Torloses Unentschieden - Hertha müht sich in Wolfsburg zu Punktgewinn

Sa 15.01.22 | 18:13 Uhr | Von Shea Westhoff
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Hertha Wolfsburg
Audio: Inforadio | 16.01.2022 | Astrid Kretschmer | Bild: imago images/Matthias Koch

Nach der Niederlage zum Rückrundenauftakt wollte Hertha BSC beim Tabellennachbarn VfL Wolfsburg eine Reaktion zeigen. Nach einer schwachen ersten Hälfte machten es die Berliner im zweiten Durchgang besser. Doch es fehlte erneut an Ideen in der Offensive.

Hertha BSC bleibt im neuen Kalenderjahr noch ohne Sieg in der Fußball-Bundesliga. Am Samstag trennte sich die Elf von Tayfun Korkut mit einem 0:0-Remis vom Tabellennachbarn VfL Wolfsburg. Nachdem die Wolfsburger im ersten Durchgang dominiert hatten, kamen die Gäste aus Berlin nach dem Seitenwechsel besser ins Spiel, ohne allerdings zu nennenswerten Torchancen zu kommen. Ein Offensivfoul von Jurgen Ekkelenkamp verhinderte, dass der Treffer seines Teamkollegen Niklas Stark zählte.

Wolfsburger Dominanz in erster Hälfte

Hertha BSC musste im Krisenduell auf Peter Pekarik verzichten. Der Klub vermeldete rund eine Stunde vor Anpfiff, dass der Slowake positiv aufs Coronavirus getestet wurde und sich direkt in Isolation begeben habe. Auf der rechten Abwehrseite kam deshalb Lukas Klünter zu seinem ersten Startelf-Einsatz seit vier Monaten. Wieder mit von der Partie war wiederum Stürmer Ishak Belfodil, der Stürmer kehrte nach seiner Corona-Infektion zurück ins Team und startete im Angriff neben Myziane Maolida.

In der ersten halben Stunde des Spiels waren es die Wolfsburger, die die entscheidenden Akzente setzten. Die erste große Chance verzeichnete Luca Waldschmidt nach einer Viertelstunde. Jerome Roussillon hatte ihm den Ball von der linken Seite flach und scharf in den Lauf serviert. Doch Waldschmidt jagte den Ball per Direktabnahme übers Berliner Gehäuse. Zwei Minuten später war es wieder Roussillon, der den Ball von gleicher Position flach in den Sechzehner brachte. Doch Wout Weghorst stellte Keeper Schwolow mit einem schwachen Abschluss vor keine Probleme.

Auch die dritte hochkarätige Chance ließen die Wolfsburger verstreichen. Yannick Gerhardt kombinierte sich mit Weghorst in den Strafraum hinein, hatte nur noch Schwolow vor sich. Doch der Torhüter brauchte beim hastigen Abschluss von Gerhardt nur seinen linken Arm ausfahren, um zu parieren.

Das Tor erzielten vor der Pause die Herthaner, allerdings zählte es nicht. Niklas Stark köpfte nach einem Eckball ein, Schiedsrichter Robert Hartmann hatte allerdings vorher eine Schubs-Aktion von Jurgen Ekkelenkamp gesehen, pfiff deswegen ab. Eine Entscheidung, die für heftige Diskussionen zwischen Referee und Herthas Akteuren sorgte.

Hertha engagiert im zweiten Durchgang

Nach dem Seitenwechsel blieben die Wolfsburger zunächst spielüberlegen, waren allerdings erneut nicht konsequent genug. Nachdem Weghorst per Hackenzuspiel auf Waldschmidt ablegte, konnten Herthas Verteidiger dessen Schuss gerade noch abblocken (52. Minute). Wenige Minuten rauschte Waldschmidt Distanzschuss über das Tor von Schwolow.

In der Folge gewannen die Gäste aus Berlin zunehmend die Kontrolle, das Spiel verlagerte sich in die Hälfte der Hausherren. Torchencen blieben hingegen aus. Bis zur Schlussphase blieben die Herthaner engagiert, allerdings fehlten nennenswerte Torgelegenheiten, sodass es beim torlosen Unentschieden blieb.

Das Spiel in der Kurzanalyse

In der ersten halben Stunde lief der VfL passive Berliner hoch an, störte früh und erarbeitete sich zahlreiche Chancen. Hertha konnte sich glücklich schätzen, dass Wolfsburgs Offensivspieler die letzte Konsequzenz im Abschluss gleich mehrfach vermissen ließen.

Der Umstand, dass mit Jordan Torunarigha ein Innenverteidiger mit seinen Grätschen und Sprintduellen zunächst der auffälligste Berliner Akteur war, zeugte ebenfalls nicht von einer organisierten Spielidee. Als Torunarigha kurz vor der Halbzeitpause im eigenen Strafraum noch Renato Steffen zu Fall brachte, konnte sich Hertha glücklich schätzen, dass die Aktion keinen Elfmeter zur Folge hatte.

Trotzdem hätten die Gäste im ersten Durchgang in Führung gehen können. Vladimir Darida trieb den Ball in der 33. Minute in einer aussichtsreichen Kontersituation nach vorn, allerdings ließ er sich von Wolfsburger Gegenspielern ablaufen. Dass Schiedsrichter Hartmann kurz vor dem Pausenpfiff noch Herthas Führungstreffer aberkannte, war durchaus als Pech für den Hauptstadtklub zu werten: Nur zart hatte Jurgen Ekkelenkamp den Wolfsburger Roussillon in einer parallelen Spielszene zur Seite geschoben - für den Schiedsrichter aber Anlass genug, um den Treffer zu annullieren.

Im zweiten Durchgang trat Hertha organisierter auf, Darida verteilte die Bälle bis ins gegnerische Spielfeld-Drittel klug. Doch die letzte geniale Offensiv-Idee fehlte der Mannschaft von Korkut. Je mehr sich das Spiel dem Abpfiff zuneigte, umso weniger waren dann sowohl die Hausherren als auch die Gäste bereit, ins Risiko zu gehen. Für beide Teams steht momentan zu viel auf der Kippe.

Das sagt das Netz

Konnte sich mehrfach bei seinem Keeper bedanken: Der Fußballklub aus Charlottenburg.

Sorgte für Verwunderung: Das vermeintliche Foul von Ekkelenkamp.

Andere flüchteten sich in Sarkasmus.

Sendung: rbb UM6, 15.01.2022, 18 Uhr

Beitrag von Shea Westhoff

10 Kommentare

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  1. 10.

    Ein 0:0 ist bei ihnen also eine " Klatsche " ????
    Ist ja wirklich interessant. Man lernt hier echt nicht aus.

  2. 9.

    Nein ich wechsel nicht zurück.
    Habe mir das Hertha Dilemma 40 Jahre als Mirglied angesehen.
    Auch in positiven Zeiten. Jetzt ist Zeit
    Konsequenzen zu ziehen.
    Hertha macht auch nichts anderes - siehe Trainerwechsel.

  3. 8.

    Schnell die Seiten wechseln, das macht meine Zugereiste Nachbarschaft jede Saison in jeder Sportart so. Braucht kein Mensch solche Leute.

  4. 7.

    Hertha sollte sich lieber auf die Liga konzentrieren! Was nützt es, wenn man im Pokal weit kommt und dann doch absteigen muss!

  5. 6.

    Tja, das nennt man dann wohl Erfolgsfan. Wechselst du wieder, wenn's bei Union mal nicht mehr läuft?

  6. 5.

    Hurra, die nächste Klatsche. Werde wohl jetzt Unionfan.
    Da weiss ich auch, dass ich im Pokal Grund zur Freude habe.

  7. 4.

    Wo sind eigentlich die euphorischen Herthafans
    Sind die geschockt, oder kapieren sie jetzt, daß mit dieser Mannschaft und diesem Trainer nichts zu holen ist

  8. 3.

    Ich wundere mich schon, dass das Unendschieden von den BCCler nicht gefeiert wird.
    Immerhin war es ja keine Klatsche.

  9. 2.

    Ich habe nicht besseres erwartet.
    Kein Wunder es fehlt der Zusammenhalt (Spirit) bei Hertha.
    Holt doch Amateure aus dem Nachwuchs und einen entsprechenden Trainer dazu, dann wird es vielleicht mal klappen. Geld scheint ja nicht zu helfen. Ich richte mich schon mal auf den Abstieg ein.

  10. 1.

    Auf geht's, IHR WÖLFE

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