26:26-Unentschieden - Füchse verpassen Sprung auf Platz zwei gegen Balingen

Do 23.12.21 | 21:19 Uhr
Füchse-Spieler Paul Drux im Duell mit zwei Balinger Verteidigern. Bild: imago-images/Jan Hübner
Bild: imago-images/Jan Hübner

Mit einem überraschenden Unentschieden gegen den Tabellenvorletzten verpassen die Berliner den Sprung auf den Champions-League-Platz. Bis in die letzten Sekunden führten die Füchse dabei gegen den Außenseiter Balingen.

Die Füchse Berlin verspielen am Vorweihnachtsabend beim 26:26-Unentschieden (15:13) gegen den Tabellenvorletzten aus Balingen den sicher geglaubten Sieg. Damit verpassen die Berliner den Sprung auf Tabellenplatz zwei. Dem Außenseiter gelang in der Max-Schmeling-Halle erst kurz vor Schluss der Ausgleich. Beste Werfer bei den Füchsen waren Milos Vujovic und Lasse Andersson, mit je sechs Toren, überragender Spieler der Partie war der Balinger Vladan Lipovina mit 12 Treffern.

Füchse tun sich schwer

Balingen-Weilstetten kam als klarer Tabellenvorletzter nach Berlin, aber - so abwegig das klingen mag - auch mit einigem Selbstvertrauen. Die Balinger hatten am Wochenende Flensburg, dem Tabellennachbarn der Füchse, ein Unentschieden abgerungen. Und auch in der Hauptstadt gelang es dem Außenseiter aus Baden-Württemberg, die Anfangsphase offen zu gestalten. Nach einer Viertelstunde stand es immer noch ausgeglichen, 7:7.

Die Berliner kontrollierten zwar das Spiel, Balingen setzte dem aber eine engagierte Abwehrleistung entgegen und präsentierte sich bei eigenem Ballbesitz dynamisch und treffsicher. Füchse-Torwart Dejan Milosavljev, sonst ein entscheidender Faktor bei den Füchsen, fand lange gar nicht ins Spiel. Ihm gelang erst in der 17. Minute seine erste Parade, öfter als sonst musste er Platz machen für Ersatztorhüter Frederik Genz.

Nach einer Viertelstunde erarbeiten sich die Berliner aber Stück für Stück Vorteile, allen voran durch Treffer ihrer Außenspieler, Milos Vujovic und Hans Lindberg (letzterer war vor allem per 7-Meter erfolgreich). Mehr als eine zwei Tore-Führung sprang zur Halbzeit nicht dabei hinaus (15:13).

Außenseiter nutzt doppelte Füchse-Unterzahl

Dem Favoriten gelang auch in der zweiten Hälfte zunächst kein Durchbruch in diesem schwierigen Bundesligaspiel, im Gegenteil: In den ersten zehn Minuten nach der Pause konnten die Füchse nur drei Treffer erzielen, zwei davon durch Einzelleistungen von Lasse Andersson. Der Däne hatte kurz vor dem Spiel per Videobotschaft in der Halle den Fans seine langfristige Vertragsverlängerung verkündet und zeigte auf dem Parkett einmal mehr, welche eine gute Nachricht das für die Berliner ist.

Die Berliner Defensive half allerdings, diese offensiv schwache Phase nach der Pause unbeschadet zu überstehen, gestattete den Gästen aus Balingen nur drei Tore, sodass die Füchse ihren Vorsprung sogar auf drei Tore ausbauen konnten (19:16). Nach einer Strafe gegen Paul Drux und einem ungeschickten Foulspiel von Routinier Hans Lindberg gerieten die Berliner allerdings in doppelte Unterzahl. Der Außenseiter wusste das auszunutzen und verkürzte auf ein Tor Rückstand.

Dramatische Schlussphase mit besserem Ende für Balingen

Mit diesem knappen Vorsprung für die Füchse ging es in die letzten zehn Minuten (23:22). Hier versuchten es die Balinger zunehmend mit sieben gegen sechs - also bei eigenem Ballbesitz ohne Torwart. Drei Minuten vor Schluss verpassten die Berliner in Person des sonst starken Vujovic nach einem Ballgewinn bei freiem Tor die mögliche Vorentscheidung.

So blieb es bis wenige Sekunden vor dem Ende spannend. Nach einem rekordverdächtig langem und langsamen Angriff traf der beste Balinger, Vladan Lipovina, mit seinem zwölften Treffer aus großer Distanz und gegen drei Berliner Verteidiger zum Ausgleich (26:26). Den letzten Angriff konnten die Füchse anschließend nicht mehr sauber zuende spielen, einen anschließenden Freiwurf nach Ablauf der Uhr bekam Lasse Andersson nicht an den Verteidigern vorbei.

Am 27. Dezember kommt Melsungen nach Berlin

So blieb es beim letztlich verdienten 26:26-Unentschieden (15:13), durch das die Füchse den Sprung auf Tabellenplatz zwei verpassten. Kapitän Paul Drux beklagte anschließend im Interview beim TV-Sender Sky die vielen individuellen Fehler seines Teams, "wir sind noch zu viel mit uns selbst beschäftigt", erklärte Drux.

Schon am 27. Dezember sind die Berliner wieder zuhause gefordert, dann kommt die MT Melsungen mit Ex-Fuchs Silvio Heinevetter im Tor in die Max-Schmeling-Halle.

 

Sendung: Inforadio, 23.12.2021, 21:15 Uhr

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