Cottbuser Jahresabschluss gegen Rathenow - Wollitz will "den letzten Tropfen aus der Zitrone" holen

Fr 17.12.21 | 18:01 Uhr | Von Andreas Friebel
  1
Energie Cottbus nach dem Spiel gegen Luckenwalde
Bild: imago images/Fotostand

Seit Wochen spielt Energie Cottbus am Limit. Die Ergebnisse stimmen zwar. Doch um die Akkus aufzuladen, braucht das Team eine Pause. Bevor es soweit ist, steht am Samstag die Reise nach Rathenow an - immerhin zum Lieblingsgegner. Von Andreas Friebel

Einmal noch müssen die Spieler von Energie Cottbus ran und dann geht es in die Weihnachtsferien. Wie lang die werden, haben sie selbst in der Hand. Ursprünglich sollte am 3. Januar die Vorbereitung starten.

Doch nach acht Ligaspielen ohne Niederlage hat Trainer Claus-Dieter Wollitz den Auftakt auf den 5. Januar verschoben. "Und wenn wir in Rathenow gewinnen, gibt es vielleicht noch eine kleine Verlängerung", kündigt der Coach an. Wieviel Tage noch drin sind, will er aber nicht verraten: "Das entscheide ich aus dem Bauch heraus. Vielleicht pushe ich die Jungs damit auch noch mal in der Halbzeitpause."

Testgegner und Verstärkung gesucht

Dass es bis zur möglichen Fortsetzung der Fußball-Regionalliga Nordost am 29. Januar - mit einem Heimspiel gegen Carl Zeiss Jena - dann nur noch knapp drei Wochen wären, sieht Wollitz mit gemischten Gefühlen: "Die Spieler brauchen jetzt eine Pause. Wir müssen aber genau aufpassen, dass wir sie nach der Rückkehr aktiv begleiten."

Klar ist, dass das Tempo auch nach der Weihnachtspause hochgehalten wird. Schon am 12. Januar gibt es den ersten Test. Der Gegner ist noch offen. Zwei weitere Freundschaftsspiele sind darüber hinaus geplant. Am 15. Januar geht es gegen den Berliner Oberligisten Hertha Zehlendorf. Eine Woche später soll die Generalprobe stattfinden. Als Gegner kommen dabei nur Teams aus der Regionalliga oder darunter in Frage. Denn alle Bundes- und Drittligisten spielen zu diesem Zeitpunkt schon wieder. "Wir haben einige Anfragen draußen. Mal sehen, was möglich ist. Vielleicht spielen wir auch gegen einen Regionalligisten aus einer anderen Staffel", sagt Wollitz.

Gegrübelt wird auch über mögliche Neuzugänge in der Pause. Bei aktuell vier Punkten Rückstand auf Spitzenreiter BFC Dynamo ist die Meisterschaft weiter ein realistisches Ziel, Energie also ein durchaus attraktives Team. "Ich denke, auf der Torwartposition und im Mittelfeld müssen wir nichts machen. Aber in der Abwehr schon. Und außerdem suchen wir einen Sturmpartner für Erik Engelhardt", so der Energie-Coach. Aber nicht nur auf Neuzugängen liegt der Fokus. "Wir müssen auch sehen, dass wir versuchen, die Verträge mit unseren Leistungsträgern zu verlängern."

Cottbus noch ohne Niederlage gegen Optik

Doch bevor es soweit ist, steht am Samstag das letzte Spiel des Jahres an. Und auch das möchten die Lausitzer gewinnen. "Die Jungs haben tolle Spiele gezeigt. Es wäre schade, wenn sie sich jetzt durch eine Niederlage um die gute Ausgangslage bringen, die wir erreicht haben", sagt Wollitz.

Mit Optik Rathenow geht es zum Lieblingsgegner der Cottbuser. Noch nie haben die Lausitzer gegen die Mannschaft von der Havel verloren. Das einzig Zählbare, das den Rathenowern und ihrem ewigen Trainer Ingo Kahlisch in der Nachwendezeit gelang, war ein 0:0 im April 1995.

Beim letzten Aufeinandertreffen im Brandenburger Landespokal schnupperte Rathenow aber an der Überraschung: Erst fünf Minuten vor dem Ende schoss Cottbus den 3:3-Ausgleich, um in der Verlängerung noch mit 4:3 zu gewinnen. "Das wird aber ein ganz anderes Spiel. Wir haben uns inzwischen gefestigt und viel mehr Selbstvertrauen als damals", beschreibt Wollitz die Ausgangslage.

Personell hat sich seitdem aber nichts verändert. Der Kader ist weiter schmal und die Ausfallliste lang. Wegen der fünften gelben Karte fehlt auch noch Torjäger Maximilian Pronichev, der bereits 13 Treffer erzielt hat. Nikos Zografakis, der auch schon sieben Mal traf, hat einen Magen-Darm-Infekt. Bleiben noch zehn Feldspieler und zwei Torhüter. Der Rest wird mit Nachwuchskräften ausgefüllt. "Da müssen wir irgendwie durch. Ich hoffe, es geht gut. Wir holen jetzt wirklich gerade den letzten Tropfen aus der Zitrone raus", sagt Wollitz.

Kein Wunder, dass sich in Cottbus alle auf ein bisschen Weihnachtsurlaub freuen.

Sendung: Inforadio, 17.10.2021, 15:15 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

1 Kommentar

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 1.

    Ach Leute…man merkt dem Artikel gar nicht an, dass zwei Brandenburger Teams der gleichen Liga gegeneinander spielen. Wie immer eigentlich. Schade RBB.

Nächster Artikel