Tennis Borussia vor Start in Regionalliga - "Spätestens jetzt nehmen uns alle ernst"

Fr 28.01.22 | 15:28 Uhr | Von Fabian Friedmann
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Die Mannschaft von Tennis Borussia bildet vor dem Anstoß gegen den BAK eine Spielerkreis. (Bild: IMAGO / Matthias Koch)
Bild: IMAGO / Matthias Koch

Trainer Markus Zschiesche hat es geschafft, Tennis Borussia im zweiten Regionalligajahr zu stabilisieren – trotz geringer finanzieller Mittel. Nach schwieriger Winter-Vorbereitung wartet mit Altglienicke gleich eine schwierige Aufgabe. Von Fabian Friedmann

Momentan herrscht Ruhe und Kontinuität bei Tennis Borussia. Für jemanden, der den Verein und seine bewegte Geschichte kennt, beileibe keine Selbstverständlichkeit. Doch TeBe befindet sich in diesen Tagen vereinsintern in ruhigem Fahrwasser und sportlich in der Regionalliga Nordost voll im Soll. Die Hinrunde wurde mit dem 11. Platz und einem komfortablem Polster auf die Abstiegsränge abgeschlossen. Aufgrund des jungen Kaders und der begrenzten finanziellen Möglichkeiten am Eichkamp, eine Leistung, die zu Saisonbeginn viele Beobachter der Mannschaft nicht zugetraut hätten.

Trainer Markus Zschiesche, seit Juli 2020 im Amt, steht für die kontinuierliche Entwicklung der Mannschaft. Sein Fazit zur ersten Saisonhälfte fällt entsprechend gut aus: "In der Hinrunde haben wir 30 Punkte geholt und da war ich sehr zufrieden, da wir einen Umbruch im Sommer vollziehen mussten. Aber wir haben eine gute Mannschaft zusammengestellt, und dass es sich so entwickelt, war schon sehr positiv. Ich bin stolz auf die Jungs", sagt Zschiesche.

Routiniers im Mittelfeld, hungrige Youngster im Angriff

Seine Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern konnte zumeist überzeugen. Im Zentrum bilden die Routiniers Rico Gladrow, Kapitän Tim Oschmann und der technisch beschlagene Tahsin Cakmak die wichtige Achse im TeBe-Maschinenraum. Diese drei im Mittelfeld hätten sich im Laufe der Saison "herauskristallisiert", meint Zschiesche, weil sie der Mannschaft viel Stabilität verleihen. "In der Hinrunde war es ein Entwicklungsprozess, alle dachten, Tebe wird unten mitspielen. Spätestens jetzt nehmen uns alle ernst. Die Jungs haben unsere Philosophie perfekt umgesetzt", lobt der Trainer.

Im Angriff stechen vor allem der 22-jährige Außenbahnspieler Benyas Solomon Junge-Albiol (acht Tore und fünf Vorlagen) und der 26-jährige Mittelstürmer Will Siakam (fünf Tore, vier Vorlagen) heraus. Aufgrund ihrer gezeigten Leistungen weckten die beiden bereits Begehrlichkeiten bei anderen Vereinen. "Im Winter waren Anfragen da, aber die Jungs wissen, dass wir was vorhaben. Ich gehe davon aus, dass sie bleiben", sagt Zschiesche über seine beiden hungrigen Offensivkräfte.

Der Trainer von Fußball-Regionalligist Tennis Borussia Berlin: Markus Zschiesche. (Bild: IMAGO / Matthias Koch)TeBe-Trainer Markus Zschiesche. (Bild: imago/Matthias Koch)

Situation lässt kaum Neuzugänge zu

Ihre Abgänge könnte der jetzige Kader auch kaum kompensieren. In der Winterpause wurden keinerlei Verstärkungen verpflichtet. "Die Situation lässt nichts anderes zu", erklärt Zschiesche und meint damit vor allem den engen finanziellen Spielraum bei den Charlottenburgern. Andererseits könnte man es auch als gutes Zeichen werten, denn offenbar hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und möchte nicht mehr über seine Verhältnisse wirtschaften. Da muss der Trainer eben mit dem klarkommen, was da ist. Und das bedeutete auf vielen Positionen: junge Spieler mit Potential.

Ganz besonders deutlich wird das auf der Torhüter-Position. Seit Ende Oktober vertraut man dort dem erst 19 Jahre alten Karl Albers. Der 1,90 Meter große Keeper stammt aus der eigenen Jugend und konnte das in ihn gesetzte Vertrauen bislang rechtfertigen: elf Gegentore in zwölf Spielen, dazu fünfmal zu null – Zahlen, die sich sehen lassen können. Doch auf eine klare Nummer Eins will sich Markus Zschiesche nicht festlegen. Mit Jens Fikisi hofft ein zweiter, junger Torhüter auf seine Chance in der Rückrunde. "Beide sind jung, beide sind gut, beide haben ihre Stärken und Schwächen. Wir werden ihre Form immer wieder neu bewerten", stellt Zschiesche klar.

Die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte lief dabei alles andere als optimal. Der Trainingsbetrieb ruhte Mitte Januar aufgrund zweier Corona-positiv getesteter Spieler im Kader. So sollten weitere Ansteckungen ausgeschlossen und vermieden werden. Testspiele mussten obendrein abgesagt werden – auch aufgrund von Corona-Fällen bei den Gegnern. Spielpraxis, die Zschiesches Mannschaft nun fehlt: "Lieber hätte ich uns noch ein, zwei Spiele mehr gegönnt. Aber es war nicht möglich."

Gefühltes Heimspiel gegen Altglienicke

Am Sonntag (13 Uhr) wartet mit Altglienicke gleich eine schwere Aufgabe auf Tennis Borussia. Die VSG braucht jeden Punkt will sie an der Spitzengruppe dranbleiben. "Da werden wir nicht als Favorit ins Spiel gehen", meint Zschiesche. Fehlen werden ihm obendrein seine Mittelfeld-Routiniers Rico Gladrow und Tim Oschmann aufgrund ihrer jeweils fünften Gelben Karte.

Hoffnung macht TeBe allerings der Spielort. Die Partie steigt im Amateurstadion von Hertha BSC – gerade mal drei Kilometer Luftlinie vom TeBe-Trainingsgelände entfernt. Für Markus Zschiesche ganz klar ein Vorteil, wobei er den dortigen Rasen als sehr gut einschätzt. Dazu hofft er auf zahlreiche TeBe-Fans (1.000 Zuschauer sind zugelassen), die sein Team dort unterstützen werden.

Die Punkteausbeute aus der Hinrunde würde Zschiesche gerne wiederholen. Aber: "Es ist eine krasse Aufgabe, nochmal 30 Punkte zu holen. Es ist zwar möglich, aber es wird sehr schwer." Gegen Altglienicke könnten seine Schützlinge zumindest den Anfang machen.

Sendung: rbb24, 29.01.2022, 16 Uhr

Beitrag von Fabian Friedmann

1 Kommentar

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  1. 1.

    TeBe überrascht in dieser Saison tatsächlich positiv!

    ...mittlerweile eine solide Vereinsführung
    ...eine Mannschaft, die sich selbst bei Rückständen nicht hängen läßt
    ...tolles Trainer- und Funktionsteam
    ...sympathische Fans

    Ein Punkt gg die VSG wäre sicher toll, aber wenn nicht, geht Die Welt auch nicht unter!

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