Sofortiger Wechsel von Unions Topstürmer - Max Kruse wechselt nach Wolfsburg

So 30.01.22 | 18:59 Uhr
  72
Max Kruse (imago images/Laci Perenyi)
Audio: inforadio | 30.01.2021 | Kristoffer Klein | Bild: imago images/Laci Perenyi

Fußball-Bundesligist Union Berlin muss ab sofort auf seinen Topscorer Max Kruse verzichten. Der Ex-Nationalspieler kehrt zum VfL Wolfsburg zurück und nimmt über die Gründe für seinen Wechsel kein Blatt vor den Mund.

Fußball-Bundesligist Union Berlin muss ab sofort ohne Leistungsträger Max Kruse (33) auskommen. Der 14-fache deutsche Nationalspieler wechselt mit sofortiger Wirkung zum VfL Wolfsburg, für den er bereits zwischen 2015 und 2016 aktiv war.

In einer Mitteilung auf der Vereinshomepage von Union Berlin [fc-union-berlin.de] heißt es dazu, Kruse habe "Union darüber informiert, den Verein unmittelbar verlassen zu wollen". Kruses Vertrag bei den Berlinern wäre ursprünglich noch bis Ende der Saison gelaufen.

Kruse bittet um Verständnis

Die ablösefreie Verpflichtung Kruses im Sommer 2020 darf als voller Erfolg gelten. In den eineinhalb Jahren bei Union avancierte Kruse zum Top-Scorer. Sein Treffer am letzten Spieltag der Saison 2020/21 gegen RB Leipzig (2:1) bescherte dem Klub die Teilnahme am Europapokal. Insgesamt absolvierte Kruse für den aktuellen Tabellenvierten der Bundesliga 45 Pflichtspiele, in denen ihm 19 Tore und zwölf Torvorbereitungen gelangen.

In der Mitteilung auf der Vereinshomepage wird Kruse nun mit den Worten zitiert: "Ich danke euch allen für euer Vertrauen in mich - und jetzt bitte ich euch um euer Verständnis für meine Entscheidung, ein Angebot, das langfristig und hoch dotiert ist, anzunehmen." Wie einer offiziellen Mitteilung des VfL Wolfsburg zu entnehmen ist, bedeutet langfristig in diesem Fall eineinhalb Jahre, da der Vertrag bis zum 30. Juni 2023 gelten soll [vfl-wolfsburg.de].

Unions Geschäftsführer Sport, Oliver Ruhnert, wird im Hinblick auf den Abgang wie folgt zitiert: "Sein Abschied trifft uns unerwartet und es wird eine anspruchsvolle Aufgabe, diesen Verlust sportlich zu kompensieren. Er wollte diesen Wechsel jedoch unbedingt jetzt vollziehen, daher haben wir uns mit dem VfL Wolfsburg entsprechend geeinigt." Über eine Ablösesumme wurde nichts bekannt. Das Fachblatt "Kicker" schreibt jedoch, im Gespräch seien fünf Millionen Euro. Die Vertragsunterzeichnung und der Medizincheck sollen am Montag folgen.

Sendung: inforadio, 30.01.2021, 19:15 Uhr

72 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 72.

    Statt sich in Sarkasmus zu flüchten, sollten Sie lieber realisieren, dass es sich um Arbeitsverhältnisse handelt. Loyalität bedeutet im Profifußball, dass man für den Verein abliefert, für den man spielt. Und ich schätze Kruse so ein, dass er weiterhin geliefert hätte, auch wenn Union dem Wechsel nicht zugestimmt hätte. Ähnlich wie Lewandowski es nach seinem geplatzten Wechsel nach München für Dortmund auch getan hat. Oder anders: Welcher Spieler im heutigen Profifußball ist denn kein "Söldner"? Der Begriff ist heute deutlich angemessener und weniger negativ besetzt als noch vor dreißig Jahren.

  2. 71.

    Naja, Sie können Fussballprofis nicht mit "normalen" AN vergleichen, denn für Erstgenannte ist üblicherweise mit Mitte 30 Schluss mit dem erlernten Beruf - und man muss sich umorientieren und mglw. nochmal völlig neu erfinden. Da hilft es natürlich ungemein, wenn man in seiner aktiven Karriere soviel wie möglich verdient bzw. sich bestmöglich "verkauft" hat. Und dass Kruse ein gutes Ego hat, zuerst auf sich schaut und dies auch offen darstellt, dürfte wohl kaum jemandem entgangen sein . . .

  3. 70.

    Den kurzfristigen Wechsel musste ich auch erstmal verdauen, weil er eben so überraschend kam. Natürlich wird der Weggang eines Spielers, der maßgeblich am Erfolg des FCU beteiligt war, eine nicht gerade kleine Lücke reißen. Bei objektiver Betrachtung der Situation ist aber festzustellen, dass das halb so wild ist.
    Denn man musste ja davon ausgehen, dass Kruse seinen zum Ende der Saison auslaufenden Vertrag eh nicht verlängert hätte und man ihn ablösefrei hätte ziehen lassen müssen. So kommt noch gutes Geld in die Kasse mit dem der Verein für die nächste Saison planen kann. Und bei nun 34 Punkten auf dem Konto wird der FCU auch durch den Ausfall eines absoluten Leistungsträgers nicht mehr in Abstiegsnöte geraten.

    Ich wünsche Kruse jedenfalls alles Gute im "beschaulichen" Wolfsburg, wo er dem VfL und seinem Buddy Kohfeldt nun den A*sch retten soll . . .

  4. 69.

    Vertrag bis zum Karriereende, mit etwas Glück kann er zwei Jahre in Liga 2 herumeiern und alles ruhig auslaufen lassen.......

  5. 68.

    Was soll's, Wechselwillige soll man nicht aufhalten. Und geschätzte 5 Millionen Reingewinn für einen nicht mehr ganz frischen und Übergewichtigen Kruse noch eizusacken, ist doch auch nicht schlecht. Herr Ruhnert wird mit diesem Geld wahrscheinlich mehr anfangen können,als andere mit 50 Millionen. Viel Glück im Abstiegskampf Max.

  6. 67.

    Gegen ihre Argumente bin ich leider machtlos.
    Sie sind mir auch intellektuell total überlegen.
    Trotzdem danke für ihre wertvolle Zeit, die sie beim Lesen meiner Beiträgen verschwendet haben.

  7. 65.

    Ach ja ?
    Wie kommen sie darauf ?
    Nicht alles, was man gut kennt, muß man gut finden.

  8. 64.

    So, so, der Freigeist Max Kruse nimmt also ein Angebot an, was „langfristig und hoch dotiert“ ist. Laut Kicker immerhin bis 30. Juni 2023! Bei seiner Vorstellung bei Union versicherte Kruse noch, er habe lukrativere Angebote ausgeschlagen, weil es andere Dinge gäbe, die wichtiger seien. Bei Union hat Kruse offensichtlich dazu gelernt. Nun kann er eben zu einem geringen Aufpreis das Großstadtleben in Wolfsburg genießen und sollte aufpassen, dass er nicht mal ein Training verpasst, weil der ICE aus Versehen nicht in Wolfsburg hält. Für das, was Kruse für Union geleistet hat, bin ich ihm dankbar. Für seinen spontanen Ego-Tripp, der Saisonziele seiner Mannschaft(skameraden) gefährdet, weniger. Allet Jute, Max!

  9. 63.

    Ehrlich ist der Max...er wechselt wegen der Kohle!

  10. 61.

    Ja, es war ein Schock, diese Nachricht zu hören. Aber bei allem Frust bei Einigen hier: Auch Profifußballer sind nur Arbeitnehmer und wollen Geld verdienen. Und sind wir mal ehrlich: Wer von uns würde sich beruflich nicht verbessern wollen und seine Chance nutzen, wenn die Finanzen stimmen und man obendrein in seine Heimatgegend zurückiehen kann? Also mal realistisch bleiben. Fußball war und ist halt auch nur ein Geschäftsmodell.
    Ich sage deshalb: Danke, Max Kruse, für die tollen Tore und dein Engagement bei Union. Machet jut und bleib gesund.
    Eisern!!!

  11. 60.

    Ja: "...unser Stadion ist unser Dorf - hart, härter Eisern Union..."

  12. 58.

    Faire Verhältnisse zw. AG/AN beinhalten Loyalität auf beiden Seiten.
    Als AN gehe ich mit meinem AG auch durch nicht optimale Zeiten. Das zahlt sich im besten Fall durch Vertrauen aus.
    Ich streike mich nicht durch Nicht-Leistung zum nächsten AG, sondern halte Fristen ein.
    Wohlgemerkt, wenn das Arbeitsverhältnis in Ordnung ist.
    Söldner zeichnen sich dadurch aus dass ihnen der AG nichts bedeutet. Ein Vertrauensverhältnis wird nicht oder
    nur selten aufgebaut. Der Abgang ist oft näher als der neue Vertrag im alten Verein.
    Aubameyang, Dembelé, Hummels, Neuer...
    Dabei geht's weniger um Vereinswechsel als um die Art, wie damit umgegangen wird.
    Fahnenküsser und Wappenlecker sind sehr oft Heuchler.
    Und danke, ich habe mich schon aus dem aktiven Arbeitsleben verabschiedet.

  13. 57.

    Ein Dorf mit Stil und Charme zumindest! Ich bin froh dann auf einem Dorf zu wohnen - unveu!!!!!!!!!!!!!

  14. 56.

    Berlin als Dorf zu bezeichnen ist zumindest kreativ...

  15. 55.

    Absolut verständlich , wer will schon ewig bei so einem Dorfverein bleiben .

  16. 53.

    Wie definieren Sie Söldner. Fußballprofis sind auch nicht mehr oder weniger Söldner als andere Arbeitnehmer auch. Willkommen in der Berufswelt!

Nächster Artikel