1. FC Union Berlin vor Achtelfinale - Als Favorit ins Pokal-Derby

Di 18.01.22 | 19:34 Uhr | Von Jakob Rüger
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Grischa Prömel läuft mit erhobenen Armen auf Christoper Trimmel zu (Quelle: Imago/Jan Huebner)
Bild: Imago/Jan Huebner

In der Bundesliga hat die Wachablösung längst stattgefunden. Seit eineinhalb Jahren steht der 1.FC Union in der Tabelle vor Hertha BSC. Daraus wächst eine Favoritenrolle, die die Köpenicker im Pokal bestätigen wollen. Von Jakob Rüger

Das Personal

Den 1. FC Union scheint keine Personalie zu erschüttern. In der verganenen Woche wurde Abwehrchef Marvin Friedrich nach Mönchengladbach verkauft. Der Top-Torjäger Taiwo Awoniyi ist mit Nigeria beim Afrika-Cup und trotzdem gewinnen die Köpenicker gegen Hoffenheim. Jeder scheint ersetzbar zu sein in dem Konstrukt von Trainer Urs Fischer, oder wie es Mittelfeldspieler Grischa Prömel formuliert: "Viele Spieler denken schon so wie der Trainer, er hat uns seine Idee von Fußball und seine Prinzipien so eingeimpft."

Große Ausfälle hat Union nicht zu verzeichnen. Die Ergänzungsspieler Rick van Drongelen und Pawel Wszolek befinden sich noch in Corona-Quarantäne. Abgesehen von Awoniyi stehen ansonsten alle Spieler für das Pokalduell zur Verfügung. Selbst der zuletzt angeschlagene Linksverteidiger Niko Gießelmann ist wieder eine Option.

Die Form

Schon wieder grüßt der 1. FC Union von einem Europapokal-Platz in der Bundesliga-Tabelle und ist hervorragend aus der kurzen Winterpause gekommen. Die Köpenicker sind ganz schwer zu besiegen, die vier Niederlagen in dieser Bundesliga-Saison werden nur von Spitzenreiter Bayern München unterboten.

Doch Bundesliga und Pokal sind nicht zu vergleichen. "Die Tabelle hat doch keinen Einfluss auf den Pokal", entgegnet Trainer Urs Fischer. Der 2:0-Derby-Sieg in der Hinrunde sorgt für jede Menge Selbstvertrauen. "Das ist ein wichtiges und großes Spiel", sagt Grischa Prömel. "Wir fahren da ganz klar hin, um eine Runde weiterzukommen." Ein klares Ziel, das sich an der aktuell starken Form orientiert.

Unioner im Fokus

Drei Tore in zwei Spielen - aus Grischa Prömel scheint ein Torjäger zu werden. "Zurzeit habe ich ein gutes Näschen dafür", so Prömel mit einem breiten Grinsen im ARD-Interview vor dem Pokalspiel. "Ich stehe da, wo der Ball runterkommt, und will auch am Mittwoch möglichst häufig im gegnerischen 16er auftauchen." Prömel ist nach dem Abgang von Marvin Friedrich der Vizekapitän von Christopher Trimmel. Vom Trainer ein klares Zeichen, dass einer der dienstältesten Unioner mehr Verantwortung übernehmen soll. Das tut der 27-Jährige auch verbal. "Jeder Bundesliga-Spieler träumt davon, in Berlin um den Pokal zu spielen, das ist eine riesige Chance."

Besonderheiten

Zum ersten Mal geht der 1. FC Union als klarer Favorit in ein Hauptstadt-Derby. Die Form, die Entwicklung und die Konstanz sprechen auf dem Papier für die Köpenicker. Das Pokalspiel zum Duell um die Nummer eins in Berlin zu machen, davon hält Grischa Prömel nicht viel: "Mir geht es nicht darum in Berlin die Nummer ein zu sein. Wir wollen erfolgreichen Fußball spielen und arbeiten fleißig. Wenn wir am Ende vor Hertha stehen, beschwert sich niemand, dass ist eine tolle Sache."

Beim 1. FC Union ist man sich der Favoritenrolle bewusst, und spricht sie doch nicht offen und klar an. Die Köpenicker wollen Taten auf dem Platz sprechen lassen. Im bislang wichtigsten Derby gegen Hertha BSC träumt der 1. FC Union vom Einzug ins Pokal-Viertelfinale. Das gelang zuletzt vor zwei Jahren.

Sendung: rbb24, 18.01.2022, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Rüger

2 Kommentare

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  1. 1.

    Ein Pokalendspiel gegen St. Pauli, da wäre mir sogar egal wer gewinnt.
    Glückwünsche an St. Pauli.

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