Nach Zusammenbrüchen in Jena - BAK zwischen Medizin-Checks, Training und dem Wunsch nach Ruhe

Do 09.12.21 | 21:27 Uhr
André Meyer
Bild: imago images/Jan Huebner

Zwei Spieler des Berliner AK kollabierten in der vorigen Woche. Nach diesem Schreck sortiert sich der Klub neu. Das anstehende Regionalliga-Spiel kann der BAK wohl bestreiten - auch wenn Trainer Meyer aktuell nur über zwölf gesunde Spieler verfügt.

Im Zuge des Zusammenbruchs von zwei Fußballspielern des Berliner Athletik Klubs (BAK) am vergangenen Freitag hat der Regionalligist in dieser Woche Maßnahmen zum Schutz der Mannschaft getroffen. Bis Freitag sollen alle zehn BAK-Spieler, die im November vom großen Corona-Ausbruch im Team betroffen waren, eine ärztliche Untersuchung erhalten haben.

Blockaden in der Mannschaft gelöst

Im Anschluss an die Partie gegen Carl Zeiss Jena (0:2) am vorigen Freitag waren Ugur Ogulcan Tezel und Kwabe Schulz zusammengebrochen. Nach Vereinsangaben hatten beide Herz-Kreislauf-Probleme und wurden von Notärzten mit Sauerstoff versorgt. Das habe einen unmittelbaren Zusammenhang mit der Corona-Infektion gehabt.

Obwohl es beiden Spielern wieder gut zu gehen scheint, führte der Vorfall nach Angaben des Trainers André Meyer zu Verunsicherung bei vielen Teamkollegen, die sich ebenfalls Wochen zuvor mit dem Coronavirus infiziert hatten. Im Gespräch mit rbb|24 sagte Meyer am Donnerstag, dass der Verein das "gut aufgefangen" habe. Man habe sich innerhalb der Mannschaft ausgetauscht, um "Blockaden zu lösen".

Zusätzlich erhielten alle betroffenen Spieler im Verlauf der Woche Termine für ärztliche Untersuchungen, "um Sicherheit zu haben, dass sie keine Nachwirkungen von ihren Erkrankungen haben." Die beiden kollabierten Spieler, Tezel und Schulz, würden sich am Freitag in der Berliner Charité zur letzten Untersuchungen einfinden. Unmittelbar im Anschluss würden die Ergebnisse und Handlungsempfehlungen der Ärzte erwartet.

Kein Einsatz von Tezel und Schulz

Die Untersuchungen hatten auch Auswirkungen auf den Trainingsbetrieb des Berliner AK. "Am Montag haben wir mit nur sechs Spielern trainiert. Das hat sich dann sukzessive gesteigert, je nachdem, wann die Untersuchungen waren", sagte Trainer Meyer.

Doch auch noch am Donnerstag hätten sich auf dem Trainingsplatz lediglich 12 Spieler eingefunden, was auch an anderen Verletzungen gelegen habe, unabhängig vom Coronavirus, sagte der Trainer weiter. Trotzdem gehe er davon aus, dass das Spiel gegen Tabellen-Schlusslicht VfB Auerbach am Sonntag (13 Uhr) stattfinden könne. "Wir gehen davon aus, dass wir bis Sonntag eine Mannschaft zusammenbekommen", sagte er. Sobald "der ein oder andere Verletzte dazustößt, müsste das realisierbar sein". Mit einem Einsatz von Tezel und Schulz rechne er allerdings nicht.

Allen würde Ruhe guttun

Meyer hofft nun nach eigener Aussage, dass die Corona-Krise zu mehr Sensibilität in Bezug auf die enge Terminierung des Spielplans führt. Nach der Nachricht des Zusammenbruchs der beiden BAK-Spieler war auch abseits des Vereins vermehrt Kritik aufgekommen über eine zu hohe Belastung und dichte Taktung der Spieltage. "Es ist ja ein generelles Thema und betrifft alle Vereine", sagte Meyer. "Man merkt, das Thema hat jetzt alle wachgerüttelt oder sensibilisiert." Und: "Vielleicht kann man daraus etwas Positives ziehen."

Zwei Spiele muss der BAK vor Weihnachten noch absolvieren, nach der Partie am Sonntag gegen Auerbach geht es am 17.12. gegen Tennis Borussia Berlin. "Ich glaube, es würde allen gut tun, Ruhe reinzubekommen", sagte Meyer. "Im Sinne von: Alle schnaufen durch und regenerieren."

Sendung: Inforadio, 09.12.2021, 17:15 Uhr

Nächster Artikel