Hertha BSC vor dem Rückrunden-Auftakt - Ohne Acht gegen Köln

Fr 07.01.22 | 18:51 Uhr
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Hertha-Trainer Tayfun Korkut. / imago images/Matthias Koch
Bild: imago images/Matthias Koch

Corona macht auch vor Hertha BSC nicht halt: Im schlimmsten Fall muss Trainer Tayfun Korkut beim Rückrunden-Auftakt gegen Köln wegen Infektionen auf sieben Spieler verzichten. Und Topscorer Stevan Jovetic fällt ebenfalls aus. Von Philipp Höppner

Das Personal

Die Rückrunde beginnt für Hertha BSC mit einem Heimspiel gegen den 1. FC Köln im Berliner Olympiastadion (Sonntag, 15:30 Uhr). Doch eben ohne eine ganze Reihe von Spielern, die sich größtenteils mit Covid-19 infiziert haben. Eine Position ist besonders schwer betroffen: der Sturm. Topscorer Stevan Jovetic konnte seine Wadenblessur aus dem Spiel gegen Dortmund nicht rechtzeitig auskurieren und der zuletzt in immer besserer Form spielende Ishak Belfodil muss auf Grund seiner Corona-Infektion von zu Hause aus zugucken.

Auch im defensiven Mittelfeld könnte es personell eng werden. Sowohl Santiago Ascacibar als auch Lucas Tousart, die unter Korkut beide gesetzt sind, haben sich mit Corona infiziert. Hier besteht allerdings die Hoffnung, dass sich die beiden bis zum Sonntag noch freitesten und dann doch spielen dürfen.

Wer wohl die gesamte Rückrunde nicht mehr dabei sein wird, ist Krzysztof Piatek. Hertha-Manager Fredi Bobic bestätigte, dass der Stürmer bereits in Florenz ist und zwar "sicher nicht zum Pizza essen". Im Raum steht laut verschiedenen Medienberichten wohl eine Leihe mit Kaufoption. In der Wintertransferperiode einen Ersatz zu verpflichten sei aktuell jedoch nicht geplant, sagte Bobic weiter.

Es fehlen definitiv: Dedryck Boyata, Deyovaisio Zeefuik, Fredrik André Björkan (alle nach Covid-19-Erkrankung nicht rechtzeitig fit), Ishak Belfodil (Covid-19), Linus Gechter (Covid-19), Stevan Jovetić (Wadenblessur).

Fraglich sind: Lucas Tousart (Covid-19) und Santiago Ascacibar (Covid-19).

Die Form

Die Formkurve von Hertha BSC ist eine wahre Achterbahnfahrt. In der englischen Woche kurz vor Jahreswechsel verlor man erst sang und klanglos auswärts gegen Mainz mit 0:4 - nur um dann mit dem 3:2 Sieg gegen Borussia Dortmund vor heimischer Kulisse das beste Spiel der Saison zu spielen. "Erfolge helfen immer und daran zu glauben, wie wir spielen. Viel geht auch über die Trainingsarbeit und die Stärken zu stärken", antwortete Trainer Tayfun Korkut auf der Pressekonferenz die Frage, wie man konstanter spielen kann.

Gegen Borussia Dortmund brachte Jordan Torunarigha mehr Stabilität in die Defensive als zuvor Kapitän Dedryck Boyata gegen Mainz. Da der Belgier auch für das Spiel gegen Köln ausfällt, ist Torunarigha weiterhin gesetzt und "soll genau so weiterspielen", sagte Korkut.

Der Gegner

Vor acht Monaten rettete sich der 1. FC Köln im letzten Spiel der Saison 2020/21 mit einem Sieg gegen die bereits abgestiegenen Schalker vom 17. Platz in die Relegation. Und auch hier mussten die Fans zittern: Das erste Spiel ging zu Hause gegen Holstein Kiel verloren. Erst das Rückspiel konnten die Kölner klar mit 5:1 für sich entscheiden. Doch zu diesem Zeitpunkt hätte sicherlich niemand geglaubt, das der FC diese Saison Chancen auf die internationalen Plätze hat.

Nach der Hinrunde steht man mit 27 Punkten auf Platz acht auf der Tabelle. Mit Steffen Baumgart hat man einen Trainer gefunden, der perfekt in die Domstadt passt. Baumgart lebt von seinen Emotionen, mit der er die Mannschaft mitreißt. Der FC spielt frechen Offensivfußball und wird besonders über die Außen gefährlich - keine Mannschaft flankt mehr. Ein System perfekt ausgerichtet für Anthony Modeste.

Nach der Erfolgssaison 2016/17 wechselte der Franzose nach China. Doch das Heimweh wog stärker als der monströse Gehaltscheck. Und nun, im Herbst seiner Karriere mit 33 Jahren, spielt Anthony Modeste unter Baumgart wieder wie zu Bestzeiten. In 19 Spielen kommt der Franzose auf 13 Tore.

"Wir wissen um die Stärken des Gegners, die haben auch einen guten Abschluss der Hinrunde gehabt, mit zwei Siegen, aber trotzdem müssen wir an unser Spiel denken", sagte Tayfun Korkut auf der Pressekonferenz über Köln.

Herthaner im Fokus

In den vergangenen fünf Pflichtspielsiegen von Hertha BSC kommt Marco Richter auf fünf Torbeteiligungen. Der Neuzugang vom FC Augsburg hat sich über die Hinrunde vom Einwechselspieler zur Stammkraft entwickelt. "Der Marco ist unberechenbar, das ist glaube ich die größte Stärke", sagte Korkut. "Auch wenn er mal ein paar Minuten nicht ganz so am Spiel teilnimmt, dann kann er plötzlich mit einer Aktion entscheidende Sachen machen."

Wie zum Beispiel Tore schießen: Gegen Dortmund gelang Richter ein Doppelpack mit einem besonders sehenswerten Fernschuss, aus halbrechter Position, oben links ins Eck. Insgesamt kommt der Rechtsaußen in 18 Spielen für Hertha auf sechs Tore und eine Vorlage. Besonders durch die Ausfälle von Belfodil und Jovetic dürfte gegen Köln jede Menge Hoffnung auf Richter ruhen.

Besonderheiten

Auch Davie Selke könnte von den Ausfällen seiner Konkurrenten im Sturm profitieren und Einsatzzeit bekommen. Besonders motiviert dürfte der Stürmer auch sein, denn diese Woche kündigte er mit seiner Frau Evelyn an, dass die beiden ihr erstes Kind erwarten.

Wen Tayfun Korkut letztlich gegen Köln ins Rennen schickt, dürfen jedoch auf Grund der pandemischen Lage nur etwas mehr als 2.000 Zuschauern im Olympiastadion begutachten. Nur 3.000 Personen sind im Stadion erlaubt, zu denen auch Spieler, Trainer, Ordner und Medienvertreter zählen.

Sendung: rbb24, 07.01.2022, 18:15 Uhr

2 Kommentare

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  1. 2.

    Es ist schon etwas verwunderlich, wie viele Spieler aus dem Hertha-Kader an Corona erkrankt sind. Ein Schelm, wer Arges dabei denkt.

  2. 1.

    Mal gespannt wieviele Spiele in nächster Zeit wegen Corona abgesagt werden müssen,
    Fair ist das eh nicht, wenn die einen 8 oder 10 Ausfälle wegen Corona haben und der Gegner kann mit seiner besten Mannschaft spielen
    Nenne ich Wettbewerbsverzerrung

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