Durch Rekord-Tor und Hand-Elfmeter - Hertha verliert Kellerduell in Fürth

Sa 12.02.22 | 19:33 Uhr
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Suat Serdar von Hertha BSC ist nach der Auswärtsniederlage in Fürth enttäuscht (imago images/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 12.02.2022 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

Hertha BSC hat gegen Greuther Fürth eine Auswärtsniederlage hinnehmen müssen. Im Kellerduell beim Tabellenletzten unterlagen die Berliner mit 1:2 nach dem schnellsten Bundesliga-Tor der Saison und einem Hand-Elfmeter.

Fußball-Bundesligist Hertha BSC hat am Sonnabend sein Auswärtsspiel in Fürth mit 1:2 verloren. Vor fast 8.000 Zuschauern im Sportpark Ronhof waren die defensivgeschwächten Berliner schon in der ersten Minute in Rückstand geraten. Die Spielvereinigung baute die Führung dann durch einen Hand-Elfmeter in der zweiten Hälfte aus. Nach dem Anschluss durch Herthaner Linus Gechter gelang es den Blau-Weißen aber nicht mehr, noch den Ausgleich zu erzielen.

Rückstand nach schnellstem Bundesliga-Tor der Saison

Hertha-Trainer Tayfun Korkut ging mit Personalsorgen in der Innenverteidigung in die Partie. Neben Dedryck Boyata und Marton Dardai stand auch Marc Oliver Kempf nicht zur Verfügung. Der Neuzugang war positiv auf das Coronavirus getestet worden. Ersetzt wurde er vom erst 17-jährigen Linus Gechter, der neben Niklas Stark hinten alles dicht halten sollte.

Doch die blau-weiße Verteidigung erlebte einen Horrorstart. Nach exakt 27 gespielten Sekunden stand es wie aus dem Nichts plötzlich 1:0 für die Gastgeber. Ein langer Ball des Fürthers Paul Seguin landete perfekt im Laufweg des gestarteten Branimir Hrgotas. Der Stürmer lief frei auf Hertha-Keeper Schwolow zu und verwandelte präzise im langen Eck. Ein Schock für die Berliner und das schnellste Bundesliga-Tor der laufenden Saison.

Nach dem Treffer wurde das Spiel hektisch und intensiv. Erst wirkte Hertha offensiv etwas aktiver und kam in der 13. Minute durch Ishak Belfodil zu einer guten Torchance. Der Fürther Schlussmann Linde parierte aber stark. Der Rest der ersten Halbzeit gehörte dann den Hausherren.

Fürth erarbeitete sich mehrere brandgefährliche Chancen, die die Berliner nur gerade so entschärfen konnten. In der 18. Minute klärte Linus Gechter einen Schuss des Fürthers Dudziak im letzten Moment auf der Linie. In der 34. Minute tat es ihm Lucas Tousart nach einem Abschluss von Christiansen gleich, im Nachschuss war es dann Mittelstädt, der sich in die Schussbahn warf. Auch der Berliner-Keeper Schwolow musste eingreifen und klärte kurz vor der Pause mit starkem Reflex den Ball des Fürthers Paul Seguin (45.). Die Berliner hatten Glück, dass sie zur Pause nur mit 0:1 zurücklagen.

Hertha Druckphase reichte nicht aus

Nach der Pause kam Hertha stark aus der Kabine. Stevan Jovetic sorgte zwei Mal fast für den Ausgleich, doch scheiterte erst am Kleeblatt-Keeper Linde (48.) und dann mit einem direkt ausgeführten Freistoß am Pfosten (49.). Das Berliner Offensivspiel war nun deutlich strukturierter, und die Gäste kombinierten sich immer wieder gefährlich nach vorne. Fürth wirkte nun deutlich passiver und hatte kaum noch Anteile am Spiel.

Nach der anfänglichen Druckphase der Blau-Weißen verlor die Partie aber nach und nach an Tempo und Torgefahr. Hertha hatte zwar weiterhin mehr Spielanteile, erarbeitete sich aber kaum noch gefährliche Situationen. Stattdessen gab es in der 69. Minute den nächsten Schock zu verdauen: Nach einem Konter versuchte der Fürther Marco Meyerhöfer den Ball in den Strafraum zu flanken, die Kugel sprang allerdings an die Hand von Herthas Außenverteidiger Maximilian Mittelstädt. Schiedsrichter Daniel Schlager zeigte sofort auf den Punkt und entschied auf Elfmeter. Eine vertretbare Entscheidung. Kleeblatt-Stürmer Hrgota verwandelte den Strafstoß souverän (71.) und machte seinen Doppelpack perfekt.

Hertha schien geschlagen. In der Schlussphase belohnte sich aber zumindest noch ein Berliner: der junge Linus Gechter. Bei einer Flanke von Darida war er mit aufgerückt und erzielte mit dem Kopf sein erstes Profi-Tor (83.). Plötzlich war nochmal alles drin für die Gäste aus der Hauptstadt: Hertha machte Druck und wollte unbedingt noch den Siegtreffer erzielen. Es gelang ihnen aber nicht mehr.

Die Kurzanalyse

Hertha verlor am Ende verdient beim Tabellenletzten in Fürth. Vor allem in der ersten Halbzeit hatten die Berliner Glück, dass sie nicht schon mit einem höheren Rückstand in die Kabine gegangen sind - der schlechten Chancenverwertung der Kleeblätter sei Dank. Die Blau-Weißen machten offensiv zu wenig Druck und erarbeiteten sich kaum gefährliche Abschlusspositionen. In der Defensive standen sie im ersten Durchgang hingegen unsicher. Die Personalprobleme machten sich bemerkbar, wobei der in die Startelf gerückte Linus Gechter sicherlich nicht die Schuld an der Niederlage trägt. Und auch das Rekord-Gegentor nach nur 27 Sekunden aus dem Nichts machte Hertha zu schaffen. Trotzdem hätte der Hauptstadtklub sich im Kellerduell viel besser präsentieren müssen.

Nämlich so, wie man es vor allem zu Beginn der zweiten Hälfte sehen konnte: Dort kam Hertha einige Male in das ansehnliche Kombinationsspiel, dass sie schon am letzten Spieltag gegen Bochum in der ersten Halbzeit gezeigt hatten. Jovetic hatte den Ausgleich zwei Mal auf dem Fuß, traf aber nicht. Der Hand-Elfmeter und das 2:0 für die Gastgeber besiegelte dann die blau-weiße Niederlage. Am Ende gaben die Herthaner zwar noch einmal alles und machten ordentlich offensiven Druck - gereicht hatte es aber nicht mehr. Und so war der 17-jährige Linus Gechter am Ende wahrscheinlich der einzige Berliner, der nicht nur mit schlechten Gefühlen zurück in die Hauptsdtadt fuhr.

Das sagt das Netz

Ein guter kindlicher Ratschlag für alle Hertha-Fans.

Wenigstens gab es einen Lichtblick.

Zum Glück gibt es die Bayern!

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb UM6, 12.02.2022, 18 Uhr

35 Kommentare

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  1. 35.

    Die Mehrheit der Menschen in Berlin interessiert sich überhaupt nicht für Hertha Bsc !
    Berlin ist nunmal mehr als der Bezirk Charlottenburg.
    Außerdem sind die Farben der Stadt Berlin laut Artikel 5 - Weiß und Rot.

  2. 34.

    Zitat: "Weshalb man Torunarigha verliehen hat erschließt sich angesichts der Misere bei den Innenverteidigern auch nicht!"

    Bobics Aussage dazu: "Jordan hat kurzfristig bei uns den Wunsch hinterlegt, bis zum Saisonende Erfahrungen außerhalb von Hertha BSC zu machen." Man kann also mutmaßen, dass da irgendwas hinter den Kulissen gelaufen ist, das Torunarigha zur "Flucht" bewogen hat . . .

    https://www.rbb24.de/sport/beitrag/2022/01/fussball-hertha-bsc-jordan-torunarigha-leihe-gent.html

  3. 33.

    Grottig beschreibt es ganz gut. ;-)

  4. 32.

    Wo ist der Chef Hr.Gegenbauer auch nicht viel von ihm zuhören
    fast wie unser Bundeskanzler bin auch lange Hertha Fan aber das ist schon sehr bitter...

  5. 31.

    Jetzt muss schon Personalprobleme die zweitschlechteste Abwehr der Liga entschuldigen. Nur Fürth hat mehr Gegentore bekommen. Der Fehler liegt im System. Korkut muss dringend auf die Tabelle schauen und sich etwas einfallen lassen.

  6. 30.

    Ganz ehrlich, mir tun die treuen Anhänger und Fans echt leid.
    Sollte Hertha absteigen, wäre das aus der Sicht der Stadt Berlin nicht schön.
    Nur die Absenkung der Eintrittspreise wäre ein ganz kleiner Lichtblick für Menschen die sich das bisher nicht leisten konnten.

  7. 29.

    Tschüss erste Liga.... Willkommen in der 2 Liga Hertha BSC und dort werden sie Kämpfen müssen um nicht in 3 Liga abzusteigen. Das war es mit Hertha in der 1 Liga.

  8. 28.

    Dardai durch Korkut zu ersetzen war ein gravierender Fehler. Bobic muss das hinnehmen und Korkut sofort entlassen.

  9. 27.

    Ach, die Punktspiele damals an der Stubenrauchstr. gegen den TSV Rudow waren doch auch ganz schön...

  10. 26.

    Könnt ihr euch noch erinnern, das ich vor Wochen schon gesagt habe das dieser Trainer nichts taugt, und auch die Mannschaft, das Management schlecht ist
    Damals bin ich derb runtergemacht worden,als Depp hingestellt worden( gut gebe zu ich war auch manchmal derb)
    Bewahrheitet sich nicht meine Meinungen zu Hertha??
    Hertha steuert immerweiter dem Abstieg entgegen
    Korkut hat noch nie was bewirkt

  11. 25.

    Sorry,seit 50 Jahren Herthaner! Was habe ich schon mitgefiebert/gelitten ! Jetzt darf so ein Blender (FB) alles umkrempeln, mit seinem alten „Buddy“ (TK)
    Als ich die Aufstellung für heute gelesen habe : Die „Mentalitätsspieler“ Richter , Björkan,Ascasibar, alle auf der Bank ! Ohne schlüssiges Konzept und Wechsel erst als die Karre mal wieder gegen die Wand gefahren ist! Danke für GAR NICHTS! P.S. : Schon gehört: Ein Spiel fängt in der ersten Minute an , auch gegen Köpenick und Heute wieder!

  12. 24.

    Tayfun Korkut BL-Bilanz erschreckend 2-2-4 bei 9:16 Toren. Adieu 1. BL wenn es so weiter geht. Dieser Trainer hat nichts auf die Reihe gebracht. Bei jedem Verein gescheitert. Arme Hertha!

  13. 23.

    Am besten gleich in die 3. Liga durchreichen. Bin Mitglied und total vom Management und Trainer enttäuscht. Werde austreten.

  14. 22.

    Was erwartet Ihr von einer Mannschaft, die keine ist. Jeden Tag gibt es irgendwo neue Meldungen, wen Bobic alles loswerden will. Um so öfter das die Spieler lesen um so mehr verfestigt sich der Gedanke in Ihren Köpfen.
    Weshalb man Torunarigha verliehen hat erschließt sich angesichts der Misere bei den Innenverteidigern auch nicht!
    Seit den 60er Jahren ist Hertha mein Herzblut und zum X-ten Mal ist es zum Heulen!!!

  15. 21.

    Jetzt wird auch mir als Laien verständlich, warum so viele auf Fussball abfahren ! Der Abstieg mit Nervenkitzel ist viel aufregender als der Klassenerhalt. In der Relegation gibts auch noch Spiele extra.

  16. 19.

    Hauptsache man Dardei entlassen.
    Tschüss 2. Liga.

  17. 18.

    Ist das nicht die falsche Trikotfarbe? Aber Hauptsache bunte Fußballschuhe!

  18. 17.

    Das Problem ist nicht Bobic oder der Trainer. Fürth ist eine eingespielte Truppe und hat seine Gelegenheiten eiskalt genutzt.

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