76:84-Niederlage gegen Mailand - Albas Akkus reichen nicht

Di 18.01.22 | 22:50 Uhr | Von Lynn Kraemer
Maodo Lo mit Ball (Quelle: Imago/Nordphoto)
Bild: Imago/Nordphoto

Nach 16 Tagen ohne Spiel und nur drei gemeinsamen Trainingseinheiten ist Alba Berlin mit einer Niederlage aus der Corona-Pause zurückgekehrt. Dabei riefen die Berliner in Mailand sämtliche Energiereserven ab und hielten sich lange im Spiel. Von Lynn Kraemer

Die Basketballer von Alba Berlin sind mit einer Niederlage aus ihrer Corona-Pause zurückgekommen. Am Dienstag verlor die Mannschaft von Israel Gonzalez 76:84 bei Armani Mailand in der Euroleague (24:22, 16:16, 19:22, 17:24). In den ersten beiden Vierteln überraschten die Berliner mit einem sehr guten Spiel, hatten aber am Ende weniger Energiereserven. Bester Berliner Werfer war Maodo Lo mit 13 Punkten.

Schwere Ausgangslage

Anfang Januar las sich die Formkurve von Alba Berlin gut: Fünfter Sieg in Folge gegen die Hamburg Towers. Doch die Berliner meldeten nur wenige Tage später einen Corona-Ausbruch im Team. Die Mannschaft ging in Quarantäne. Fünf Spiele mussten verschoben werden. Erst am Samstag war das erste gemeinsame Training für Alba Berlin möglich. 16 Tage außer Gefecht und drei leichte Trainingseinheiten: Armani Mailand, Tabellensechster der Euroleague, schien ein undankbarer erster Gegner nach der Pause zu sein.

Alba überrascht

Doch trotz der gesenkten Erwartungen schafften es die Albatrosse im ersten Viertel gut mitzuhalten. Luke Sikma und Tamir Blatt hielten den Abstand mit erfolgreichen Dreiern knapp. Maodo Lo machte das erste Mal auf sich aufmerksam, als er geschickt zu Christ Koumadje passte, der den Ball mit seinen 2,21m-Körpergröße ohne große Mühe versenkte. Nur wenige Sekunden später klaute Lo den Ball in der anderen Hälfte und brachte mit einem Dreier den 15:15-Ausgleich. Bis zum Viertelende schafften es die Berliner sogar, sich auf zwei Punkte abzusetzen (24:22).

Anders als im Hinspiel ließen die Mailänder Marcus Eriksson deutlich weniger Raum und schafften es so den Distanzschützen ruhig zu stellen. Dank mehrerer Rebounds von Nicolo Melli legten die Mailänder einen 8:0-Lauf hin. Doch für Lo fanden sie keine Lösung, der im sehr hektischen Spiel mit vielen Turnovern auf beiden Seiten aufging. Der Berliner sammelte 13 Punkte und verhalf Alba zur 40:38-Führung. Danach kamen allerdings keine Treffer mehr von Lo dazu.

Endlose oder endliche Energiereserven?

Ohne die beiden Eigengewächse Malte Delow und Jonas Mattisseck sowie Center Johannes Thiemann, die nach ihrer Infektion nicht mit nach Mailand gereist waren, hatten die Berliner weniger Rotationsmöglichkeiten. Doch die Mannschaft von Israel Gonzalez nutze ihre Energiereserven im dritten Viertel weiter voll aus. Die ersten Müdigkeitserscheinungen zeigten sich, als es die Berliner wiederholt nicht unter den Korb schafften und zwei Mal von der abgelaufenen Uhr gestoppt wurden. Dafür saßen aber die Dreier, die im Fall von Blatt auch mal etwas weiter von der Linie entfernt kamen. Alba erkämpfte sich ein 59:60 vor dem letzten Spielabschnitt.

Die Mailänder schafften es dank Giampaolo Ricci ihre Führung weiter auszubauen (69:63). Gleichzeitig nahm die Treffsicherheit der Albatrosse ab. Die Dreier waren immer öfter knapp zu kurz. Der Gegner war zunehmend etwas schneller. Luigi Datome ließ den Abstand mit einem Dreier zweistellig werden (76:65). Von diesem Rückstand konnten sich die Berliner nicht mehr erholen. Zwar brachten erfolgreiche Freiwürfe von Eriksson und ein Dreier von Yovel Zoosman Alba nochmal näher ran, aber nach 40 Minuten lagen die Berliner 76:84 zurück.

Gonzalez: "Ich bin stolz auf sie"

Trotz der Niederlage zeigten die Berliner ein beherztes Spiel und ließen sich die fehlende Spielpraxis vor allem in der ersten Hälfte nicht anmerken. Dass die Energie nicht ganz reichte, um mit Mailand mitzuhalten, überraschte letztendlich nicht. Dafür aber, dass die Energie so lange reichte. Das Fazit von Israel Gonzalez fiel bei Magenta Sport deswegen positiv aus: "Ich bin stolz auf sie."

Wie nachhaltig die Energiereserven der Berliner sind, wird sich im Verlauf der Woche zeigen. Denn es warten noch zwei weitere Spiele auf die Albatrosse. Am Donnerstag, 20. Januar 2022, empfangen sie ab 20 Uhr den Euroleague-Gegner Real Madrid in der Arena am Ostbahnhof. Und am Sonntag, 23. Januar 2022, geht es ebenfalls zuhause ab 15 Uhr gegen Ludwigsburg.

Sendung: rbb24, 18.01.2022, 21:45 Uhr

Beitrag von Lynn Kraemer

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