefährlich vor das Tor der Freiburger, die etwas verunsichert wirkten. Durch einen Schuss von Haraguchi hätte es durchaus schon nach drei Minuten 1:0 stehen können, der Japaner scheiterte allerdings an SC-Keeper Flekken. Umso überraschender war es, als plötzlich Eggestein den Ball am Strafraum der Köpenicker vor die Füße bekam und mit einem abgefälschten Distanzschuss die Latte traf (5.). Glück für Union und ein Weckruf für die Breisgauer, die dann besser ins Spiel fanden.

Über weite Strecken der ersten Halbzeit sahen die 5.000 Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei ein spannendes und temporeiches Spiel, in dem sich beide Mannschaften Chancen erarbeiteten. Die gefährlicheren Aktionen kamen aber weiterhin von Seiten der Hausherren. Haraguchi hatte in der 20. Minute erneut die Chance auf die Führung, konnte den Ball im Strafraum aber nicht richtig verarbeiten. Auch der wieder in die Startaufstellung rotierte Awoniyi versuchte es aus halbrechter Strafraumlage, verzog den Ball aber deutlich übers Tor (23.). Die erste Hälfte endete also torlos, aber unterhaltsam.

Zweite Hälfte: Freiburg übernimmt die Kontrolle

Christian Streich schien seiner Mannschaft in der Halbzeitpause ordentlich eingeheizt zu haben. Denn die kam voll fokussiert aus der Kabine und hatte nach nur 30 Sekunden eine riesige Chance auf die Führung. Vincenzo Grifo dribbelte sich auf der halblinken Strafraumseite durch, visierte die lange Ecke an und setzte den Ball nur knapp neben den rechten Pfosten. Die Breisgauer traten in der zweiten Halbzeit selbstbewusst auf und übernahmen die Kontrolle. Die größte Möglichkeit hatte in dieser Phase Freiburgs Rechts-Außen Lukas Kubler (56.). Der 29-Jährige profitierte von einem Annahmefehler des Unioners Giesselmann und hatte plötzlich freie Bahn aufs Tor. Doch Torwart Andreas Luthe blieb lange stehen, wehrte den Ball ab und hielt so den Kasten der Eisernen sauber.

Stattdessen ging es in der 66. Minute vor dem Tor der Freiburger wild zur Sache. Ein Eckball von Union flog scharf in den Strafraum, wo Awoniyi das Luftduell gewann und den Ball an die Latte köpfte. Der Abpraller wurde dann um den Fünf-Meter-Raum herumgestochert, bis er irgendwann bei Rani Khedira landete, der voll abzog. Der Breisgauer Kübler wurde zum Helden der Situation und klärte im letzten Moment auf der Linie. Und schon war wieder Feuer im Angrifsspiel der Köpenicker. Die Zuschauer sahen trotz des 0:0 eine großartige Partie: 10:10 Torschüsse verzeichnete die Statistik in der 70. Minute. Bis zum Ende hätte man beiden Mannschaften den Siegtreffer zugetraut, doch er fiel nicht mehr. Union Berlin beendete das letzte Heimspiel der Hinrunde mit einem torlosen Unentschieden.

Die Kurzanalyse

Nach dem Ausscheiden aus der Conference League und der überraschenden Niederlage beim Tabellenletzten in Fürth wollte Union Berlin im letzten Heimspiel im Stadion an der Alten Försterei vor der Winterpause unbedingt einen Sieg holen. Zwar ist ihnen das nicht gelungen, eine gute Leistung und ein spektakuläres Spiel haben sie den Zuschauern trotzdem geboten. Die Partie hatte Tempo, wechselnde Druckphasen und gefährliche Torchancen auf beiden Seiten. Ein keinesfalls langweiliges 0:0. Christopher Trimmel sagte nach dem Spiel im ARD-Interview: "Das hat Spaß gemacht!" Und so ging es auch den Menschen auf der Tribüne und vor dem Fernseher.

Trotzdem fehlte es Union am Ende an Effizienz im Abschluss. Ein Problem, dass sie auch schon in der Schlussphase in Fürth beklagen mussten. Am kommenden Samstag haben die Köpenicker in Bochum die Chance, die Hinrunde doch noch mit einem Sieg zu beenden. Heute sollte es einfach nicht sein. Und manchmal ist es vielleicht auch einfach so leicht erklärt, wie es Christian Streich nach dem Spiel gemacht hat. Auf die Frage, warum die Partie 0:0 endete, sagte er einfach: "Weil kein Ball reingeflogen ist."

Sendung: rbb24, 15.12.2021, 22 Uhr

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    So eine intensive Phase mit internationalen Spielen und einer englischen Woche ist anstrengend und Union hat mit so etwas auf diesem Leistungsniveau keine Erfahrung. Aber das ist auch spannend, wie Mannschaften solche Phasen durchstehen. Union hat einen großen Kader, dennoch merkt man die Müdigkeit. Freiburg war der erwartet schwere Gegner.

  2. 1.

    O.K. geht i.O. Aber
    Es zieht sich durch alle Spiele ,das wir zu viele Chancen für ein Tor brauchen.
    Aufwand u. Nutzen stehen in keinem Verhältnis. Wieder ein unglaublicher Fehler in der Abwehr .
    40 Pkt. Muss das 1 Ziel sein.Pkt. haben wir jetzt reichlich Liegen gelassen.
    Beim VFL muss 1 her
    Eiserne Grüße

Nächster Artikel