Eishockey - Eisbären verlieren gegen Angstgegner München nach Overtime

Fr 14.01.22 | 22:37 Uhr | Von Fabian Friedmann
Spielszene Eisbären Berlin gegen EHC Red Bull München. (Bild: IMAGO / Contrast)
Bild: IMAGO / Contrast

Die Eisbären Berlin kassierten in der Deutschen Eishockey Liga in einer ausgeglichenen Partie eine vermeidbare Niederlage gegen den EHC Red Bull München. Für die Gäste war es nach verhängter Team-Quarantäne der erste Erfolg im Jahr 2022. Von Fabian Friedmann

Die Eisbären Berlin mussten in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) eine unglückliche 2:3-Niederlage nach Overtime (1:2, 1:0, 0:0) gegen den EHC Red Bull München einstecken. Gegen den Angstgegner aus Bayern (26 Niederlagen in 44 DEL-Spielen) zeigte der ersatzgeschwächte DEL-Tabellenführer (unter anderem Wiederer, Roßmy und Veilleux fehlten wegen Covid-19) eine kämpferisch gute Partie, doch mit Mängeln bei der Chancenverwertung. Die Gäste, die nach einer Team-Quarantäne erstmals nach zwölf Tagen wieder auf dem Eis standen, feierten dabei ihren ersten Sieg nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge.

Eisbären zu Beginn mit großen Löchern in der Abwehr

Die Münchner begannen druckvoll, während die Eisbären große Löcher in der Defensive offenbarten. Gleich zweimal musste Goalie Mathias Niederberger, der diesmal den Vorzug im Tor erhielt, in der Anfangsphase gegen freistehende Red Bulls parieren. Das erste Unterzahlspiel überstanden die Eisbären noch schadlos. Auf der Gegenseite setzte Marcel Noebels in der 6. Minute einen Schuss von der Blauen Linie an den Außenpfosten.

Die Eisbären nutzten dann ihrerseits ihr erstes Powerplay zur Führung durch Giovanni Fiore, der die bislang unterirdische Überzahl-Quote der Gastgeber von 13,9 Prozent (Schlusslicht in der Liga) ein wenig nach oben korrigierte. Doch die Red Bulls schlugen postwendend zurück. Filip Verejcka traf im Eins-gegen-Eins gegen Niederberger. Und München drückte weiter und erhöhte durch Ben Smith (13. Minute) in Überzahl zum 1:2 aus Sicht der Eisbären – ein verdienter Zwischenstand zur ersten Drittelpause, denn die Gäste waren spielerisch das bessere Team. "Wir müssen uns zusammenreißen und hinten besser arbeiten“, fand Jonas Müller dann deutliche Worte in der Pause bei MagentaTV.

Haukeland zieht Eisbären die Zähne

Berlins Trainer Serge Aubin fand in der Kabine offenbar die richtigen Worte, denn im zweiten Drittel zeigte sich der Favorit verbessert, scheiterte aber bei vielen klaren Möglichkeiten immer wieder am neuen Münchner Torhüter Henrik Haukeland. Der Norweger war erst zum 1. Januar an die Isar gewechselt und war ein starker Rückhalt. Es brauchte erst eine doppelte Überzahl ab der 30. Spielminute, damit die Hausherren den Ausgleich durch einen One-Timer von Marcel Noebels erzielen konnten. Die Eisbären blieben dran, aber es blieb zunächst beim 2:2.

Street in der Overtime mit dem Knock Out

Im Schlussdrittel blieb es weiterhin eine ausgeglichene, enge Partie mit leichten Vorteilen für die Berliner, die gerade in Unterzahl aggressiv agierten gegen müder werdende Münchner. Den Red Bulls war die lange Zeit in der Quarantäne durchaus anzumerken. Dennoch konnten die Berliner, allen voran Stürmer Leonard Pföderl ihre guten Chancen nicht nutzen. Auf der Gegenseite entschärfte Niederberger mit seinem 37. Save eine Großchance vom Münchner Angreifer Ben Smith (57.)

Es musste also die Overtime entscheiden. Und dort nutzten dann die Münchner ihre erste Chance eiskalt zu ihrem ersten Sieg in Overtime seit Oktober 2021. Frederik Tiffels bediente mustergültig seinen Sturmkollegen Ben Street, der mit seinem 11. Saisontor zum 2:3 für die EHC Red Bulls einnetzte. Nach einem langen Negativlauf der Münchner sorgte dieses Tor für Durchschnaufen bei den Gästen. Für die Eisbären war es zwar die zweite Niederlage in Folge nach der 3:4-Pleite gegen Nürnberg, doch bleibt man weiterhin Tabellenführer.

Sendung: rbb24, 14.01.2022, 22 Uhr

Beitrag von Fabian Friedmann

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