Nach früher Führung - Torwart Julian Krahl rettet Viktoria Berlin gegen Verl einen Punkt

So 13.02.22 | 15:56 Uhr | Von Jakob Lobach
Viktoria Berlins Enes Küc im Duell gegen die Abwehr des SC Verl (Bild: IMAGO/Andreas Gora)
Bild: IMAGO/Andreas Gora

Gegen den SC Verl geht Viktoria Berlin früh in Führung. Eine Gelb-Rote Karte bringt spät Leben in ein sonst ruhiges Spiel. Am Ende pariert Viktorias Julian Krahl einen Elfmeter und sichert seiner Mannschaft ein 1:1-Unentschieden. Von Jakob Lobach

Die Fußballer von Viktoria Berlin verpassen in der 3. Liga den Befreiungsschlag. Gegen den ebenfalls im Tabellenkeller angesiedelten SC Verl trennen sich die Berliner am Sonntag unentschieden mit 1:1 (1:0).

In einer zu Beginn und zum Ende hin turbulenten Partie gingen die Gastgeber per Foulelfmeter früh in Führung, kassierten nach einer Gelb-Roten Karte in Unterzahl allerdings noch den Ausgleich. Viktorias Torhüter Julian Krahl parierte in der Nachspielzeit einen Strafstoß.

Viktoria Berlin mit Traumstart

Den besseren Start ins Spiel erwischte eindeutig Viktoria Berlin: Bereits in der zweiten Minute holte der frisch verpflichtete Brooklyn Ezeh einen Elfmeter heraus. Ezeh war an der linken Strafraumkante einen Tick früher als sein Gegenspieler am Ball und wurde von diesem deutlich am Fuß getroffen. Den anschließenden Strafstoß brachte Mittelfeldmann Enes Küc ebenso platziert wie souverän und daher unhaltbar oben links im Tor unter. Bemerkenswert: Im Hinspiel im September hatte Küc einen Elfmeter links an den Pfosten gesetzt.

Insgesamt entwickelte sich in der ersten Halbzeit ein Spiel, in dem keine der beiden Mannschaften ein wirklich zwingendes Offensivspiel aufziehen konnte. Zwar verteidigte insbesondere Viktoria von Beginn an hoch und mit viel Druck, in Ballgewinne oder gar Kontermöglichkeiten resultierte dies allerdings kaum einmal. Auch die Gäste aus Verl konnten sich bis zu Pause zwischenzeitlich zwar rund um den Berliner Strafraum festsetzen, aussichtsreiche Torchancen hatten aber auch die Gäste nur selten. Einzig bei einem Kopfball des Abwehrspielers Cottrell Ezekwem musste sich Julian Krahl im Viktoria-Tor in der 14. Minute strecken, um den Ball noch um den Pfosten zu lenken.

Keine offensiven Initialzündungen

Weil auch Viktoria den frühen Führungstreffer nicht als eine Art Initialzündung für intensive Angriffsbemühungen nutzte, sondern vor allem defensiv bemüht war, flachte die Partie nach dem ereignisreichen Start merklich ab. Nicht zuletzt war den Gastgebern bis zur Pause deutlich anzumerken, dass die letzten Wochen durch zahlreiche Coronafälle, andere Ausfälle und wenig Training mit oft wenigen Spielern geprägt waren. Auch die Winterverpflichtungen wirkten am Sonntag noch nicht so ins Spiel der Berliner integriert, wie Trainer Benedetto Muzzicato sich das auf lange Sicht vorstellen dürfte.

Nach der Pause nahm das Spiel dann merklich an Fahrt auf. Den besseren Start in die zweiten 45 Minuten erwischten dabei abermals die Gastgeber. Gut fünf Minuten nach Wiederanpfiff war es nach einer Ecke von Viktoria Verls Ezekwem, der einen gefährlichen Ball auf der Linie noch klärte. Die nächste richtig große Chance bot sich dann Torschütze Enes Küc in der 60. Minute. Am Fünfmeterraum der Gäste behauptete dieser gegen gleich mehrere Gegenspieler den Ball und brachte diesen aus dem Getümmel heraus gefährlich aufs Tor. Weil Niclas Thiede in diesem allerdings mit einem guten Reflex zur Stelle war, blieb es beim 1:0.

Mehr Physis und eine Gelb-Rote Karte

Im Anschluss wurde das ohnehin schon mit viel Einsatz beider Mannschaften geführte Spiel noch physischer. Während Verl offensiv wenig aktiv und produktiv war, verteidigten die Gäste konsequent. Aufseiten Viktorias war es kurz nach der Torchance von Enes Küc dann Martin Gambos, der defensiv zu viel Einsatz zeigte: Nachdem die Neuverpflichtung der Berliner in der 66. Minute für ein taktisches Foul im Mittelfeld die Gelbe Karte gesehen hatte, rauschte er zwei Minuten später etwas zu unkontrolliert in seinen Gegenspieler. Das Ergebnis: eine Rudelbildung, einige Diskussionen und die Gelb-Rote Karte für Gambos in der 68. Minute.

In der Schlussphase nahmen die Gäste ihre Überzahl zum Anlass, die eigenen Offensivbemühungen noch einmal zu erhöhen. Richtig gefährlich aus Sicht von Viktoria wurde es erstmals in der 80. Minute, als Krahl mit dem Fuß eine Großchance aus kürzester Distanz reaktionsschnell parierte. Sieben Minuten später musste Viktorias Schlussmann dennoch hinter sich greifen: Nach einer Flanke von links nutzte Joel Grodowski seine Freiheiten im Strafraum, um per Kopf zum 1:1 auszugleichen.

Torhüter Krahl wird zum Retter

In der Nachspielzeit war es dann wieder Julian Krahl, der im Fokus stand und dabei erneut zu Viktorias Retter mutierte: Nach einem Foul Viktorias im eigenen Strafraum gab es Elfmeter für Verl, bei dem Krahl Leandro Putaro gegenüberstand. Verls Stürmer wählte die rechte Ecke, aber Krahl spekulierte richtig, wehrte den Ball ab und sicherte seiner Mannschaft zumindest ein Unentschieden. Mit 27 Punkten aus nun 23 Spielen liegt Viktoria in der Tabelle der 3. Liga nun auf Rang 15.

Sendung: rbb UM6, 13.02.2022, 18 Uhr

Beitrag von Jakob Lobach

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