DFB-Pokal | Achtelfinale - Union triumphiert im Derby und wirft Hertha aus dem Pokal

Mi 19.01.22 | 22:45 Uhr
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Union Heintz schirmt den Ball gegen Herthas Tousart ab (Foto: imago images / Andreas Gora)
Audio: Inforadio | 19.01.2022 | Stephanie Baczyk | Bild: imago images / Andreas Gora

Das Pokalderby zwischen Hertha BSC und dem 1. FC Union konnten die Gäste aus Köpenick mit 3:2 für sich entscheiden. Hertha BSC war zwar bemüht, konnte Unions Zielstrebigkeit aber nicht genug entgegensetzen.

Der 1. FC Union hat das Achtelfinalspiel im DFB-Pokal bei Hertha BSC mit 3:2 (1:0) und damit auch das zweite Hauptstadtderby der Saison gewonnen. Hertha BSC bleibt derweil auch im dritten Pflichtspiel des Jahres sieglos und kann den Traum vom Finale im eigenen Stadion ein weiteres Mal nicht verwirklichen.

Union startete überaus druckvoll in die Partie. Bereits nach zehn Sekunden kam Max Kruse aus spitzem Winkel zum Abschluss, konnte Hertha-Keeper Alexander Schwolow allerdings nicht überwinden. Die folgende Ecke führte zu einer Gelegenheit für Andreas Voglsammer, dessen unplatzierter Abschluss Schwolow aber keine Probleme bereitete. Zehn Minuten später machte es Voglsammer besser. Eine gefühlvolle Flanke von Kruse nahm der Stürmer artistisch direkt und brachte den Ball damit sehenswert über Schwolow hinweg im langen Eck unter (11.).

Elfmeter! Nein, doch nicht

Mit der Führung im Rücken ließen es die Köpenicker ruhiger angehen, behielten den Stadtrivalen aber dennoch gut im Griff. Ein erste Torannäherung gelang den Gastgebern erst nach rund einer halben Stunde, nachhaltige Gefahr für Union-Schlussmann Andreas Luthe bestand aber nicht. Stattdessen kam Union dem zweiten Treffer ziemlich nahe, als Schiedsrichter Deniz Aytekin nach einem Handspiel von Niklas Stark auf den Elfmeterpunkt zeigte (32.). Nach Rücksprache mit dem Video-Assistenten nahm Aytekin die Entscheidung aber wieder zurück, weil Voglsammer zuvor im Abseits gestanden hatte.

Damit nahm die Partie wieder Fahrt auf. Vor allem Hertha machte nun Druck und fand in Mittelfeldmotor Suat Serdar die treibende Kraft. Allerdings scheiterte das Team von Trainer Tayfun Korkut immer wieder an der fehlenden Präzision im Offensivspiel. In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs fand der Ball schließlich nach einem Serdar-Abschluss doch seinen Weg ins Tor der Unioner - allerdings stand Vorlagengeber Ishak Belfodil im Abseits und Union brachte somit die knappe Führung in die Pause.

In den zweiten Durchgang startete Hertha in veränderter Besetzung. Myziane Maolida und Peter Pekarik ersetzten Marco Richter und Lukas Klünter und hatten beinahe Grund zu feiern. Doch Vladimir Darida setzten den Ball aus fünf Metern deutlich über das Tor, nachdem ihn Belfodil stark in Szene setzte.

Kurz gab es tatsächlich Grund zum Jubeln – allerdings auf der anderen Seite. Eine scharfe Flanke von Levin Öztunali lenkte Stark beim Versuch, vor Voglsammer an den Ball zu kommen, unglücklich ins eigene Netz (50.) Danach wurde es wild. Zunächst schaffte Hertha den Anschlusstreffer, als Serdar Luthe schlecht aussehen ließ (54.), doch nur 87 Sekunden später stellte Robin Knoche den alten Abstand wieder her. Union ließ die Hertha nun kommen, die sich zwar engagiert zeigte, allerdings wenig Torgefahr ausstrahlte. Erst in der vierten Minute der Nachspielzeit brachte Serdar den Ball schließlich ein weiteres Mal über Linie. Zu spät, kurz darauf pfiff Aytekin ab. Sehr zur Freude der 200 mitgereisten Union-Fans.

Unions Viertelfinalgegner wird am 30. Januar um 19:15 Uhr im Rahmen der Sportschau im Ersten ausgelost.

Kurzanalyse

Das Spiel war ein Abbild der aktuellen sportlichen Verhältnisse in der Stadt. Die Gäste aus Köpenick hatten das Spiel stets unter Kontrolle und ließen nicht viel anbrennen. Der Spielverlauf war deutlicher, als das knappe Ergebnis vermuten lässt. Von Anfang war Union präsent und zielstrebig und ging folgerichtig schon nach zehn Minuten in Führung. Hertha trat erst nach rund 30 Minuten offensiv in Erscheinung, wirkte dann zwar engagiert, kam aber nicht zu wirklich gefährlichen Chancen.

Als nach Serdars Anschlusstreffer wieder etwas Spannung ins Spiel kam, antwortete Union postwendend mit dem 3:1 und ließ die bemühte, aber wenig durchschlagskräftige Hertha anrennen. Der Anschluss zum 2:3 in der Nachspielzeit war letztlich nur Ergebniskosmetik. Unter dem Strich ein verdienter Sieg für die Gäste, die damit zum dritten Mal das Viertelfinale des DFB-Pokals erreichen.

Das sagt das Netz

Nur 200 Gästefans waren erlaubt. Er war einer von ihnen.

Wie wär's, Dirk Zingler?

Sendung: Inforadio, 19.01.2022, 20:23 Uhr

42 Kommentare

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  1. 42.

    Ach Stefan, Sie wissen doch, dass Kommentarfunktionen auch auf noch so gut moderierten NetSeiten nicht das reale Leben widerspiegeln. Hertha spielt inkonstant, aber von den "Schicksalen", die HSV, Schalke oder Werder Bremen in den letzten Jahren ereilt haben, ist der Verein doch um einiges entfernt.

  2. 41.

    Ich komme aus Köpenick und wen wunderst auch Union Anhänger. Aber deine Einstellung gefällt mir sehr. Es wird für beide Vereine Hochs und Tiefs geben. Wichtig ist, dass man seinen Verein treu bleibt. Die Gehässichkeiten von beiden Seiten sind einfach scheiße.

  3. 40.

    Wenigstens fühle ich mich angesichts mancher Kommentare hier auch als Verlierer schon viel besser. Denn angesichts dieser Giftspritzen ist eines klar: Lieber mit Hertha in die dritte Liga als mit solchen Leuten die Köpenicker feiern.

  4. 39.

    BCC: Blind Carbon Copy, Berlin Congress Center, Berliner Chaos Club,

  5. 38.

    Bic-City-Club.
    Peinlich !!!

  6. 37.

    Wäre schön wenn Union auch weiterhin mit dafür sorgt dass dieser charakterlose Club Hertha auch aus der 1. Liga verschwindet.

  7. 36.

    Auch die Fussballsonne geht im Osten auf und das ist auch gut so.
    Eisern!

  8. 35.

    Berlin ist tariflich übrigens noch in Ost und West geteilt - nur mal zur Info - das nach über 30 Jahren "Einheit"

  9. 33.

    Da haben die Big-City Herthaner wohl das falsche Messer erwischt, Buttermesser taugen nicht. So ein Pech aber auch. Aber die Sprüche vor dem Spiel waren Klasse.

  10. 32.

    Es gibt noch viel zu tun für Hertha-auf jeden Fall muss der Abstieg vermieden werden.

  11. 31.

    Hertha sollte mal wieder 2 Jahre Liga 3 spielen, als Sparring und als Übungs bzw Lehrjahre.
    Was ist nur aus Hertha geworden. Grossmaulig, überheblich und dumm.
    Und sowas will sich Big City Club nennen.
    Die Milllionen, die die vom Investor Verprasst haben und nicht weinen Guten Spieler eingekauft. Aber ok, will ja verständlich keiner nach Berlin, bei Ost Tarif :-)

  12. 30.

    Kann mich bitte mal Jemand aufklären, was das mit der Bezeichnung BCC auf sich hat?

  13. 29.

    Welches Spiel haben Sie gestern verfolgt - oder vllt sogar nur in der Mediathek nachträglich gesehen? Herthe vs. Union kann das nicht gewesen sein :-P

  14. 28.

    Pflichtsieg in 90 min ohne Topstürmer und Verletzte ungefährdet über die Bühne gebracht.
    Was will das Unionherz mehr. :)

  15. 27.

    Super !!! Keine Frage, wer hier der Hauptstadtclub ist . Man sieht, viel Geld hilft nicht immer.

  16. 26.

    Da kann ich nur zustimmen. Egal, wer Trainer ist, es wird nix.

  17. 25.

    Der Pokal für Hertha schon!!
    Hauptstadtclub dürft ihr aber gerne bleiben!

  18. 24.

    Lass mal Frank Zander aus dem Spiel - er hat NULL Aktie an dem Kick - ich mag Frank Zander UND Nima Hagen :-D - abseits der Vereinslieder.
    Glückwunsch an Union :-) Fredi Bobic wäre doch besser in Frankfurt geblieben - dort hatte er die besseren Voraussetzungen für eine erfolgreiche Weiterarbeit; ebenso wie Adi Hütter, dem der Wechsel nach Gladbach auch nicht gut getan hat.
    Die bessere Mannschaft hat gewonnen - ich hatte irgendwie keine Zweifel, dass Union das Spiel rockt - aber von Anfang an mit solchem Druck aufzulaufen - Respekt. Tja - dem Fleißigen winkt das Glück, Geld allein schießt keine Tore - da muss Hertha noch viel an sich arbeiten. Mir tut Tayfun Korkut auch nur leid...... Und jetzt heißt es: Auf Union - die nächsten großen Aufgaben warten und Hertha: bitte nicht den Mund zu voll nehmen und mit Demut und Bescheidenheit an sich arbeiten - dann wirds auch wieder.
    Einträchtige Grüße.

  19. 23.

    Wäre aber besser. So eine Schande. Und am Sonntag gibt's gleich nochmal auf die Schnauze. Vor allem mit Stark und Boyata. Dankeschön für gar nichts.

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