0:3 im Spitzenspiel der Bundesliga - Union Berlin unterliegt effektiven Dortmundern deutlich

So 13.02.22 | 17:46 Uhr
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Enttäuschte Gesichter bei den Spielern von Union Berlin in der Partie gegen Borussia Dortmund (imago images/Matthias Koch)
Audio: inforadio | 13.02.2022 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

Der 1. FC Union Berlin hat das Spitzenspiel in der Fußball-Bundesliga gegen den Tabellenzweiten aus Dortmund mit 0:3 verloren. Gegen kaltschnäuzige Gäste zeigten sich die Berliner dabei vor allem in der Defensive ungewohnt unkonzentriert.

Am 22. Spieltag der Fußball-Bundesliga hat der 1. FC Union Berlin mit 0:3 (0:2) gegen den Tabellenzweiten Borussia Dortmund verloren. Die Treffer für die Gäste erzielen Marco Reus (18. und 25. Minute) sowie Raphael Guerreiro (71.). Durch die Niederlage rutscht das Team von Trainer Urs Fischer vorerst auf den sechsten Rang in der Tabelle ab.

Der Spielverlauf

Das Spiel begann fahrig, mit Fehlpässen auf beiden Seiten. Erst in der 18. Minute bot sich den Gästen aus Dortmund die erste Torchance — die sie prompt zu nutzen wussten. Nach schnellem, direkten Passspiel bekam Union den Ball im Strafraum nicht geklärt, so dass Mo Dahoud auf Marco Reus passen konnte, der den Ball freistehend aus sieben Metern durch die Beine von Union-Torhüter Andreas Luthe zur Führung einschieben konnte. Zwei Minuten später hatten auch die Berliner ihre erste Möglichkeit. Doch nach Flanke von Bastian Oczipka köpfte Unions Stoßstürmer Taiwo Awoniyi den Ball über das Tor.

In der 25. Minute erhöhte der BVB auf 2:0. Und das sehr einfach: Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou spielte einen langen Ball auf Stürmer Donyel Malen, der sich im Zweikampf mit dem eingerückten Oczipka durchsetzte und den Ball zu Marco Reus legte. Dortmunds Kapitän hatte anschließend wenig Mühe, Unions Torhüter Luthe zu umspielen und mit seiner zweiten Chance seinen zweiten Treffer des Tages zu erzielen.

Eine Effektivität, die Union vermissen ließ. So wie in der 35. Minute, als Oczipka nach Trimmel-Flanke von rechts und schöner Direktablage durch Sven Michel frei vor Dortmunds Torwart Gregor Kobel auftauchte, der gegen den Abschluss von Unions Linksverteidiger allerdings stark reagierte.

Leidenschaftlicher Kampf, wenig Torchancen

Mit Beginn der zweiten Halbzeit übernahm Union die Spielkontrolle und kam zu Chancen. Doch sowohl Grischa Prömel, mit einem Kopfball nach Oczipka-Freistoß, als auch Sheraldo Becker, mit einem Nachschuss nach einer Ecke aus 20 Metern, setzten den Ball neben bzw. über das Tor.

Besser machten es erneut die Gäste, die in der 71. Minute zum 3:0 kamen, nachdem Union-Schlussmann Luthe eine flache Hereingabe von der linken Seite nicht kontrollieren konnte und Dortmunds Linksverteidiger Raphael Guerreiro aus zwei Metern abstauben konnte. Ein unmittelbarer Anschluss-Treffer des zuvor eingewechselten Kevin Möhwald (73.) wurde nach Videobeweis wegen Offensiv-Fouls die Anerkennung verweigert.

In der Folge warf Union nochmals alles nach vorn, kämpfte leidenschaftlich, kam aber zu keiner nennenswerten Torchance mehr.

Die Kurzanalyse

Unions Trainer Urs Fischer setzte in der Startelf erstmals auf Winter-Neuzugang Sven Michel. Es fehlten Nico Gießelmann, Dominique Heintz, Andreas Voglsammer (allesamt Corona) und Rani Khedira (Gelbsperre). Der Spielverlauf blieb von den Personalsorgen jedoch unbenommen und fügte sich den Erwartungen. Dortmund hatte mehr Ballbesitz, Union lauerte auf Konter. Ein Plan, der anfangs auch aufzugehen schien, da die Berliner einige gute Ballgewinne und Umschaltmomente verzeichnen konnten.

Jedoch fehlte rund um den Dortmunder Strafraum die Präzision im Passspiel, um wirklich gefährlich zu werden. Da auch Dortmund am gleichen Makel zu leiden hatte, blieb das Spiel lange auf überschaubarem Niveau. Dass Dortmund schließlich trotzdem traf, lag zum einen an der individuellen Klasse von Marco Reus. Und an den schon in Augsburg zu beobachtenden Unkonzentriertheit der Berliner Abwehrspieler. So bekam Robin Knoche den Ball vor dem 0:1 nicht kontrolliert, während sich Bastian Oczipka vor dem 0:2 im Duell mit Dortmunds Donyel Malen zu einfach bezwingen ließ. Allerdings mangelte es in beiden Fällen auch an der Restverteidigung, also an Mitspielern, die die Fehler ausbügeln könnten.

Vor 10.000 lautstark anfeuernden Zuschauern versuchte Union schließlich mit viel Leidenschaft dagegenzuhalten. Spielerisch gelang bis auf wenige Lichtblicke Sven Michels jedoch wenig. So versuchte es die Mannschaft zumeist mit Schema einfach über die Flügel und Flanken auf Taiwo Awoniyi. Doch auch hier waren die Berliner schlicht zu ungenau und bei den wenigen sich bietenden Möglichkeiten nicht effektiv.

Das sagt das Netz

Taktisches Foul, das:

Da ist jemand einer großen Sache auf der Spur:

Am Ende ist vieles eben einfach auch eine Frage der richtigen Perspektive:

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb UM6, 13.02.2022, 18 Uhr

10 Kommentare

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  1. 10.

    Gegen Dortmund kann man auch schon mal verlieren - keine Schande.

    Mit ein bischen mehr Glück hätte es auch anders aussehen können, sollte aber heute wohl nicht sein.

    Union international? Lasst mal die Kirche in Köpenick.

  2. 8.

    Euer armer Haufen war die 90 Minuten zwar zu sehen, aber nicht zu hören!! Eventies eben!
    In Dortmund - wie heute bei Union zu besichtigen war! - schon mal erlebt, dass die Mannschaft sich nach einer Niederlage mit drei Toren Unterschied den Beifall für eine gute kämpferische Leistung vom Stadionrund abholen darf?? Also letzte Woche wohl nicht, denn da war das ach so tolle Dortmunder Operettenpublikum nach einem Abschiedspfeifkonzert schon auf dem Weg nach Hause. Mindestens einer davon, der anscheinend seinen eigenen Heimverein ignoriert, wohl Richtung Duisburg-Marxloh oder falls nicht, eben dort auf dem Fernsehsofa!!
    Schönen Abend!

  3. 7.

    Von Europa sprachen und sprechen nur Leute wie sie und diverse Medien, welche nie den Kosmos Union verstanden haben bzw. nie verstehen werden. Vom Busfahrer, Reinigungskraft, Trainer, Präsi und Fans war und ist das Ziel KLASSENERHALT!
    Ansonsten halten wir die zweite!!! Heimniederlage in dieser Saison aus und gehen unseren Weg weiter. Wir werden ewig leben! ;)

  4. 6.

    Meinen Sie die 10.000 lautstark anfeuernden Zuschauer mit asozial?
    Gut, für einen Fan des BCC eine schallende Ohrfeige, weil soviel sich das Gebolze des abstiegsgefährdenten Verein noch nicht einmal ansehen.

  5. 5.

    Diesen Satz wollten Sie wohl schon immer mal posten. Aber warum gerade jetzt und hier? Sie wissen es auch: Kein Unioner "träumt" bei 34 Punkten nach 22 Spielen noch vom Klassenerhalt. Und kein Herthaner von Europa, wenn der Klassenerhalt von Spiel zu Spiel unwahrscheinlicher wird.

  6. 4.

    Heja BVB, super 0:3 Erfolg… die ach so tollen Union Fans sind wirklich hoch asozial.

  7. 3.

    Es ist zwar noch etwas früh für ein Fazit, aber ich würde meinen, die Saison ist gut gelaufen - was auch immer noch passiert. Mit nun 34 Punkten und noch 12 anstehenden Spielen wird der FCU nicht mehr in Abstiegsnöte geraten; und das zu vermeiden sowie sich überhaupt in der Buli zu etablieren, ist ja das Hauptziel des Vereins.

    In der nächsten (bereits vierten BL-) Saison wird wieder auf Null gestellt und dann wird man sehen, wie der FCU auch ohne einen 'Unterschiedsspieler' ala Max Kruse, einen solchen man wohl nicht mehr verpflichtet bekommt, den Wettbewerb annimmt. Ich zumindest habe großes Vertrauen in die Vereinsführung dahingehend, dass diese auch für 22/23 wieder ein konkurrenzfähigen Kader zusammenstellt.

  8. 2.

    "Jedoch fehlte rund um den Dortmunder Strafraum die Präzision im Passspiel, um wirklich gefährlich zu werden"
    Das wird in Zukunft, der Post-Kruse-Ära, noch öfter der Fall sein. Die Mannschaft kann nur Ballerobern und schnelle Gegenstöße, Eigeninitiative und Ballbesitz- dafür reicht es nicht. Absteigen werden sie nicht, aber Europa ist einfach nicht drin. Wenn im Sommer dann noch der Schweizer weg ist, dann wars das!

  9. 1.

    So unterschiedlich sind die Saisonziele in Berlin: Die einen träumen vom Klassenerhalt und spielen um Europa, die anderen träumen von Europa und spielen um den Klassenerhalt.

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