Partie gegen Gladbach - Union will die Erfolgswelle weiterreiten

Fr 21.01.22 | 16:30 Uhr | Von Jakob Rüger
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Spieler des 1. FC Union Berlin bejubeln Tor mit geballten Fäusten (Quelle: Imago/Matthias Koch)
Bild: Imago/Matthias Koch

Viel Zeit zum Jubeln hat der 1. FC Union nach dem Derby-Sieg gegen Hertha und dem Einzug ins Pokal-Viertelfinale nicht. Nun wartet Mönchengladbach und die Köpenicker dürfen sich auf ein Wiedersehen mit einem Rekordspieler freuen. Von Jakob Rüger

Das Personal

Es bleibt dabei, der 1. FC Union kommt weiterhin ohne große Verletzungen und Ausfälle durch die Saison. Trainer Urs Fischer macht dafür die medizinische Abteilung, aber auch die Spieler verantwortlich. Gerade die zahlreichen Spiele in der Hinrunde erforderten eine gute Regeneration und individuelle Vorbereitung.

Der 1. FC Union muss für die Reise nach Mönchengladbach weiterhin nur auf Stürmer Taiwo Awoniyi verzichten. Der Nigerianer überzeugt beim Afrika-Cup mit bislang einem Tor (gegen den Sudan) bei zwei Startelfeinsätzen. Die Super Eagles haben gute Chancen den Titel zu holen. Verteidiger Rick van Drongelen und Flügelstürmer Pawel Wszolek, beide bislang noch ohne Bundesligaeinsatz, befinden sich nach ihren positiven Corona-Tests langsam im Aufbau.

Die Form

Dem 1. FC Union scheint derzeit alles zu gelingen. Spielerisch konnte das Team von Trainer Urs Fischer gegen Hoffenheim (2:1) und im Pokal gegen Hertha BSC (3:2) nicht restlos überzeugen. Doch Union gewinnt seine Spiele trotzdem, dank ungewohnter Effizienz. Die Eisernen profitieren dabei sicherlich auch von ihrer Erfahrung, Union stellt die älteste Mannschaft der Liga.

Die Köpenicker sind seit fünf Spielen ungeschlagen und sind dabei nicht nur ungemein Heimstark. In dieser Saison wurden nur drei Bundesligaspiele in der Fremde verloren. Das wird einzig von Tabellenführer Bayern und von Leverkusen unterboten. Der umjubelte Einzug ins Pokal-Viertelfinale nach dem Sieg gegen Stadtrivale Hertha dürfte das Selbstvertrauen noch einmal gehörig gesteigert haben. "Aber bequem darfst du deshalb nicht werden", warnt Trainer Urs Fischer. "Das ist die Herausforderung für uns alle bescheiden zu bleiben und Demut zu zeigen. Es wartet eine neue Aufgabe auf uns."

Der Gegner

Etwas neidisch blickt man aus Mönchengladbach in den Berliner Osten. Union steht da, wo die Borussia gerne stehen würde, auf einem Europapokal-Platz. Gladbach ist das krasse Gegenteil zu Union in dieser Saison. Am Niederrhein dagegen hapert es an allen Ecken und Enden. Ginter und Zakaria wollen ihre Verträge nicht verlängern, Leistungsträger (Thuram noch ohne Tor) befinden sich im Formtief. Die Mannschaft spielt deutlich unter ihren Möglichkeiten und befindet sich in Abstiegsgefahr.

"Gladbach versucht spielerische Lösungen zu finden", analysiert Urs Fischer den kriselnden Gegner. "Die Mannschaft hat Geschwindigkeit und versucht den Gegner immer wieder zu locken. Wenn du ihnen Räume bietest, nutzen sie diese aus. Im Moment rufen sie ihre enorme Qualität nicht ab, doch das kann sich jederzeit ändern." Der für 7,5 Millionen Euro von Frankfurt geholte Trainer Adi Hütter steht unter großem Druck, im Pokal gab es eine peinliche 0:3-Niederlage gegen Zweitligist Hannover. Schon eine Niederlage gegen Union könnte Hütter den Job kosten. Gladbachs größtes Problem ist die Defensive. Nur Fürth und Hertha kassieren mehr Gegentore, allein in den letzten drei Heimspielen klingelte es elf Mal im Gladbacher Tor.

(Ex-)Unioner im Fokus

Am 11. Januar endete das Kapitel Marvin Friedrich in Köpenick. Der angesehene Innenverteidiger und ehemalige Co-Kapitän ist mit bislang 78 Einsätzen Unions Bundesligarekordspieler. "Seinen Wechsel nach Gladbach als nächsten Schritt kann ich nachvollziehen", so Urs Fischer. "Gladbach ist dann schon noch mal etwas größer." Um einen Spieler wie Friedrich zu halten, brauche Union mehr als drei Jahre Bundesliga, so der Trainer. Friedrichs Debüt in Gladbach, als Ersatz für den ausgemusterten Matthias Ginter, ging gegen Leverkusen allerdings daneben. Erst verursachte er einen Elfmeter, dann fälschte er den zweiten Gegentreffer unglücklich ab. Nun will Friedrich gegen seine Ex-Kollegen sicherlich beweisen, dass er es deutlich besser kann.

Besonderheiten

Während Spieler und Fans noch über den Pokalerfolg gegen Hertha jubelten, hat der Geschäftsführer Profifußball, Oliver Ruhnert, schon wieder zugeschlagen. Mit Andras Schäfer hat sich der 1. FC Union mehr Kreativität und Offensive in den Kader geholt. Der 21-jährige Ungar war in seinem Heimatland 2021 immerhin Fußballer des Jahres. Schäfer, der bei der EM dreimal in der Startelf der Ungarn zu finden war und auch ein Tor gegen Deutschland erzielte, wechselt vom slowakischen Erstligisten Dunajska Streda in die deutsche Hauptstadt.

"Andras haben wir bereits seit längerem genau verfolgt und uns gefällt seine Mentalität, seine Entwicklung und sein mutiges Spiel mit dem Ball", so Ruhnert bei der Verpflichtung. "Er ist jung, ambitioniert und ein Spieler, der uns nun bereits ab sofort zur Verfügung steht." Ein Einsatz am Wochenende gegen Mönchengladbach kommt aber für den Neuen noch zu früh. Schäfer befindet sich nach einer leichten Verletzung im Aufbautraining. Urs Fischer hofft den Ungarn nach der Länderspielpause Anfang Februar im Mannschaftstraining willkommen zu heißen.

Sendung: rbb24, 21.01.2022, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

2 Kommentare

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  1. 2.

    Dabei wünsche ich den Eisernen ganz viel Glück :-)

  2. 1.

    Union ist die einzigste Mannschaft die momentan in Berlin was zu bieten hat

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