Gespräche mit Ultra-Vertretern - Hertha BSC prüft rechtliche Schritte wegen Platzsturms bei Training

Do 27.01.22 | 15:02 Uhr
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Ein Steward bewacht das Hertha-Training am 26.01.2022. (Bild: Imago/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | Jakob Rüger | 27.01.2022 | Bild: imago/Matthias Koch

Hertha BSC prüft rechtliche Schritte gegen die Gruppierung, die das Abschlusstraining vor dem Spiel gegen den FC Bayern gestört hatte. Das erklärte der Fußball-Bundesligist am Donnerstag in einer öffentlichen Stellungnahme. "Zur Wahrung seiner Interessen sowie insbesondere zum Schutz seiner Mitarbeitenden, Mitglieder und Fans sowie seiner Partner und Sponsoren sieht sich Hertha BSC nunmehr veranlasst, sämtliche gebotenen, rechtlichen Maßnahmen zu prüfen und entsprechend zu veranlassen", schreibt der Verein auf seiner Webseite [herthabsc.com].

Die aktiven Fans hatten am Samstag vor dem Bayern-Spiel den Trainingsplatz gestürmt und über einen Sprecher ihren Unmut über die sportliche Situation deutlich gemacht und dabei auch die Konfrontation mit dem Team gesucht. Der Verein schreibt nun: "Dazu möchten wir folgendes festhalten: Bei Hertha BSC stand und steht Dialog und Dialogbereitschaft an erster Stelle. Unser Verein hat bereits am Donnerstag (20.01.22) im Anschluss an das verlorene DFB-Pokalspiel gegen den 1. FC Union einen kurzfristigen Dialog mit den Vertretern der Ultra-Gruppierungen angeboten und im Nachgang der Ereignisse am vergangenen Samstag dieses Angebot erneuert, um die Vorfälle aufzuarbeiten."

Fanvertreter wohl zu keiner Entschuldigung bereit

Man habe nun in einem Gespräch am Mittwoch zwischen den Geschäftsführern Fredi Bobic und Ingo Schiller mit Vertretern der Ultras deutlich gemacht, "dass Verständnis für Kritik und Botschaften vorhanden und dabei der Dialog das Mittel der Wahl ist". Ebenso hätten Bobic und Schiller klargemacht, dass die Art und Weise des Vorgehens und der Vorfall an sich keinerlei Verständnis hervorriefen. Hierbei habe die entsprechende Gruppe in vielfältiger Weise Grenzen überschritten.

Laut Hertha BSC habe man in dem Gespräch klar zum Ausdruck gebracht, dass der Verein seitens dieser Ultra-Gruppe eine Stellungnahme in Form einer öffentlichen Entschuldigung für den Vorfall erwarte. "Die Fanvertreter haben hierzu klargestellt, dass sie dazu in keiner Form bereit sind. Dies bedauern wir sehr", so Hertha BSC auf seiner Homepage.

Sendung: Inforadio, 27.01.2022, 16:15 Uhr

16 Kommentare

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  1. 16.

    Man hätte ihnen Sportklamotten überziehen lassen können und dann am Training teilnehmen. Z.B. mal die Stadionrunde unter 1 min. laufen, dann hätten sie zeigen können, dass sie es nicht nur besser wissen, sondern auch können. Aber da wäre sehr schnell die Luft raus gewesen.Nicht nur in der Lunge.

  2. 15.

    Gegen diese ganzen Leute ist auch nichts zu sagen , ich meine einzig diese Hirnis die der Meinung sind , sie hätten das Recht das Trainingsgelände zu stürmen . So etwas bringt nämlich rein Garnichts , so erweist man der Mannschaft nur einen Bärendienst und deswegen sind das für mich keine echten Fans .

  3. 14.

    Eule, von solchen Fans lebt ein Verein. Die Stimmung auf den Rängen machen, ihre Mannschaft anfeuern, versuchen mitzureißen, auch einmal unter Druck setzen. Vielleicht war das ja ein Weckruf für die ansonsten in Berlin Belanglosen. Und es sind DIE Dauerkartenbesitzer.
    Sicher, auch in diesen Kreisen gibt es Hirnies, die auf Krawall gebürstet sind. Ohne Frage.
    Nun liegen nun einmal die Nerven blank beim BCC, der Abstieg droht, eine Klatsche reiht sich an die Andere. Da hilft auch nicht das an völliger realitätsferne Geschwätz des Prinzen in seinem RBB-Interview
    , der letztlich nur brutal den Gegner umsenst. 5 Gelbe sprechen für sich.

  4. 13.

    Jeder Verein hat solch Leute wie Euch am Hacken , die denken das sie selber die aller tollsten Fans sind usw . Jeder Verein wäre froh wenn diese Leute woanders hingehen würden irgendwo hin … nur nicht ins eigene Stadion .

  5. 12.

    Ich glaube, es ist von Noten, dass rechtliche Schritte gegen die Erstürmung des Platzes eingeleitet werden.
    Es kann doch nicht sein, das Fans stürmen, während der BCC tröge auf dem Platz steht und eine Klatsche nach der Anderen kassiert. Von Sturm ist da wahrlich nichts zu sehen, geschweige zu erleben.

  6. 11.

    Ich glaube, es ist von Noten, dass rechtliche Schritte gegen die Erstürmung des Platzes eingeleitet werden.
    Es kann doch nicht sein, das Fans stürmen, während der BCC tröge auf dem Platz steht und eine Klatsche nach der Anderen kassiert. Von Sturm ist da wahrlich nichts zu sehen, geschweige zu erleben.

  7. 10.

    Ich habe nach dem Lesen nun das Lied "Hörst du die Trommeln" im Ohr und freue mich das der Capo nichts mit Da capo zu tun hat. Ich habe die Ultras auch schon mal AKTIV gesehen - hatte sehr wenig mit dem Sport an sich zu tun.

  8. 9.

    Kritik ist jederzeit legitim, aber diese Art der Kommunikation der Ultras ist einfach nicht hinnehmbar. Es ist absolut richtig, dass der Verein Grenzen aufzeigt.

    Und was die ach so tolle Stimmung der Ultras angeht....boring, boring, boring. Wie schön war die Zeit, in der mehrere Fanclubs für authentische Stimmung "verantwortlich" waren. Diesen Ultras Einheitsbrei will doch Niemand hören...außer die Ultras selbst. Nehmt Euch nicht wichtiger, als Ihr seid und schaltet ein paar Gänge zurück!

  9. 8.

    Was da passiert ist kann von keinem Arbeitgeber geduldet werden: nämlich dass ein paar durchgeknallte Kriminelle meine Arbeitnehmer bedrohen. Kein vernünftiger Spieler geht doch freiwillig zu einem Verein wo man ungestraft von kriminellen sog. Fans ungestraft bedroht werden darf. Hertha sollte auf solche "Fans" verzichten und ihnen Stadionverbot erteilen bevor die guten Spieler Konsequenzen ziehen und dem Verein die "Rote Karte" zeigen.

  10. 7.

    Schöner Kommentar. :) Ich zähle mich auch zum Pöbel...

  11. 6.

    Das ist eher eine Provinzposse….so ein Verhalten auf beiden Seiten ( Ultras, Vereinsführung ) zeigt mir deutlich das Hertha nicht der Hauptstadtverein ist als der man sich gerne vermarkten würde. Da sehe ich Union Berlin eher als Aushängeschild der Stadt. Als BFCer sage ich es nicht gern, im Bundesligabereich stellt es sich aber so dar.

  12. 5.

    Die Ultras, die Spitze der Fan-Schöpfung, fast gottesgleich, bewegen sie sich doch auf einer ganz anderen Ebene als wir, den niederen Hertha-Pöbel, der nicht zum heiligen Kreis der Ultras zählt, geschweige denn, das auch gar nicht will.
    Heilige haben es nicht nötig sich bei irgendwem zu entschuldigen. Denn sie, meine Hertha-Schwestern und Hertha-Brüder, sind es, auf die wir hinaufschauen.

    Oh Harlekins, oh HM03, ihr unseren im Himmel, geheiligt werden eure Namen...

  13. 4.

    @ an alle :

    Ich glaube Sie alle verstehen den ernst der Lage ihres Vereins nicht.
    Ultras sind denke ich mal, die die sich am meisten mit den Verein und deren Handlungen AKTIV auseinandersetzen.

    Die bösen Ultras sind noch da, wenn die restlichen Herthaner wegen mangelnden Erfolgs schon gar nicht mehr kommen.
    Ohne die Ultras wäre noch weniger Stimmung im Olympiastadion.

    Mit machen im Stadion wenn Stimmung ist, aber sich beschweren wenn diese Leute mal ihren Verein kritisch sehen.
    Frechheit!

  14. 3.

    Absolut richtig! Als Herthaner schäme ich mich diese dämliche Aktion.

  15. 2.

    Na dann Stadionverbot für immer , fertig ! Solche " Fans " braucht kein Verein .

  16. 1.

    Die „tollen“ Ultras!
    Wo sind sie denn, wenn es darum geht „ihren“ Verein zu unterstützen? In der der Kurve sind sie schon länger nicht gesehen worden … (die Ausreden warum sind bekannt!)
    Klar ist jeder der es mit Hertha hält, über die aktuelle (Tabellen-) Situation und vor allem den beiden verlorenen Derbys, mehr wie enttäuscht. Aber wer die Unterstützung im Stadion als viel gepriesener 12er Mann verweigert, der braucht dann auch nicht das Training zu stürmen. Lebt doch den Dialog!

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