Attacke auf Präsident Gegenbauer - Nach Kritik an Präsident Gegenbauer: Hertha-Investor Windhorst bestreitet Wortbruch

Mi 23.03.22 | 18:07 Uhr
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Hertha-Investor Lars Windhorst auf einer Pressekonferenz gemeinsam mit Präsident Werner Gegenbauer (Hintergrund) (imago iamges/Bernd König)
Audio: Inforadio | 20.03.2022 | Jakob Rüger | Bild: imago images/Bernd König

Auch drei Tage nach der ebenso harten wie öffentlichkeitswirksamen Kritik durch Investor Lars Windhorst an Präsident Werner Gegenbauer kehrt bei Hertha keine Ruhe ein. Am Mittwoch dementierte Windhorst einen angeblichen Wortbruch per Twitter.

Investor Lars Windhorst hat dem öffentlich ausgetragenen Machtkampf beim Fußballbundesligisten Hertha BSC am Mittwoch ein neues Kapitel hinzugefügt. Via Twitter dementierte Windhorst, dass er Hertha ein Versprechen gegeben hätte, sich bis Mai nicht über die aktuelle Situation beim abstiegsbedrohten Klub zu äußern. "Ich kann und würde eine solche Zusage nie geben. Denn ich bin für Transparenz, Offenheit und gegen Hinterzimmer", schrieb der Unternehmer auf Twitter.

Hintergrund war ein brisantes Interview beim Sender Bild-TV, in dem Windhorst scharfe Kritik an der Hertha-Vereinsführung um Präsident Werner Gegenbauer geäußert hatte. In diesem Zuge hatten "Tagesspiegel" und "Sport Bild" von einem Treffen zwischen Windhorst und Hertha-Geschäftsführer Fredi Bobic im Vorfeld des Interviews berichtet. Im Rahmen dieses Treffens soll Windhorst Bobic zugesichert haben, sich vorerst nicht mehr öffentlich zu Herthas Führung zu äußern.

Der Investor beschrieb dieses Versprechen nun als "erfunden und gelogen". Bei Hertha wiederum wollte man am Mittwoch die neuerlichen Vorwürfe Windhorsts nicht kommentieren. So erklärte Fredi Bobic wie schon zuletzt, dass er sich "zu internen Gesprächen in der Öffentlichkeit nicht äußern" wolle.

Windhorst attackiert Gegenbauer und tritt von Beiratsposten zurück

Nach dem ersten Sieg im Jahr 2022 von Hertha BSC hatte Windhorst am vergangenen Wochenende die beschriebene, sehr scharfe Kritik an der Vereinsführung geäußert. Ziel seines Ärgers war vor allem Hertha-Präsident Werner Gegenbauer. Am Sonntagmorgen sagte Windhorst bei Bild-TV, dass er "ganz klar gegen die Spitze und seine Gefolgsleute" sei. Der Präsident tue nicht alles dafür, den Erfolg des Vereins herbeizuführen. Stattdessen ginge es Gegenbauer "sehr stark um den eigenen Machterhalt." Hertha sei für den Präsidenten "sehr stark ein persönliches Spielzeug", führte der Investor fort. Es brauche einen "Neustart an der Spitze."

Für Windhorst sei es in Zukunft nicht mehr möglich, mit Gegenbauer zusammenzuarbeiten. Deshalb verkündete er mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt vom Amt im Beirat des Vereins, für das er nun einen Vertreter bestimmen wird. "Mir ist leider nach wenigen Monaten klar geworden, dass es unter der Führung von Herrn Gegenbauer sehr, sehr schwierig ist, als Team gemeinsam etwas zu erreichen, zu besprechen, zu kooperieren", sagte Windhorst.

Das Investment der Tennor Group bei Hertha BSC wolle Windhorst deshalb aber nicht aufgeben. Er sei "weiterhin fest entschlossen, alles dafür zu tun, damit auch mit Verzögerung und viel größeren Schwierigkeiten als erwartet das Investment noch ein Erfolg werden kann." Windhorst hat seit seinem Einstieg im Jahr 2019 insgesamt 375 Millionen Euro in den Hauptstadtklub investiert und hält im Gegenzug 64,7 Prozent der Anteile.

Gegenbauer nimmt Aussagen "zur Kenntnis"

Der angegriffene Präsident Werner Gegenbauer wollte sich zum Angriff des Investors am Sonntag vorerst nicht konkret äußern."Unser Verein darf auch diese Aussagen von Herrn Windhorst zur Zeit nur zur Kenntnis nehmen. Wir haben in dieser sportlich schwierigen Situation Trainer und Mannschaft versprochen, diese Dinge in den kommenden entscheidenden Wochen nicht in der Öffentlichkeit zu diskutieren," sagte der 71-Jährige.

Der Präsident will sich aber zu einem späteren Zeitpunkt zu seinem Verhältnis zu Lars Windhorst äußern. "Sobald der Klassenerhalt endgültig gesichert ist, werde ich unsere Sichtweise deutlich darlegen und wir werden uns faktisch über den Verlauf und das Umfeld des Investments bei Hertha BSC äußern", sagte Gegenbauer.

Ex-Hertha-Spieler und Klub-Legende Axel Kruse zeigte sich hingegen weniger zurückhaltend. "Ich finde es schockierend, dass in Zeiten von 50+1 sich ein Investor hinstellt und sagt, mit dem arbeite ich nicht mehr zusammen. Unsere Leute freuen sich alle, endlich mal ein Spiel gewonnen zu haben, und anstatt sich mal zu freuen, setzt sich diese Pfeife da hin und macht das alles kaputt," sagte Kruse im rbb-Podcast "Hauptstadtderby".

Bereits Anfang des Monats hatte der Sprecher der Tennor Group Andreas Fritzenkötter einen Machtwechsel im Hertha-Präsidium bei der Mitgliederversammlung im Mai gefordert. Der Verein reagierte damals verägert und sah eine Grenze in Bezug auf die Autonomie im Verein überschritten.

Sendung: Abendschau, 20.03.22, 19:30 Uhr

41 Kommentare

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  1. 41.

    Ich frage mich manchmal, mit welchem Ziel bei Hertha überhaupt Fußball gespielt wird. Sportlicher Erfolg kann es nicht sein. Es haben auch viele, die das Leistungsprinzip durchsetzen wollten, das Handtuch geworfen. Insofern passt dieser Verein zu einer "Big City", in der auch sonst nicht viel klappt.

  2. 40.

    wo kommen all die millionen her?
    welchen windigen geschäften geht herr windhorst nach?


  3. 39.

    Es ist und bleibt ein unwürdiges schmutzige Wäsche waschen in aller Öffentlichkeit. Einfach unwürdig und schädlich für den ganzen Verein. Egal wie man zu ihm steht.

  4. 38.

    Hier geht es zwar nicht um den "ruhmreichen" 1.FCU aber wenn sie schon so schön über mein Stöckchen springen möchte ich natürlich kurz darauf antworten..... in der Hoffnung dass der RBB das zulässt.
    Hier erstmal eine kleine Erinnerungsstütze um was es mir geht.... zum niemals vergessen;)weil es ja nun schon über 10 Jahre her ist.

    https://www.bz-berlin.de/artikel-archiv/union-boss-zingler-war-stasi-soldat

    Und von Stasi- Vergangenheit sprechen nur sie, Herr Glaudino. Aber vlt. wissen sie ja da mehr.
    Des weiteren bin ich nicht der Einzige den das interessiert. Fragen sie doch einmal diejenigen die ihrem Verein seiner Zeit deswegen den Rücken gekehrt haben. Ich kenne da schon eine ganze Reihe.
    Auf weitere Ausführungen verzichte ich hier mal da das nicht unter diesen Artikel passt. Werde aber trotzdem von Zeit zu Zeit mal wieder drauf hinweisen.

    In diesem Sinne "immer schön locker bleiben"

  5. 37.

    Zitat: "Mit ihren Präsidenten haben ja Union und Hertha beide so ihre Probleme, oder?
    Der Eine mit seiner Vergangenheit aufgrund seines Wehrdienstes zu DDR- Zeiten . . ."

    Der Einzige der hier Probleme mit Zingler hat, sind Sie; der FCU hat anders als von Ihnen immer wieder behauptet jedenfalls keine. Und meine Güte, Zingler stand als 18-Jähriger im Dienst des sog. Wachregiments zur Bewachung vor einem Berliner Krankenhaus, in dem auch DDR Politiker behandelt wurden. Das war's auch schon mit seiner von Ihnen unterstellten "Stasi Vergangenheit", Negan.

  6. 36.

    Übrigens wird immerwieder meine Rechtschreibung kritisiert
    Mit Recht !!!
    Würde gerne ein Bild von meinen Händen schicken, dann könntet ihr das vielleicht verstehen warum das so ist
    Ihr könnt euch jetzt selbst überlegen was ich damit meine

  7. 35.

    Wenn ich nicht in der Nähe von Berlin wohnen würde, würde mich Hertha auch kaum interessieren, ich bin hier nicht der einzige der recht " Unfreundlich " über diesen Verein schreibt
    Dem SCF wünsche ich alles Gute, vielleicht klappt es ja mit dem internationalen Geschäft

  8. 34.

    Wenn ich das richtig im Gedächtnis habe ist Herr gegenbauer Präsident des Vereins hertha bsc. Ein Teil davon ist die ausgegliederte profiabteilung der Fußballer. Und an der hält windhorst 66 2/3 der Anteile, nicht am verein hertha bsc, denn das geht nicht wegen der 50+1 regel. Im Mai ist Mitgliederversammlung von allen vereinsmitgliedern oder was läuft da?
    Wenn windhorst gegen den vereinvorsitzenden schießt, dann kann er das machen, abwählen können ihn aber nur die Mitglieder. Bisher hat sich hier noch nicht einer zu ner möglichen Alternative geäußert. Gibts denn überhaupt eine?

  9. 33.

    Lieber Jupp,
    wer bereits vor den Spielen und auch nach jeder Niederlage kübelweise Häme ausschüttet, Hertha alles erdenklich Schlechte wünscht und prophezeit sowie dem jeweiligen Gegner - egal, wer es auch sein mag - einen hohen Sieg gegen Hertha BSC wünscht, der muss sich nicht wundern, wenn sein Glückwunsch nach einem Sieg der Alten Dame nicht angenommen bzw. nicht ernstgenommen wird.

    Wenn ich Ihre Kommentare lese, denke ich oft, ich bin auf Facebook. Dies betrifft das Niveau, den Inhalt, die Form und Grammatik, Ihre kleinkindgleiche viel zu hohe Emotionalität sowie die Wankelmütigkeit Ihrer Beiträge.

    Nichts für Ungut, aber während einer solchen Phase, wie sie Hertha gerade durchmacht, sollte man als neutraler Beobachter sportlich bleiben. Ihrem 1. FCK und meinem SCF alles Gute, die Hertha-Fans und -Mitglieder werden das zukünftige Wohl ihres Vereins schon geregelt bekommen.

  10. 32.

    Nach einer Serie von verlorenen Spielen und einer ansonsten s..mäßigen Saison von "Befreiungsschlag" zu fabulieren, entbehrt schon einer gewissen Komik.
    Von 27 Sielen 15 Klatschen, 5 unentschieden und vorerst Platz 16.

  11. 31.

    Naja, wenn ihr das so meint
    Vielleicht denkt ihr noch an meine, zugegeben manchmal Vielleicht etwas zu Barschen Worte und denkt
    Vielleicht hat Jupp in manchen Zeilen die er geschrieben hat nicht ganz Unrecht
    Aber mit Fans die es noch nichteinmal ertragen können wenn ein nicht Herthafan einen Sieg, der verdient war, anerkennt und beglückwünscht werde ich nicht mehr diskutieren
    Wir haben Meinungsfreiheit und ich wüsste nicht das ich hier einen Fan hier verbal angegriffen hätte
    Für Magath hoffe ich das es ihm nicht genauso geht wie Korkut
    1. Spiel Sieg ,hochgejubelt und gefeiert als der grosse Retter, 3,4 Spieltage danach war davon nichts mehr zu sehen und zu hören
    Und was habe ich nach dem 1. Spiel unter Korkut über ihn geschrieben??

  12. 30.

    Wenn alte Männer sich streiten...

  13. 29.

    Sorry, Beitrag 28 war eine Antwort auf Beitrag 26 von "Jupp".

  14. 28.

    Jupp, lassen Sie es doch bitte endlich! Sie haben zu Hertha nichts Vernünftiges beizutragen. Sie kennen sich nicht aus, Sie sind nicht konstruktiv, aber Sie wollen unbedingt Ihren Senf dazu geben. Das ist für langjährige Vereinsmitglieder wie mich nur sehr schwer zu ertragen. Ihr im Zusammenhang mit sonstigen Beiträgen fast schon scheinheiliger Beifall für einen Herthasieg ändert daran nichts. Wir kennen alle Ihre Postings vor den Spielen. Hier geht es auch absolut nicht um Ihren FCK, der erst einmal den Aufstieg in die zweite Liga schaffen muss. Beschäftigen Sie sich bitte mit den Pfälzern in den dafür vorgesehenen Diskussionsforen, da treffen Sie (vielleicht) auf Gleichgesinnte.

  15. 27.

    Die Aussage von Herrn Kruse zeigt, warum Fußballer im Business nichts zu suchen haben. Bis auf Business-Naturtalent Uli Hoeneß versagen ja fast alle durch die Bank, weil sie es nicht ausreichend gelernt haben.

  16. 26.

    Hier werden die gleichen Fehler gemacht wie beim FCK in ganz dunkler Zeit
    Es wird sich gegenseitig zerfleischt,es gibt keinerlei Einigkeit im Vorstand, es werden Millionen Euro verbraten
    Das ganze färbt auch auf das sportliche ab, hier auch auf die " Fans"
    Wenn das so weitergeht, wird es irgendwann in die dritte Liga gehen und es wird lange dauern bis man wieder dort ist wo man hin will,
    Ich bin nur mal gespannt, ob die Herthafans dann auch in der Lage sind ein halbes Auswärtsstadion zu füllen
    In Freiburg 8000 Zuschauer, gut 5000 fck Fans
    Kaiserslautern 100000 Einwohner, Berlin 3,5 Millionen Einwohner, also ein viel größeres Umfeld als der FCK
    Aber bei den Herthafans ist man auch auf niedrigem Niveau wenn man einen Sieg von Hertha anerkennt und beglückwünscht ,
    GELL " NEGAN"

  17. 25.

    Na mal ganz ehrlich: Woher hat der Herr Windhorst überhaupt das ganze Geld? War da mal nicht was mit Insolvenz?
    Das ganz "Big City Club Gehabe" war doch eh... unterirdisch.
    Jeder, der irgendwo über 200 Millionen investiert, sollte doch vorher mal hingucken, worauf er sich da einlässt und auch selbst wenigstens ein klein wenig von der Materie verstehen.

    Der Herr Genbauer mag ja vielleicht mit Hertha (und umgekehrt) nicht grade glücklich sein, dafür steht er aber wirtschaftlich solide da.

    Fußball ist nun mal so: Manchmal verliert man und manchmal gewinnen die Anderen. Deshalb guckt man sich das jede Woche an - weil's spannend ist.
    Wünsche Hertha viel Glück für den Klassenerhalt, obwohl ich eher Union-Sympatisant bin.

  18. 24.

    Mit ihren Präsidenten haben ja Union und Hertha beide so ihre Probleme, oder?
    Der Eine mit seiner Vergangenheit aufgrund seines Wehrdienstes zu DDR- Zeiten und der andere mit der Gegenwart.
    Ich mag sie beide nicht.
    Herr Windhorst denkt nun auf die Wahlen Einfluss nehmen zu müssen. Den Ausgang entscheiden aber bei Hertha BSC immer noch die Mitglieder und nich die Investoren, Sponsoren oder sonstige Geldgeber.
    Und so soll es auch bleiben.

  19. 23.

    Sehr traurig! Klinsmann hat damals schon den richtigen Ton gefunden...

  20. 22.

    Kruse sollte sich da raushalten, er ist Proviteur von Geldgebern die seine hohen Gagen bezahlen.Und Gegenbauer ist bei Hertha kläglich gescheitert.Klinsmann hätte was bewegt.Weder Gegenbauer noch sein Vasalle Preetz standen hinter Klinsmann.Preetz ist weg und Bobic hat leider seinen Kumpel in den Trainerjob gehievt.Totaler Blender.Dass Windhorst jetzt die Faxen dicke hat, weil er Gegenbauer endlich abservieren will.Was mich wundert ist dass der nicht mehr Gegenwind bekommt.

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