Der SV Babelsberg 03 will wieder nach oben - Schritt für Schritt zurück in die 3. Liga

Mo 24.01.22 | 21:33 Uhr | Von Lukas Witte
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Die Eckfahne im Karl-Liebknecht-Stadion vom SV Babelsberg 03(Bild: imago images/ Picture Point LE)
Audio: Inforadio | 27.01.2022 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Picture Point LE

Der SV Babelsberg 03 steht vor einem Umbruch. Nach acht Jahren Regionalliga richtet sich der Blick langsam wieder nach oben. Mit der richtigen Struktur und Kaderplanung soll es in zwei bis drei Jahren zurück in die 3. Liga gehen. Von Lukas Witte

Acht Jahre ist es nun her, dass die Fans im Potsdamer Karl-Liebknecht-Stadion zum letzten Mal eine Drittliga-Partie des SV Babelsberg sahen. "Und die Leute wollen da jetzt auch einfach mal wieder hin", sagt Björn Laars entschlossen. Laars ist Teil der neuen Doppelspitze im Verein und will die Weichen endlich wieder auf Aufstieg stellen. Denn hinter den Brandenburgern liegen schwierige Zeiten.

"Die letzten Jahre seit 2013 waren sehr anstrengend"

Nach drei Jahren in der dritten Liga stieg der SV Babelsberg in der Saison 2012/13 in die Regionalliga ab. Was in den kommenden Jahren folgte, waren finanzielle Schwierigkeiten und viele Höhen und Tiefen. "Die letzten Jahre seit 2013 waren sehr, sehr anstrengend, sehr intensiv, aber wir haben es geschafft. Ich bezeichne es auch als Wunder", sagt Laars. Diese Zeit von 2013 bis 2020 sind für ihn die erste von zwei Phasen der sportlichen Entwicklung des Vereins.

Und auch die zweite Phase, in der sich der Verein aktuell befindet, begann mit Problemen. Immer wieder gab es Schwierigkeiten mit dem damaligen Cheftrainer Predrag Uzelac, der die Babelsberger in der Saison 2019/20 übernahm. "Es gab schon Unzufriedenheiten zwischen Mannschaft und Trainer, ganz eindeutig. Das kann man nicht wegreden", erklärt Laars.

Grund dafür seien wohl vor allem Differenzen in der Zielsetzung und auch bei der Kaderzusammenstellung gewesen. "Das hat man immer wieder gemerkt, dass er die Mannschaft zu schwach gesehen hat, und die Meinung haben wir einfach nicht geteilt", berichtet der Vorstandsvorsitzende.

Umbruch mit frischem Personal

Die logische Schlussfolgerung war es, sich von Uzelac zu trennen. Im August 2021 übernahm sein damaliger Co-Trainer Jörg Buder den Verein. "Es kam sehr überraschend. Ich habe damit nicht gerechnet. Für mich war es dann auch eine schwierige Situation: Vom Co-Trainer zum Cheftrainer. Ich war dann nicht mehr derjenige, der dann das Ohr hatte für alle Spieler, sondern ich musste ja dann meine Entscheidungen treffen", erinnert sich Buder. Trotzdem hatte er von Anfang an viel Spaß mit der Mannschaft und erkannte das Potential: "Von der Substanz her und vom Charakter her sind das Topleute!"

Und auch im Vorstand gab es 2021 eine Änderung. Der SV Babelsberg hat seit vergangenem Juli eine Doppelspitze. Björn Laars wird ergänzt durch Katharina Dahme, die vor allem in der Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit ihre Stärken hat. Eine Zusammenarbeit, die gut funktioniert und frischen Wind an die Spitze bringt. "Wir haben eigentlich immer den gleichen Weg, die gleiche Richtung. Und grundsätzlich eint uns, dass wir für den Verein da sind, und das ist das Wichtigste", sagt Laars.

Schritt für Schritt in Richtung 3. Liga

Jetzt soll es nach vorne gehen. Björn Laars hat als Ziel ausgegeben, dass der SV Babelsberg in zwei bis drei Jahren um den Aufstieg mitspielen soll. Derzeit stehen die Nulldreier auf Platz acht der Regionalliga Nordost und von der Tabellenspitze trennen sie elf Punkte. Es ist also noch ein Stückchen Weg zu gehen, bevor die Brandenburger so weit sein werden. Für den Vorstandsvorsitzenden ist das kein Problem. Er will seiner Mannschaft Zeit geben: "Man kann ja nicht einfach sagen: 'Wir steigen jetzt auf!' Und dann passiert das. Ich glaube, da muss alles zusammenpassen. Ein mahnendes Beispiel ist RB Leipzig vor vielen Jahren. Die haben vier Jahre gebraucht, um den Aufstieg in die dritte Liga zu schaffen und haben mit ganz anderen Mitteln agiert als wir aktuell."

In Babelsberg soll zuerst eine ordentliche Sportstruktur und finanzielle Stabilität aufgebaut werden. "Und dann brauchen wir ein bisschen Glück. Und das dauert auch", sagt Laars. Kurzfristig will der Vorstandsvorsitzende aber trotzdem auch einwirken. Und zwar mit der Kaderplanung für die kommende Saison. "Wir stehen sportlich stabil da. Da können wir auch stolz drauf sein, was wir bis jetzt geschafft haben. Jetzt geht es zu gucken, welche Spieler gehen den Weg mit. Beziehungsweise andersrum: Welche Spieler sehen wir, die den Weg mitgehen können", erklärt er. Dabei sei vor allem wichtig, dass es nicht nur um finanzielle Anreize ginge, sondern auch um die Perspektive. "Nur des Geldes wegen bei Babelsberg 03 spielen, das wollen wir nicht. Wir wollen schon Jungs, die den Weg mitgehen und die dieses gemeinsame Ziel, das wir uns gesetzt haben, Aufstieg 3. Liga, auch mittragen wollen", stellt Laars klar.

Mit Stabilität nach vorne

Eine Säule im neuen Kader wird dann auch wieder der Routinier Daniel Frahn sein. Der 34-jährige Stürmer hat seinen im Sommer auslaufenden Vertrag mit dem SV Babelsberg vorzeitig um zwei Jahre verlängert. In der laufenden Saison ist er mit elf Toren der treffsicherste Spieler bei den Nulldreiern. "Ich meine, dass er 34 ist, das weiß ich auch. Ob er nächstes Jahr noch diese Leistung abliefern kann, das weiß ich nicht. Die Einstellung und das Können hat er. (...) Versprechen tue ich mir von ihm natürlich eine ganze Menge, nicht nur auf, sondern vor allem neben dem Platz. Da sind die erfahrenen Spieler enorm wichtig, um die jungen Spieler ein bisschen anzuleiten", sagt Trainer Buder.

Für den Cheftrainer ist klar, wie es jetzt weiter gehen soll: "Vielleicht kann man auch in der Rückrunde sogar nochmal ein bisschen oben anklopfen. Aber das ist gar nicht unser vorrangiges Ziel. Sondern da muss halt Stabilität in unsere Leistung rein. Wir haben zwei, drei Sachen, da müssen wir uns verbessern. Das ist in erster Linie die Chancenverwertung." Buder schätzt es, dass es den ganz großen Druck zum Aufsteigen nicht gibt und man mit Ruhe an die Sache rangeht. Er will die Rückrunde vor allem nutzen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. "Weil wir in der neuen Saison unsere Ziele noch ein bisschen weiter nach oben schrauben wollen - und dafür sollten wir die Zeit nutzen. (...) Mal gucken, wo die Reise dann nächstes Jahr hingeht", sagt der Trainer.

Sendung: Inforadio, 27.01.2022, 15:15 Uhr

Beitrag von Lukas Witte

3 Kommentare

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  1. 3.

    Wer oder was ist Babelsberg????

  2. 2.

    Man sollte auf dem Nachwuchs in der Region setzen !
    In der Vergangenheit hat Babelsberg immer 2 klassig gespielt.
    Mit Spielern wie Thomalla,Maiwald oder die Edelings, die waren alle aus der Umgebung.

  3. 1.

    "Nach acht Jahren Regionalliga richtet sich der Blick langsam wieder nach oben." Der achte Platz in der Regionalliga Nordost bietet dazu keinen gesonderten Anlaß. Dann könnten ja die Hälfte der Regionalliga-Vereine "den Blick nach oben richten".

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