Sebastian Lemkes erstes Jahr als Energie-Präsident - Runter vom Schleudersitz

Di 14.12.21 | 13:17 Uhr | Von Andreas Friebel
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Präsident Sebastian Lemke (Energie Cottbus) im Stadion der Freundschaft. (Bild: IMAGO / Fotostand)
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Bei Fußball-Regionalligist Energie Cottbus betrug die Halbwertzeit als Klubboss meist nur ein Jahr. Sebastian Lemke dürfte das Schicksal seiner Vorgänger nicht ereilen. Seit genau einem Jahr im Amt haben die Lausitzer unter ihm wieder in die Spur gefunden. Von Andreas Friebel

Bei Energie Cottbus kann man demnächst entspannt in die Weihnachtspause gehen. Als Tabellenzweiter läuft es sportlich wieder rund. Was natürlich der Verdienst von Trainer Claus-Dieter Wollitz ist. Doch das der Regionalligist wieder in ruhigeres Fahrwasser kommt, liegt auch am neuen Präsidenten: Sebastian Lemke. Er ist auf den Tag genau seit einem Jahr im Amt.

Die Lage sei weiter ernst, macht der Cottbuser Präsident Sebastian Lemke zum einjährigen Jubiläum klar. Die finanziellen Altlasten seines Vorgängers seien noch lange nicht abgetragen, Energie sei noch nicht über den Berg. "Wir müssen schon genau auf die Finanzen und die Liquidität schauen", so Lemke. "Wir sind aktuell in einer wesentlich besseren Situation, als vor einem Jahr. Aber eine Sanierung ist in einem halben Jahr nicht erledigt."

Lemke startet harten Sanierungskurs

Bei Lemkes Amtsantritt vor einem Jahr steht der Ex-Bundesligist vor der Insolvenz. Schuld daran ist auch ein ständiger Wechsel an der Klubspitze. Von 2018 bis jetzt gibt es gleich vier Präsidenten bei den Lausitzern - Konstanz sieht anders aus. Gerade unter Lemkes direktem Vorgänger Matthias Auth sind die Ausgaben zu hoch und die Einnahmen zu niedrig.

Deshalb startet der 38-jährige Unternehmer Lemke einen knallharten Sanierungskurs. Die Spielergehälter werden gesenkt, der Geschäftsstellencontainerbau geschlossen und Mitarbeiter entlassen. Außerdem lockt der Präsident Claus-Dieter Wollitz ein drittes Mal in die Lausitz. "Wenn man die Entwicklung der Mannschaft sieht, glaube ich kaum, dass wir auf die falsche Karte gesetzt haben", sagt Lemke.

Lösung für die Stadionfrage zeichnet sich ab

Denn Energie ist Tabellen-Zweiter und hat weiter alle Chancen im Frühjahr um den Aufstieg zu spielen. Unabhängig davon, ob der gelingt oder nicht, muss Lemke aber die Probleme beim Stadion der Freundschaft lösen: Der Unterhalt beträgt jährlich über eine Million Euro und der Sanierungsbedarf ist inzwischen gewaltig. "Wir haben jetzt ein Konzept erstellt, wie wir die Problematik in den nächsten Jahren gestalten können. Bei der Finanzierung gab es gute Gespräche mit dem Land Brandenburg, der Stadt Cottbus und dem Landkreis Spree-Neiße." Konkreter will Lemke nicht werden. Aber er hofft, "dass wir bald einen konkreten Zeitstrahl veröffentlichen können, wie es weitergeht".

Nach einem sehr positiven Jahr unter Lemkes Führung ist davon auszugehen, dass auch dieses Problem bald gelöst wird und so auf absehbare Zeit wieder die Rückkehr in den Profi-Fußball gelingt. "Wir wollen die positive Entwicklung der Klubs weiter fortführen - und dann kann vielleicht schon im Mai 2022 ein ganz großer Wunsch in Erfüllung gehen", sagt Lemke. Ende Mai stehen die Aufstiegsspiele zur dritten Liga gegen den Nord-Meister an.

Sendung: Inforadio, 14.12.2021, 15:10 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

3 Kommentare

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  1. 3.

    Auch ich möchte Energie gratulieren. Ich glaube sie sind auf dem richtigen Weg. Trainer, sportliche Leitung, Vorstand und natürlich die tollen Fans , alles ist zur Zeit stimmig. Weiter so.

  2. 2.

    Meinen größten Respekt denen, die sich dieser Aufgabe angenommen haben - den Verantwortlichen im Verein, den Fans und natürlich auch den Sponsoren - die die Basis für das "Stehaufmännchen" Energie Cottbus bilden. Vor allem in schlechten Zeiten sieht man, was diesen Verein ausmacht - Zuneigung und Loyalität.
    Alles Gute FC Energie Cottbus - Brandenburg war es immer und ist es weiterhin - Rot Weiss!

  3. 1.

    Vielen Dank an alle Akteure für den deutlich spürbaren Aufschwung trotz harten Pandemiezeiten, frei nach dem Brandenburger Loriot: "Ein Leben ohne Energie ist möglich, aber sinnlos! "

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