28:29-Niederlage gegen Melsungen - Füchse Berlin erleiden nächsten Rückschlag vor der EM-Pause

Mo 27.12.21 | 21:07 Uhr
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Die Füchse Berlin in der Handball-Bundesliga gegen die MT Melsungen. / imago images/Jan Huebner
Bild: imago images/Jan Huebner

Die Füchse haben in der Handball-Bundesliga gegen die MT Melsungen verloren. Vor der Europameisterschaftspause unterlagen die Berliner mit 28:29 (17:15). In der Schlussphase trumpfte ausgerechnet Ex-Füchse-Keeper Silvio Heinevetter auf.

Enttäuschung bei den Füchsen Berlin: Im letzten Spiel vor der EM-Pause haben sie in der Handball-Bundesliga einen weiteren Rückschlag erlitten. Vier Tage nach dem bitteren Remis gegen Balingen verloren die Hauptstädter trotz langer Führung vor 2.500 Zuschauern am Montagabend mit 28:29 (17:15) gegen die MT Melsungen. Bester Berliner Werfer in der Max-Schemling-Halle war Hans Lindberg mit acht Toren. Lasse Andersson traf sieben Mal.

Wiedergutmachung gefordert

Die Füchse hatten etwas wiedergutzumachen. Denn nach dem 26:26 gegen den Tabellenvorletzten Balingen-Weilstetten am 23. Dezember war die fröhliche Feststimmung passé. "Ist jetzt ein blödes Ding, so Weihnachten zu feiern", ärgerte sich Kapitän Paul Drux - und: "Das wirft uns wahrscheinlich schon sehr zurück. Sechs Minuspunkte war richtig stark und wir hatten die Chance, damit in die Winterpause zu gehen. Das wäre für die Mannschaft sehr geil gewesen."

Das Ziel gegen den Tabellensiebten MT Melsungen war also klar: Bloß keine weiteren Punkte verschenken, um - vor der sechswöchigen EM-Auszeit - die Position im Spitzenquartett zu festigen. Der Start gegen die Hessen missglückte jedoch. Nach fünf Minuten lagen die Hausherren mit 1:4 zurück. Für Verunsicherung sorgte das aber keinesfalls. Die Berliner nutzten ihre Überzahl nach einer Zwei-Minuten-Zeitstrafe gegen den Melsunger Kai Häfner perfekt aus - und kamen Tor um Tor heran. Nach acht Minuten fiel der Ausgleich (5:5), kurz darauf erzielte Hans Lindberg nach einem schnellen Gegenstoß die Führung.

Füchse kontrollieren das Spiel

Die Füchse lagen nun nicht nur vorne, sie übernahmen zunehmend auch die Kontrolle auf dem Feld. Bis zum 11:11 blieb die Partie offen, dann zogen die Berliner davon. Von den anfänglichen Schwierigkeiten war nun fast gar nichts mehr zu sehen. In der Defensive war Dejan Milosavljev ein sicherer Rückhalt. Der 25-jährige Serbe gewann in der ersten Hälfte das Torhüter-Duell gegen Ex-Füchse-Keeper Silvio Heinevetter deutlich. Acht teils spektakulären Paraden von Milosavljev standen fünf seines Gegenübers Heinevetter gegenüber.

Bis auf vier Tore wuchs der Vorsprung nach 26 Minuten an. 16:12 führten die Füchse da, weil sie die starken Aktionen ihres Torhüters vorne mit großer Regelmäßigkeit veredelten. Das lag vor allem auch am dänischen Weltmeister Lasse Andersson, der sich erneut in treffsicherer Top-Form zeigte. Das Momentum schien nun klar auf Seiten der Hausherren.

Melsungen verkürzt vor der Pause

Umso ärgerlicher war deshalb das, was sich in den letzten vier Minuten vor der Pause abspielte: Während einer Zeitstrafe gegen Füchse-Abwehrboss Marko Kopljar kämpften sich die Gäste wieder heran. Die deutschen Nationalspieler Julius Kühn und Tobias Reichmann verkürzten den Rückstand für die Hessen auf zwei Tore. Zur Halbzeit stand es 17:15 für die Berliner.

Es war nun wieder eng - und sollte es in der zweiten Hälfte bleiben. Zwar blieb Berlin zunächst in Führung, konnte jedoch nicht davonziehen. Zu wechselhaft war jetzt die Leistung in der Offensive: Mal sahen die Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle starke Kombinationen unter Druck wie zwischen Fabian Wiede und Hans Lindberg zum 24:21 (44.). Immer öfter mussten sie sich jedoch auch fahrige Angriffszüge und vergebene Großchancen ärgern.

Die Zahlen zum Spiel

Füchse Berlin - MT Melsungen 28:29 (17:15)

Füchse Berlin: Lindberg 8/2, Andersson 7, Holm 4, Marsenic 3, Wiede 3, Matthes 1, Morros 1, M. Vujovic 1

MT Melsungen: Kalarasch 6, Kühn 6, Reichmann 5/2, K. Häfner 4, Pavlovic 4, Kunkel 2, Jonsson 1, Petersson 1

Schiedsrichter: Adrian Kinzel (Bochum) / Sebastian Grobe (Bochum)

Zuschauer: 2.500

Strafminuten: 6 / 6

Das große Wackeln

Die Melsunger nutzten diese Schwächephase aus. In der 49. Minute traf Gleb Kalarash zum 24:24 - es war der erste Gleichstand seit dem 11:11 Mitte der ersten Hälfte. Es war nun ein Handball-Krimi, in dem die Gäste im Vorteil schienen. Wenn sich ein Team eine Ein-Tore-Führung erarbeiten konnte, dann waren es die Hessen. Daran hatte Silvio Heinevetter entscheidenden Anteil: In der ersten Hälfte noch ohne großen Einfluss, war er nun voll im Spiel. Beim Stand von 25:25 hielt er unter anderem einen Siebenmeter von Hans Lindberg (53.).

Dennoch bekamen die Füchse noch einmal die große Chance zum Sieg: Beim Stand von 28:28 waren die Berliner kurz vor Spielende im Angriff. Doch Lasse Andersson vergab acht Sekunden vor der Schlussirene den Heimerfolg, weil er zu überhastet abschloss. Heinevetter hielt, krönte so seine starke zweite Hälfte und wurde zum Matchwinner. Denn im Gegenzug gelang Kalarash noch der Siegtreffer für Melsungen.

Erst Winterthur, dann die RN Löwen

Nach der EM-Pause sind die Füchse zunächst in der European League gefordert. In Gruppe A steht am 6. Februar die Partie bei Pfadi Winterthur an, die Anfang Dezember wegen positiver Corona-Fälle bei den Berlinern verlegt worden war. Vier Tage später geht es in der Bundesliga dann in der Max-Schmeling-Halle gegen die Rhein-Neckar Löwen weiter.

Sendung: Inforadio, 27.12.2021, 21:15 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Es gibt wie in jedem Sport Regeln !

    Diese wurden von den Schiedsrichtern jedoch absolut regelwidrig angewendet !!!
    Die für dieses Spiel angesetzten Schiedsrichter sollten sich eine andere Sportart suchen, vielleicht Bodenturnen, denn von Handball haben diese 2 definitiv KEINE Ahnung !!!

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