4:5 nach Penaltyschießen - Eisbären verlieren nach Zwei-Tore-Führung gegen Aufsteiger Bietigheim

So 02.01.22 | 16:59 Uhr
Die Eisbären Berlin im Duell gegen die Bietigheim Steelers. / imago images/Contrast
Audio: Inforadio | 02.01.2022 | Jens-Christian Gussmann | Bild: imago images/Contrast

Überraschung zum Start ins neue Eishockey-Jahr: Tabellenführer Eisbären Berlin hat nach Penaltyschießen mit 4:5 gegen Aufsteiger Bietigheim verloren. Im spektakulären Schlussdrittel leisteten sich die Hausherren zu viele Strafen.

Die Eisbären Berlin sind mit einer überraschenden Niederlage ins neue Jahr in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gestartet. Gegen den Aufsteiger Bietigheim verlor der deutsche Meister am Sonntag vor 2.000 Zuschauern in der Arena am Ostbahnhof mit 4:5 (0:1, 3:0, 1:3, 0:0, 0:1) nach Penaltyschießen. Trotzdem bleibt der Hauptstadt-Klub Tabellenführer.

Bietigheim zunächst besser

Die Eisbären taten sich - als klarer Favorit gegen den Tabellendreizehnten - zu Beginn schwer. Nach zehn Minuten ging der Aufsteiger aus Baden-Württemberg in Führung: C. J. Stretch umkurvte bei seinem Sololauf durch das Drittel der Hausherren die Verteidiger Jonas Müller und Morgan Ellis und ließ Goalie Tobias Ancicka keine Abwehrmöglichkeit.

Auch danach stand der 20-Jährige immer wieder im Mittelpunkt. Die Nummer zwei der Berliner durfte für Mathias Niederberger ran und bekam Chance um Chance, sich auszuzeichnen. An ihm und der mangelnden Kaltschnäutzigkeit der Gäste vor dem Tor lag es, dass die Eisbären nicht höher in Rückstand gerieten. Die eigene Offensive verschlief den Jahresstart 2022 völlig.

Zengerle und Pföderl drehen das Spiel

Bietigheim blieb im zweiten Drittel weiter mutig und drängte auf das zweite Tor. Doch auch die Eisbären wurden zunehmend wacher. Es war nun ein offener Schlagabtausch, in dem der Tabellenführer die Effizienz zeigte, die dem Aufsteiger bis dahin fehlte. Nach einem Scheibenverlust der Gäste im eigenen Drittel erzielte zunächst Mark Zengerle nach schöner Kombination über Giovanni Fiore und Matt White den 1:1-Ausgleich (28.).

Zahlen zum Spiel

Eisbären Berlin - Bietigheim Steelers 4:5 n. P. (0:1, 3:0, 1:3)

Tore: 0:1 Stretch (10:01), 1:1 Zengerle (28:03), 2:1 Pföderl (33:19), 3:1 Zengerle (34:52), 3:2 C. Braun (45:49), 3:3 Sheen (51:43), 3:4 Sheen (55:12), 4:4 Noebels (56:07), 4:5 Sheen (65:00)

Strafminuten: 17 / 19 (10 Smereck)

Schiedsrichter: Lukas Kohlmüller (München)/Gordon Schukies (Herne)

Es war nur der Anfang. Erst klaute Eisbären-Angreifer Leo Pföderl Maximilian Renner den Puck und ließ nach einem Alleingang Bietigheim-Keeper Cody Renner mit einem Schuss durch die Beine keine Chance (34.). Gut 60 Sekunden später war es erneut Zengerle, der - perfekt angespielt von Sebastian Streu frei - ganz viel Platz hatte und auf 3:1 erhöhte (35.). Die couragierten Gäste verloren in dieser Phase kurzzeitig den Überblick gegen eiskalte Eisbären.

Spektakel im Schlussdrittel

Es war ein bitteres Drittel für Bietigheim, die nun trotz einer starken Leistung einer Niederlage entgegensteuerten. So schien es zumindest. Doch der Tabellendreizehnte kam noch einmal zurück. Und wie: In einem spektakulären Schlussdrittel drehten sie zunächst binnen zehn Minuten das Spiel. Ex-Eisbär Constantin Braun traf mit einem Gewaltschuss von der blauen Linie zum 2:3 aus Sicht des Aufsteigers und Riley Sheen erzielte erst aus halbrechter Position den Ausgleich (52.) und dann aus kurzer Distanz die Gäste-Führung (56.).

Es war auch die Konsequenz zu vieler Strafen für die Gastgeber. Alle drei Tore kassierten die Berliner in Unterzahl - und plötzlich drohte die Auftakt-Niederlage im neuen Jahr. Doch die Eisbären konnten noch einmal reagieren: Kai Wissmann knallte den Puck aus der Distanz Richtung Tor, Pföderl fälschte ab und rettete den Tabellenführer in die Overtime (56.).

Pföderl: "Mit den Strafen eingeladen"

In der Verlängerung waren die Eisbären dann wieder am Drücker, konnten aber auch ein Powerplay nicht zur Entscheidung nutzen. So ging die Partie ins Penaltyschießen. Und in dem vergaben White und Pföderl für die Berliner, während Stretch und Sheen den überraschenden, aber nicht unverdienten Sieg für den Aufsteiger perfekt machten.

"Das war nichts", musste Pföderl nach dem Spiel im Interview bei Magentasport eingestehen - und: "Sie haben super gut gespielt und wir sie mit den Strafen eingeladen." Ex-Eisbär und Torschütze Braun zeigte sich stolz auf seine Bietigheimer: "Ich denke, dass es verdient ins Shootout gegangen ist. Es war wahrscheinlich ein schönes Spiel anzugucken. Sich als Aufsteiger so zu präsentieren, ist unglaublich", sagte er.

Die Eisbären haben bereits am Dienstag (19:30 Uhr) die nächste Chance, den ersten Sieg des Jahres 2022 einzufahren. Dann kommt Augsburg nach Berlin.

Sendung: Inforadio, 02.01.2022, 16:15 Uhr

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