Energie Cottbus vor dem Heimspiel gegen Jena - Neues Jahr, alte Probleme

Fr 28.01.22 | 11:44 Uhr | Von Andreas Friebel
Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz blickt angespannt. (Bild: imago/Picture Point)
Bild: imago/Picture Point

Zum Auftakt ins neue Regionalliga-Jahr kommt es am Samstag zum Topspiel zwischen Energie Cottbus und dem traditionellen Rivalen Carl Zeiss Jena. Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz plagen vorab große Personalsorgen. Von Andreas Friebel

Und täglich grüßt das Murmeltier, möchte man mit Blick auf den FC Energie Cottbus sagen. Sechs Wochen liegen zwischen dem letzten Punktspiel im Jahr 2021 (2:0 in Rathenow) und dem Auftakt im neuen Jahr gegen Jena (Samstag ab 14:05 Uhr im Livestream bei rbb|24). Genug Zeit könnte man meinen, um dem extrem schmalen Kader wieder etwas mehr Breite zu geben.

Doch weit gefehlt. Auch vor der Top-Partie gegen die Thüringer muss Trainer Claus-Dieter Wollitz nicht lange zählen, um alle einsatzfähigen Kräfte zusammenzubekommen. "Zwölf Feldspieler stehen für Samstag zur Verfügung", meldet der Cottbuser Coach und ergänzt, dass "darunter auch schon die zuletzt länger ausgefallenen Joshua Putze und Max Kremer sind."

Innenverteidiger Shawn Kauter erneut abgetaucht

Neu im Lazarett sind Jonas Hofmann (Nachwirkungen einer Magen-Darm-Erkrankung) und Niklas Geisler (Achillessehne). Die Langzeitverletzten Jan Koch und Malcom Badu sind zwar inzwischen wieder im Training. Wann sie spielen können, ist aber ungewiss. "Bei Jan Koch hoffe ich, dass er in spätestens drei bis vier Wochen wieder dabei ist. Bei Malcom gebe ich keine Prognose ab", so Wollitz.

Etwas deutlicher wird der Chefcoach hingegen, wenn es um Shawn Kauter geht: "Ihn habe ich hier seit Wochen nicht mehr gesehen." Der Innenverteidiger war im Sommer, trotz gültigen Vertrags, nicht zum Trainingsauftakt erschienen. Nach viel Hin und Her kam er dann doch und entschuldigte sich beim Team und den Fans. Mitte Oktober verletzte sich Kauter am Knie, sagte den OP-Termin ab und wollte sich konservativ behandeln lassen. Seit dieser Zeit ist er krankgeschrieben. Um den gebürtigen Berliner gibt es immer wieder Gerüchte, dass er gern zurück in die Hauptstadt wechseln würde. Möglicherweise passiert das noch bis zum Auslaufen der Transferfrist Ende Januar.

Jena unter Zugzwang, Wollitz warnt

Viel lieber würde Energie aber noch ein, zwei Spieler verpflichten, um den schmalen Kader aufzuwerten. Bis zum Heimspiel gegen Jena wird aber wohl nichts mehr passieren. Und so bleibt es auch gegen die Thüringer bei einem Mini-Kader, der das im alten Jahr nicht schlecht gemacht hat. Denn die letzte Heimniederlage gab es Anfang September gegen Altglienicke (0:3). Auswärts gab es am 24. Oktober bei Tasmania Berlin ein 1:2. Cottbus ist also seit drei Monaten unbesiegt. "Trotzdem wird das am Samstag kein Selbstläufer", gibt Wollitz zu Protokoll. "Wir müssen nach vier Wochen Pause erstmal wieder unseren Rhythmus finden."

Den sucht auch noch Gegner Jena. Für Carl Zeiss ging es in der Regionalliga schon am vergangenen Wochenende wieder los. Allerdings mit einer Enttäuschung: Gegen Lok Leipzig gab es ein 2:3. "Mit dieser Niederlage stehen sie natürlich unter Druck. Ich bin gespannt, wie sie bei uns auftreten werden", so Wollitz, der natürlich gern den Druck auf Spitzenreiter BFC Dynamo ausüben möchte. Der aber auch weiß, dass mit dem Berliner AK, Lok Leipzig und Jena drei Teams Energie im Nacken sitzen. "Sie haben auch weniger Spiele absolviert. Und könnten teilweise an uns vorbeiziehen."

Den möglichen Angriff von Jena könnte Cottbus am Samstag aber aus eigener Kraft abwehren. Auch wenn der Kader weiterhin ziemlich schmal ist.

Sendung: rbb24, 28.01.2022, 16 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

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