Korkut nach dem 1:3 gegen Köln - "Die Mannschaft will hart daran arbeiten"

Mo 10.01.22 | 18:32 Uhr
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Herthas Trainer Tayfun Korkut
imago images/Metodi Popow
Audio: Inforadio | 11.01.2022 | Dennis Wiese | Bild: imago images/Metodi Popow

Am Tag nach der Niederlage gegen Köln stellt sich Tayfun Korkut den Reporterfragen. Herthas Trainer sieht weiter eine positive Entwicklung in der Mannschaft. Doch sie kassiere aktuell zu viele Gegentore.

Tayfun Korkut über ...

… die Hauptgründe für die Niederlage.

Das ein oder andere hat uns gefehlt, die letzte Konsequenz, vor allem im letzten Drittel. (…) Das gleiche aber auch in der Defensive: Wir haben das eine oder andere nicht so gemacht, wie wir es uns vorgestellt hatten, haben den Gegner eingeladen zu Torchancen. Nachdem wir zum Anschlusstreffer gekommen sind, hat die Mannschat noch mal alles versucht in der zweiten Halbzeit. Aber wir waren dann nicht so durchschlagskräftig, wie wir es uns vorgestellt hatten.

… den Leistungs-Einbruch nach einer gelungenen Anfangsphase.

Ein Gegentor macht immer etwas mit einer Mannschaft. Wir waren, trotz allem, in der zweiten Halbzeit gefühlt dem 2:2 näher als Köln dem dritten Treffer. Trotzdem macht das natürlich was. Die Mannschaft hat sich erst mal schütteln müssen. Was aber sehr ärgerlich ist, waren die ersten drei Situationen, die wir hatten, als es noch 0:0 stand. Uns hätte eine Führung sehr, sehr gutgetan. Dann läuft auch so ein Spiel in eine andere Richtung. Es ist dann nicht so gekommen.

 

... die Aufarbeitung der Niederlage.

Wir haben eine klare Analyse gemacht mit der Mannschaft, alles besprochen, auch alle Fehler angesprochen. Und die werden sich nicht wiederholen: Weil wir werden daran arbeiten, werden hart daran arbeiten - die Mannschaft will hart daran arbeiten. Und wir werden uns sehr, sehr gut vorbereiten auf das nächste Spiel (Anm: am Samstag, 15:30 Uhr, beim VfL Wolfsburg).

… das Fehlen des Sturmduos Ishak Belfodil (Covid-19) und Stevan Jovetic (Wadenblessur).

Deswegen haben wir das Spiel nicht verloren. Für uns ist es erst mal wichtig, dass alle, die gerade gesund sind auch gesund bleiben. Die anderen, die jetzt Rückstand haben und eventuell zurückkommen, da müssen wir von Tag zu Tag schauen. Es ist eine kurze Woche, es geht bald weiter, wir müssen von Tag zu Tag schauen, wer dann letztendlich spielbereit ist. Gleichzeitig darf nicht wieder etwas passieren.

… die Gesamtsituation nach dem ersten Spiel der Rückrunde.

Ich weiß, dass es Aufs und Abs in einer Entwicklung geben kann. Die durchleben wir gerade. Aber Fakt ist, dass wir nun schauen müssen, dass wir weniger Gegentore bekommen. Die Anzahl ist sehr hoch (Anm.: 38 Gegentore nach 19 Spieltagen). Und es ist auch nicht immer so, dass man selbst zwei, drei Tore macht. Wenn man sich die Spiele anschaut, die wir gewonnen haben oder einen Punkt geholt haben, da mussten wir mindestens zwei Tore schießen. Wir müssen schauen, dass wir das in den Griff kriegen und eine gute Balance haben.

… mögliche Transfer-Wünsche angesichts der zahlreichen verletzten Ausfälle.

Klar, gegen Köln war nicht mehr viel auf der Bank, wenn es um die Stürmer geht. Aber wir haben auch zwei, die jetzt gerade erkrankt oder verletzt sind (Anm.: Belfodil, Jovetic). Wir müssen schauen, dass die schnell gesund werden. Alles andere ist das Thema von Fredi. Da habe ich ein großes Vertrauen.

Sendung: rbb24, 10.01.2022, 18:15 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    "wahrscheinlich nur durch den glücklichen Umstand die Klasse halten, dass mindestens drei Mannschaften zum Ende der Saison werden noch schlechter gespielt haben."
    Ja, so ist das im Sport... Bayern wird auch nur Meister, weil 17 Mannschaften schlechter sind.

  2. 5.

    @robinson: Nein, das muss gar nicht zwingend so sein. Ein gutes aktuelles Beispiel ist die Mannschaft von Arminia Bielefeld; die sind in der Tabelle zwar vorletzter, aber es gibt nicht weniger als zwölf Clubs, die in dieser Saison schon mehr Tore als die Arminia kassiert haben.
    Bei Hertha kommt leider der Umstand zum Tragen, dass die Mannschaft einerseits wenige Tore schießt, andererseits aber viele kassiert - das ist natürlich eine fatale Konstellation.

  3. 4.

    Luca Netz hat bis zu seiner Verletzung auch für Hertha BSC in der Bundesliga gespielt. Und er hätte mit hoher Wahrscheinlichkeit in dieser Saison einen Stammplatz als linker Verteidiger gehabt.

  4. 3.

    Zwei junge Spieler wechseln den Verein, gehen zu BMG. War das nur wg. des Geldes oder auch wg. fehlender Perspektive bei Hertha? Im neuen Verein spielen sie sofort. Irgendwie alles ein bißchen komisch.

  5. 2.

    "sie kassiere aktuell zu viele Gegentore" Ist das nicht der Hauptgrund bei allen Absteigern und Manschaften im unteren Drittel?

  6. 1.

    Was bei Hertha scheinbar noch niemand so richtig kapiert hat ist, dass ein Trainerwechsel nichts hilft, wenn du eine Truppe hast, die nicht zusammen passt. Ganz einfach. Bei Hertha ist seit Klinsmann, bzw. seit Dardais vorletzter Entlassung so viel Unruhe drin.
    Hertha wird, wie in den Jahren zuvor, wahrscheinlich nur durch den glücklichen Umstand die Klasse halten, dass mindestens drei Mannschaften zum Ende der Saison werden noch schlechter gespielt haben.

    Die goldenen Zeiten, wo bei Hertha die Transferpolitik gepasst hat, sind leider vorbei. Vielleicht sollte man seinen Scouts mehr vertrauen. Vielleicht sollte man mit motivierten Talenten spielen und dafür in Kauf nehmen, dass man nächstes Jahr nicht Meister wird.

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