Nach Torwart-Patzer und Traumschuss - Union Berlin verliert verdient mit 0:2 in Augsburg

Sa 05.02.22 | 18:38 Uhr
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Niko Gießelmann von Union Berlin schlägt die Hände über dem Kopf zusammen (imago images/Matthias Koch)
Audio: Inforadio | 05.02.2022 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Matthias Koch

Union Berlin hat im ersten Spiel nach dem Weggang von Max Kruse eine Auswärtsniederlage hinnehmen müssen. Mit 0:2 verloren die Köpenicker verdient beim FC Augsburg und verpassten somit wichtige Punkte im Kampf um Europa.

Der Fußball-Bundesligist 1. FC Union Berlin hat am Sonnabend mit 0:2 auswärts beim FC Augsburg verloren. Vor 6.000 Zuschauern gerieten die Köpenicker durch einen großen Patzer von Torwart Luthe in Rückstand. Über die gesamte Partie schafften sie es nur selten gefährlich vor den Augsburger Kasten.

Die Hausherren hatten das Spiel defensiv unter Kontrolle und sorgten in der zweiten Halbzeit mit einem Traumschuss aus der zweiten Reihe für die Entscheidung. Im ersten Spiel nach dem Abgang von Stürmer Max Kruse gelang es Union trotz der Rückkehr von Top-Torjäger Taiwo Awoniyi nicht, für die notwendige Offensivkraft zu sorgen.

Patzer von Luthe brachte Augsburg in Führung

Die Partie in Augsburg startete körperbetont und war geprägt von intensiven Zweikämpfen auf beiden Seiten. Union präsentierte sich vor allem im Mittelfeld-Pressing gewohnt stark. Und so waren es auch die Gäste aus Köpenick, die nach einem Ballgewinn die erste große Chance des Spiels hatten. Unions Sheraldo Becker flankte von der rechten Seite rein, wo er den Kopf von Gießelmann fand, der aber mit seinem Kopfball den Torwinkel knapp verfehlte (5.).

Auf der anderen Seite war es dann kurz danach der Augsburger Vargas, der sich durchdribbelte und den ersten Torschuss für die Hausherren abgeben konnte (7.). Unions Schlussmann Andreas Luthe, der für Frederick Rönnow in die Startelf rotiert war, parierte aber sicher. Angestachelt von dieser Offensiv-Aktion folgte eine starke Phase der Fuggerstädter, die immer wieder gefährlich vor dem Köpenicker Kasten zum Abschluss kamen. Ihr Führungstor in der 16. Minute verdienten sie sich dann allerdings nicht durch ihren guten Angriffs-Fußball, sondern durch ein Geschenk von Union-Keeper Luthe. Dieser spielte in der Spieleröffnung einen riskanten und unnötigen Pass aus dem eigenen Strafraum, der vom Augsburger Arne Maier abgefangen wurde. Plötzlich stand dann FCA-Stürmer Gregoritsch mit dem Ball völlig frei vor Unions Nummer eins und verwandelte präzise.

Nach dem Treffer gelang es Union nicht direkt in die Gegenoffensive zu starten und die Hausherren unter Druck zu setzen. Die beste Chance nach dem Tor gehörte stattdessen dem FCA. Florian Niederlechner war auf der rechten Seite frei durchgelaufen und schoss links am Torwart vorbei. Der Berliner Verteidiger Trimmel rettete aber auf der Linie (25.). Die besten Chancen der ersten Hälfte für die Köpenicker hatten Timo Baumgartl, der nach einer Ecke in Rücklage über die Latte schoss (31.) und Niko Gießelmann, der nach einer Flanke den vorher aufgesprungenen Ball knapp mit dem Kopf über den Kasten setzte (44.). Vor dem Pausenpfiff knallte es dann aber auch noch auf der anderen Seite einmal richtig - und zwar an der Latte des Unioner Tors. Der Augsburger Torschütze Gregoritsch zog aus 28 Metern einfach mal ab und nagelte den Ball an den Querbalken (40.).

Distanzschuss sorgte für die Entscheidung

Nach Beginn der zweiten Halbzeit änderte sich am Spielverlauf erstmal wenig. Beide Mannschaften kamen nicht wirklich gefährlich vor das Tor. Aber wenn man sich nicht nah an den gegnerischen Kasten heran kombinieren kann, warum dann nicht auch einfach mal wieder aus der Distanz abziehen, so wie Gregoritsch in der ersten Hälfte? Das dachte sich auch Teamkollege André Hahn der den Ball in der 59. Minute aus 22 Metern mit voller Wucht in den rechten Winkel jagte. Keine Chance für Union-Keeper Luthe und das durchaus verdiente 2:0 für die Hausherren.

Urs Fischer reagierte und wechselte offensiv. Neuzugang Sven Michel betrat das erste Mal im Union-Trikot den Rasen und kam gleich mal zu einem gefährlichen Abschluss, der das Tor aber knapp links verfehlte (65.). Sonst kamen die Köpenicker aber weiterhin kaum durch. Die Gastgeber hatten defensiv alles im Griff und kamen selbst noch das ein oder andere Mal gefährlich vor das Berliner Tor. Weitere Treffer fielen aber nicht mehr und das Spiel schien in der zweiten Halbzeit über weite Strecken entschieden. In der Nachspielzeit gab es für Union noch einmal die ganz große Chance auf den Anschluss, als Stürmer Michel nach einer Hereingabe den Fuß an den Ball bekam. Doch der Augsburger Torwart und Ex-Unioner Rafal Gikiewicz reagierte blitzschnell und sicherte dem FCA die Null.

Die Kurzanalyse

Mit 0:2 muss sich Union am Ende verdient dem FC Augsburg geschlagen geben. Die Hausherren hatten das Spiel über weite Strecken defensiv im Griff und sorgten immer wieder für Torgefahr. Zwar kamen auch die Köpenicker das ein oder andere Mal in gute Abschlusspositionen, die ganz große offensive Druckphase fehlte aber. Am Ende besiegelten dann ein Patzer von Torwart Luthe und ein Traumschuss des Augsburger Hahn die Berliner Auswärtsniederlage. Gegen den jetzt Tabellen-Fünfzehnten FCA hatten man sich sicher mehr erhofft. Vor allem, wenn es um die wichtigen Punkte für einen europäischen Wettbewerb geht.

Es war das erste Spiel nach dem Weggang von Topscorer Max Kruse. Ob es mit ihm anders gelaufen wäre, lässt sich nur vermuten. Klar ist aber auch, dass Kruse genau in solchen Spielen, in denen ein Durchkommen schwierig ist und man um jede Chance kämpfen muss, den Unterschied ausmachen kann. Trotzdem zeigte in Augsburg auch der neue Stürmer Sven Michel, dass er durchaus für Gefahr und Tore sorgen kann. Auch Afrika-Cup Rückkehrer Taiwo Awoniyi blieb sicherlich noch hinter seinen Möglichkeiten. Am nächsten Sonntag gegen Borussia Dortmund könnten beide mit einem Tor die Niederlage vom heutigen Spieltag schnell vergessen machen.

Das sagt das Netz

Tradition muss gelebt werden!

Ein anderer Spielstil hätte vielleicht gut getan.

André Hahns Tor wird international gefeiert.

Das Spiel im Liveticker

Sendung: rbb UM6, 05.02.2022, 18 Uhr

16 Kommentare

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  1. 16.

    Vielen Dank, lieber Gerd, dass Sie Hertha da großzügig ausnehmen. Leider bin ich nicht so optimistisch und sehe Hertha als heißen Kandidaten (oder heiße Kandidatin) für den Relegationsplatz. Und das wäre eine Aufgabe, der die alte Dame schon einmal nicht gewachsen war.

  2. 15.

    Zwischen den Plätzen 11 und 16 sind aktuell auch nur drei Punkte Abstand. Fürth ist definitiv weg und wenn der VfB nicht noch eine mächtige Aufholjagd anbläst, geht's auch runter. Aber der Reliplatz wird noch hart umkämpft werden. Wobei sich das wohl zwischen Bielefeld, Augsburg und Stuttgart ausspielen wird . . .

  3. 14.

    Wenn man sich die Plätze 3-10 anschaut, kommt man ins Grübeln. Da kann ja jeder noch rankommen.Da wird es noch viele plattgedrückte Daumen geben, und die Abstiegskandidaten sind auch noch da.

  4. 13.

    Ich schrieb, Union geht einen besseren Weg als Hertha
    Oder glauben Sie das Union absteigen wird,anstatt Hertha

  5. 12.

    Man muss schon sagen, das Augsburg ein wirklich starkes Spiel gezeigt hat. Langsam werden die zum Angstgegner für Union. Im Übrigen denke ich nicht,das uns Kruse gefehlt hat, sondern der Wettkampfmodus. Vierzehn Tage Pause kennt Union nicht. Endo hat mir gefallen , auch Michel .

  6. 10.

    Einen Besseren wie Hertha gibt es nicht
    Entweder einen Besseren ALS Hertha oder
    einen Gleichen WIE Hertha
    Ist doch so leicht!

  7. 9.

    Lieber Jupp, falls es was hilft: Es heißt "einen besseren als Hertha".
    Ansonsten verstehen Sie offensichtlich überhaupt nicht, dass sich Unmut über schlechte Leistungen und Treue zum Verein nicht ausschließen. Sie sind es doch, der unaufhörlich auf niedrigstem Niveau herumpoltert. Das braucht kein echter Fan, weder bei Hertha noch bei Union. Eine Niederlage in einer so großartigen Saison wie der von Union würde auch Herthanern keine Bauchschmerzen verursachen, und umgekehrt würden die Unioner nicht mehr ganz so "sympathisch" sein, wenn ihre Mannschaft so spielen würde wie Hertha, und das nach einer gewaltigen Finanzspritze mit anschließender Einkaufsorgie.

  8. 8.

    " Wenn es klappt super, wenn nicht, Zeit nach einem neuen Keeper zu suchen."
    Ups, sorry - sind hier bei Union und nicht bei Hertha.......

  9. 7.

    Nach dem Spiel gegen den BVB sollte ein Wechsel der Torhüter erfolgen. Rønnow benötigt Spielzeit für die nächste Saison. Wenn es klappt super, wenn nicht, Zeit nach einem neuen Keeper zu suchen.

  10. 5.

    Ich bin kein Herthafan, aber auch kein Unionfan, sorry Union
    Aber Union ist deutlich Sympathischer
    Ich bin Fan eines Drittligisten, der sehr lange Erstligisten und deutscher Meister war,
    Einmal Fan dieses Vereins immer Fan, auch in schlechten Zeiten
    Das scheinen Herthafans nicht zu kennen, das mann auch in schlechten Zeiten zu seinem Verein stehen kann, wie mann so manchmal in manchen Kommentaren in den Herthaforen lesen kann, gut Hertha ist schlecht
    Sorry Unionfans, das passt eigentlich nicht hierher, Piet hat angefangen

  11. 4.

    verdient verloren und schlecht gespielt. Aus meiner Sicht zuviele Spieler ihre Leistung nicht abgerufen. Haraguchi für mich ein Totalausfall, endo hat in 15 Minuten mehr geleistet als haraguchi die 75 Minuten vorher. Es wird schwer mit Europa wenn da kein ruck nach vorn kommt. Aber ich bin Optimist.
    UNVGEU.

  12. 3.

    Ein Faß Kölsch für den FC wäre wohl angebracht, aber besser wäre noch ein eigener Sieg. War eigentlich der Gikiewicz nicht zu halten? So ein Wandervogel scheint er doch gar nicht zu sein .

  13. 2.

    Lieber Jupp, falls du das liest: das tut mir ja sooooooo leid. :D

  14. 1.

    Eindeutig, auch 5.min. vor Schluß.
    Das muß mit Verschwörung gegen Hertha zu tun haben!
    Ironie?!
    Union, Kopf hoch!

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