Cottbuser Sprinterin Janne Engeleiter - 0,1 Sekunden zu langsam und doch Gewinnerin

Fr 07.01.22 | 10:22 Uhr | Von Andreas Friebel
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Die Cottbuser Sprinterin Janne Engeleiter bei den Paralympischen Spielen in Tokyo 2021 (imago images/AFLOSPORT)
Audio: Inforadio | 07.01.2022 | Andreas Friebel | Bild: imago images/AFLOSPORT

0,1 Sekunden entscheiden manchmal über Sieg oder Niederlage. Im Fall der sehbehinderten Cottbuser Sprinterin Janne Engeleiter sogar über das Ende ihrer Karriere. Doch weil sie hartnäckig blieb, fördert sie der Verband nun doch weiter. Von Andreas Friebel

Entspannt und mit einem Lächeln im Gesicht steht Janne Engeleiter in der Leichtathletikhalle am Cottbuser Olympiastützpunkt. Die 100 Meter Läuferin will ein paar Runden drehen und langsam in das neue Sportjahr starten. Ein Jahr, in dem sie weiter von der Sportförderung profitieren wird. Kurz vor Weihnachten kam die entscheidende Mail vom Behinderten-Sportverband. "Das war eine Standardmail, die an alle Athleten verschickt wurde. Da stand drin, dass ich wegen meiner Leistungen im abgelaufenen Jahr weiter zum Perspektivkader gehöre."

Ein rbb-Beitrag bringt den Stein ins Rollen

Die Freude ist bei der jungen Cottbuserin groß. Ihr hartnäckiger Kampf darum, weiter gefördert zu werden, hat sich gelohnt. Denn eigentlich fehlten ihr bei den Paralympischen Spielen in Tokio 0,1 Sekunden, um weiter gefördert zu werden. Das so eine Winzigkeit an Zeit ihre komplette Karriere beendet, wollte die sehbehinderte Sportlerin nicht akzeptieren und ging mit Hilfe des rbb im Oktober an die Öffentlichkeit. "Ich hätte die Norm für den Kader gern auch ohne fremde Hilfe geschafft", sagt die 26-Jährige, die das Gefühl äußert, dass ohne die Berichterstattung ihr Ausnahmeantrag möglicherweise nicht durchgegangen wäre.

Bis zu den Paralympischen Spielen in Paris 2024 wird Engeleiter nun monatlich weiter mit 1.000, Euro unterstützt und kann das komplette Knowhow des Paralympischen Zentrums in Cottbus nutzen, inklusive des Trainerstabs. Seit Anfang des Jahres arbeitet die Lausitzerin nun mit Margaryta Chukhrova zusammen. "Ich bin dabei, mich mit ihren Trainingsplänen vertraut zu machen. Vorher hatte ich ja eine 1:1-Betreuung bei Ralf Paulo. Jetzt gehöre ich zu einer Trainingsgruppe. Das ist schon eine Umstellung", sagt sie.

Trainerwechsel, um schneller zu werden

Engeleiter betont aber, dass die Entscheidung den Trainer zu wechseln, nichts mit den Ergebnissen in Tokio zu tun hat. "Ralf Paulo und mir war klar, dass wenn es weitergeht, wir etwas ändern müssen. Denn er hat als paralympischer Stützpunktleiter unheimlich viele Aufgaben, weshalb ich oft allein trainieren musste."

Das ändert sich nun. Und damit steigt bei einer der schnellsten 100-Meter-Läuferin ihrer Klasse die Hoffnung, dass sie noch schneller wird. Um so nicht nur dem Verband zu zeigen, dass es richtig war, weiter auf sie zu setzen.

Sendung: Inforadio, 07.01.2022, 10:15 Uhr

Beitrag von Andreas Friebel

3 Kommentare

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  1. 3.

    Hallo rbb24 DANKE für die Korrektur!

  2. 1.

    Was ist bitte eine seebehinderte Sportlerin?
    Bei den Kommentatoren kommt so etwas vor, aber beim rbb24 sollte das nicht sein. Leider ist die hochangesehene Garde der Korrektoren durch Computerprogramme ersetzt worden, was aber nicht klappt. Nicht immer ist das Neue besser.

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