Vor Partie gegen Slavia Prag - Union geht zuversichtlich in den Showdown

Mi 08.12.21 | 20:12 Uhr | Von Shea Westhoff
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Max Kruse bei Abschlusstraining vor Spiel gegen Prag
Audio: Inforadio | 09.12.2021 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

Vor dem letzten Vorrundenspiel in der Conference League am Donnerstag ist Fußball-Bundesligist Union Berlin unter Zugzwang. Nur mit einem Sieg gegen Slavia Prag überwintern die Köpenicker im Europapokal. Von Shea Westhoff

Will Union Berlin in der Conference League überwintern, muss am Donnerstag der tschechische Meister Slavia Prag geschlagen werden. Dann würden die Köpenicker auf dem zweiten Tabellenplatz klettern und die Zwischenrunde erreichen. Ein Remis oder eine Niederlage bedeuten hingegen das sichere Aus. Das Hinspiel im September hatte Union Berlin auswärts mit 1:3 verloren.

Beim Heimspiel, das Union Berlin wie auch die Europapokalspiele zuvor im Olympiastadion austrägt, sind aufgrund der neuen Corona-Verordnung nur 5.000 Besucher zugelassen. Die Partie wird unter 2G-Plus-Bedingungen ausgetragen: Einlass erhalten demnach nur Karteninhaber, die geimpft oder genesen sind und zusätzlich einen negativen Corona-Test vorweisen können.

Das Personal

... ist topfit für die große Aufgabe. Außer dem 19-jährigen Eigengewächs Laurenz Dehl, der sich vorige Woche laut Vereinsangaben einem "operativen Eingriff" unterzog, stehen Trainer Urs Fischer alle Spieler zur Verfügung.

Die Form

"Darauf haben wir hingearbeitet, dass wir im letzten Spiel noch eine Chance haben", sagte Trainer Urs Fischer auf der Pressekonferenz am Mittwoch. Nach den beiden Niederlagen gegen Feyenoord Rotterdam lieferte seine Mannschaft in der vergangenen Europapokal-Partie gegen Maccabi Haifa einen zähen Fight. Julian Ryerson belohnte die Unioner mit seinem Kopfballtreffer, der den knappen Sieg bedeutete.

In der Fußball-Bundesliga gelang dem Team am Wochenende mit dem Sieg gegen RB Leipzig nun die perfekte Generalprobe fürs entscheidende Spiel gegen Slavia: Union schlug den Champions-League-Teilnehmer mit 2:1. Fischers Mannschaft stand dabei defensiv weitgehend stabil und war vorne recht offensiv ausgerichtet: Während Max Kruse im zentralen offensiven Mittelfeld startete, brachte Urs Fischer mit Sheraldo Becker und Taiwo Awoniyi zwei Stürmer von Beginn an aufs Feld.

Über taktische und personelle Vorkehrungen gegen Prag wollte Fischer auf der Pressekonferenz hingegen am liebsten gar nicht sprechen - verständlich, vor dem wichtigen Spiel. Ob er rotiert und ob er womöglich eine personelle Überraschung parat hält, verriet er nicht. "Das werden wir morgen sehen", sagte der Schweizer.

Der Gegner

"Ich erwarte ein ganz schweres Spiel", sagte Fischer. "Slavia ist im Moment richtig gut unterwegs, sowohl in der Meisterschaft wie auch in der Conference League." In der tschechischen Fortuna Liga ist der amtierende Meister Slavia Prag derzeit Tabellenführer und seit neun Spielen ungeschlagen.

Fischer betonte: "Ich gehe davon aus, dass Slavia sehr kompakt steht." Die Mannschaft von Trainer Jindrich Trposovsky spiele außerdem "sehr aggressiv gegen den Ball". Unterstrichen wird diese Analyse von den vergangenen fünf Ligaduellen der Prager, in denen sie nicht ein Gegentor kassierten - und dabei selber 16 Treffer erzielten.

Als Warnung dürfte den Unionern aber auch das Hinspiel in Prag reichen. Nachdem Union in der Anfangsphase noch munter hatte mitspielten können, erstickten die Prager im weiteren Spielverlauf nahezu sämtliche Versuche eines Berliner Aufbauspiels.

Doch Fischer zeigte sich optimistisch: "Ich glaube schon, dass wir aus dem ersten Spiel - unserem ersten Auftritt in der Gruppenphase - dazugelernt haben", sagte er. In der Conference League habe er seitdem eine Entwicklung gesehen. Nicht vergessen darf man bei der Einordnung des Hinspiels: Ab der 35. Minute musste Union mit einem Mann weniger dagegenhalten, nachdem Paul Jaeckel die gelb-rote Karte gesehen hatte.

Unioner der Woche

Auf der Pressekonferenz schien die zunächst recht teilnahmslose Mimik von Max Kruse nicht recht zur Wichtigkeit der anstehenden Aufgabe zu passen. Doch die Aussagen des 33-jährigen Offensivspielers ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass er über die Bedeutung des Spiels im Bilde ist: "Das ist das, was wir wollten, dieses Endspiel", sagte Unions Star-Spieler vor der entscheidenden Partie um den Einzug in die Playoffs.

Um gegen Prag zu bestehen sei vor allem eines wichtig: "Mut brauchen wir immer, das ist Bestandteil unseres Spiels. Wir werden nicht Hauruck-Fußball spielen", sagte er.

Er hielt aber auch fest: Selbst wenn Union die Aufgabe am Donnerstag nicht bewältigen sollte, stellt diese Saison jetzt schon einen Erfolg dar. "Wir können sehr, sehr stolz sein auf das, was wir bisher erreicht haben." Damit habe niemand gerechnet. "Nichtsdestotrotz werden wir alles geben, um Prag zu Hause zu schlagen."

Sendung: Inforadio, 08.12.2021, 16:15 Uhr

Beitrag von Shea Westhoff

2 Kommentare

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  1. 2.

    Das mit den Zuschauern,gebe ich dir vollkommen Recht. Wozu bin ich bitteschön geimpft,wenn ich doch nichts darf?Getestet hätte ich mich auch lassen. Also was denn noch??????? Aber die Jungs machen das auch ohne die meisten von uns.

  2. 1.

    Hoffentlich bekommt die Mannschaft auch in einem fast leeren Stadion ihre beste Leistung auf den Platz.
    Danke nochmal an den unfähigen Senat,der so viele Unioner um eines der wichtigsten Spiele der letzen Jahre bringt. Völlig sinnlose Maßnahme.

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