Neuer Entwurf für Olympiapark - Hertha setzt auf neue Sportsenatorin im Stadion-Streit

Mo 17.01.22 | 17:16 Uhr
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Symbolbild: Das Hertha-Stadion in Berlin aus der Vogelperspektive. (Quelle: imago images/T. Wiedensloher)
Bild: imago images/T. Wiedensloher

Fußball-Bundesligist Hertha BSC will sein neues Stadion weiter im Olympiapark bauen. Das hat der Verein bei seiner Mitgliederversammlung am Sonntag erneut betont – und gleich noch einen neuen Entwurf für das Stadion vorgelegt.

So wurden vor allem die Ecken des ursprünglichen Entwurfs abgerundet. Das Stadion soll, so die Vorstellung, an der Rominter Allee in unmittelbarer Nähe des Olympiastadions gebaut werden. "Da entsteht viel Fantasie bei mir", kommentierte Hertha-Geschäftsführer Ingo Schiller.

Auf Unterstützung der Politik angewiesen

Für die Umsetzung ist der Verein allerdings auf die Unterstützung der Politik angewiesen. Auf dem ins Auge gefassten Baugelände befinden sich derzeit noch Wohnungen von Mietern der "Genossenschaft 1892". Verhandlungen über das Grundstück waren jedoch mehrfach gescheitert, weil Hertha BSC der Genossenschaft keine alternativen Wohnungen als Ausgleich anbieten konnte.

Über den neuerlichen Vorstoß war man bei der "1892" deswegen nicht besonders erfreut. "Man spricht über aber nicht mit uns", teilte die Genossenschaft dem rbb mit. "Wir sind unverändert nicht bereit, unsere Wohnungen in der Sportforumstraße zu veräußern oder Verhandlungen darüber zu führen", so die Genossenschaft weiter. "Sehr bedauerlich ist, dass unsere Bewohner in der Sportforumstraße durch diese unabgestimmte Vorgehensweise einmal mehr verunsichert werden."

Der Verein und die Fans des neuen Stadions setzen nun auf Gespräche mit Berlins neuer Sportsenatorin Iris Spranger (SPD). Eine Gesprächsrunde ist für Februar vorgesehen.

Die Bekräftigung des Stadion-Vorhabens fällt in eine Zeit, in der der Verein sich finanziellen Herausforderungen gegenübersieht. In der vergangenen Saison erwirtschaftete Hertha ein Defizit von 78 Millionen Euro, was laut Schiller auf durch Corona verursachte Effekte zurückzuführen ist.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Beitrags stand der Name "Genossenschaft 1982". Das ist falsch, korrekt ist der Name "Genossenschaft 1892". Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

Sendung: Inforadio, 17.01.2022, 09:15 Uhr

40 Kommentare

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  1. 40.

    Ähem, die Pläne zum Umbau des Bahnhofs Köpenick reichen bis ins vorletzte Jahrzehnt zurück, Berndinho.

  2. 39.

    Zitat:
    "Ist das Olympiastadion etwa nicht mehr gut genug?"

    Gegenfrage... Warum bauen so viele Berliner Eigenheime außerhalb der Stadt?
    Sind Ihnen Ihre Wohnbunker wohl nicht gut genug?
    Und sie haben recht... Steuergelder sollten nicht für Stadionneubauten und deren Infrastrukturausbsau wie in Köpenick geplant, ausgegeben werden.

  3. 38.

    Nun ja,das Übliche. Passiert doch hier bei jedem Wohnungsbau. Klagen der Nachbarn nach Motto Ich habe eine Wohnung, was scheren mich die Anderen. Ich will meine Aussicht behalten. Das hat Hertha noch vor sich.
    Trotzdem bleibt Freiburg ein Vorbild.

  4. 37.

    In aller Stille. Ich glaube, Sie sollten sich doch mal etwas mehr schlau machen. Stille ist übrigens das genau passende Stichwort zum neuen Freiburger Stadion. Viel Erfolg beim Suchen. ;-)

  5. 36.

    Bei Hertha plant man in der Regel konservativ, was sportliche Erfolge und Zuschauerzahlen angeht. Auf Grund der Erfahrungswerte der letzten Jahre hätte man hier sehr wahrscheinlich mit einer Zahl im 40k-Bereich geplant. Ein Grund ja übrigens, weshalb man ein kleineres, reines Fußballstadion haben möchte. Ein Stadion der Größe des Olympiastadions füllen weltweit vier Vereine. Bayern, Dortmund, Barca, ManUnited. Alle übrigens Vereine mit reinen Fußballstadien.

    Da es bei besagtem runden Tisch bisher keine Festlegung auf einen Standort gibt, weder auf das Olympiagelände noch auf den hier besprochenen Standort, ist es natürlich auch nicht an der Zeit, mit den betroffenen Mietern zu sprechen, ohne die natürlich keinerlei Lösung an besagtem Standort möglich ist.

    Die Zusammenfassung des Textes welche Gespräche in welcher Runde geplant sind, sind alles andere als vollständig.

  6. 35.

    Der Senat hat keine verfügbaren Flächen zur Verfügung gestellt, auch und erst Recht nicht in Tegel.

    Der Senat sagte, man solle mal in Tegel gucken. Das Ergebnis war erwartbar: Auf dem Festplatz sollen Wohnungen und Schulen gebaut werden (Beschluss der BVV Mitte) und auf allen möglichen Standorten gibt es - größtenteils unüberwindbare - Interessenkonflikte, bspw. mit dem Lärmschutz. Noch schwerer wiegt die fehlende ÖPNV-Anbindung welche, im Gegensatz zum Olympiagelände erst gebaut werden und vom Steuerzahler finanziert werden müsste. Alles nicht realistisch, weshalb ein Standort auf dem Olympiagelände (nicht zwingend der an der Rominter Alles) nach wie vor der logische Standort ist.

    Darüber zu reden, was vor 50 oder 60 Jahren bei Hertha war, ist ähnlich wertvoll wie eine Diskussion darüber, dass die Wohnungen dort unter britischem Besatzungsrecht gebaut wurden und bereits jetzt Probleme verursachen, wenn es darum geht Veranstaltungen, Konzerte und Festivals nach Berlin zu holen.

  7. 34.

    Komisch die Olympiastadien in München, Athen und Sevilla sind mit 5 Sternen der UEFA bewertet und kein Verein will dort spielen.
    Auch das Olympiastadion in Rom hat 5 Sterne und die beiden Vereine Lazio und AS wollen dort raus.

    Warum wohl?? Und das bei so tollen Stadionbewertungen.


  8. 33.

    Denkmalschutz?

    An was soll denn eigentlich erinnert werden?
    Etwa an 1936…?

  9. 32.

    Da Sie ja Ahnung haben, sollten Sie dem Vorstand raten, mal mit dem SC Freiburg zu reden. Die haben das in aller Stille gemacht und noch Anderes, z.B. 10 Jahre einen Trainer.Wie viele hatte Hertha in der Zeit?Das gab es hier selbst zu Zeiten von Holst und Herzog nicht.

  10. 31.

    Würden Sie Ihre Wohnung für einen der dann Vertriebenen zur Verfügung stellen?

  11. 30.

    Soetwas löst man im Stillen mit den Betroffenen. Die sind „bestechlich“ wenn der Ton und die neue Wohnlage stimmt? Druck von ... bewirkt Gegendruck: Schulwissen in Physik , oder höhere Psychologie nach einem Studium... oh je, dass führt jetzt zu weit...

  12. 29.

    Die Genossenschaft heißt 1892 und nicht 1982!

  13. 28.

    wieso muss? Zahlen muss hertha eine Miete, weil der Verein sein eigenes Stadion am Gesundbrunnen an den Senat verkauft hat. Hätten sie das nicht, wäre der Verein damals schon pleite gewesen.
    Zum standort: der Senat hatte bei der ersten Diskussion ein Gelände auf dem ehemaligen Flughafen Tegel und auf dem zentralen Festplatz angeboten. Das hat hertha aber rundweg abgelehnt. Beides freie Flächen, wo sich keine Wohnungen befinden. Also, was will die hertha eigentlich?
    Privat finanziert? Wann hat das denn schon mal funktioniert???

  14. 27.

    Wohnungen sind wesentlich wichtiger als ein neues Stadion. Ist das Olympiastadion etwa nicht mehr gut genug?
    Um diese Diskussion endgültig zu beenden, sollten auf dem Gelände neue Wohnungen gebaut werden, mit Möglichkeiten für den Breitensport. Für so einen Schwachsinn wie Profifußball sollten keine Steuergelder verschwendet werden.

  15. 26.

    Richtig: Der Zukunft zugewandt pfeifen wir auf Wohnungen, Denkmalschutz, Bäume und anderen Klimbim. Wir brauchen ein Fußballstadion, pardon: EINE ARENA mit Weltniveau. Und zwar modernem. Dann klappt's auch mit der Meisterschaft (vielleicht wenigstens in der zweiten Liga).

  16. 25.

    Das Oly hat die UEFA Klassifizierung 4. Die höchste also, geeignet für Champions League Endspiele. Was genau reicht der olln Herta da jetzt nicht?

  17. 23.

    Hertha BSC will auf dem Olympiagelände bauen. Die Sportforumstrasse ist nur einer von mehreren möglichen Standorten. Keinesfalls ist es so, dass Hertha sich einzig auf die Sportforumstr. festgelegt hat. Die im Februar anstehenden Gespräche sind die des runden Tisches, der sich mit der Standortfrage beschäftigt. Keinesfalls sind es Gespräche zwischen Senatorin Spranger und Hertha zur Sportforumstr.. Hertha BSC hatte die Finanzierung im Datenraum des AGH ausgelegt und auch den Mitgliedern zugänglich gemacht. Die Finanzierung wurde von unabhängigen Fachleuten bewertet und als konservativ vorsichtig bewertet. Es gibt auch noch keine Entwurfsplanung für das Stadion, da der Standort ja noch fehlt. Die Zeichnungen zeigen nur Platzhalter. Zuerst abstrakt eckig, nun ein wenig anschaulicher in rund. Ein Stadionbau, der sich von der Standortsuche, bis zur Fertigstellung über Jahre hinzieht, sollte im übrigen nicht von der aktuellen Spieltagstabelle abhängig gemacht werden.

  18. 22.

    Ist schon lustig. Hier antworten sich manche Leute selbst. Ganz großes Kino.

  19. 21.

    "Wir sind unverändert nicht bereit, unsere Wohnungen in der Sportforumstraße zu veräußern oder Verhandlungen darüber zu führen", so die Genossenschaft weiter...

    Das heißt doch wohl, die wären einer Einladung sowieso nicht gefolgt. Sehr schade!

    Hier will jemand in etwas vernünftiges investieren, eine moderne Fussball-Arena (so etwas gibt es in der Bumdeshauptstadt nicht). Es muss doch möglich sein, darüber zu reden...

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