Eishockey-Routinier Frank Hördler - Der ewige Eisbär auf dem Weg zum neunten Titel

Mi 30.03.22 | 10:34 Uhr
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Frank Hördler von den Eisbären Berlin auf dem Eis (Bild: IMAGO/Fotostand)
Video: rbb24 | 29.03.2022 | Jan Ole Behrens | Bild: IMAGO/Fotostand

Seit fast 20 Jahren spielt Frank Hördler bei den Berliner Eisbären und hat jeden ihrer acht Meistertitel aktiv miterlebt. Seine Karriere neigt sich langsam dem Ende zu, doch sein Nachwuchs könnte dem Verein noch länger erhalten bleiben.

Frank Hördler verbringt viel Zeit im Kraftraum und auf dem Laufrad. "Das macht 50 Prozent des Trainings aus", sagt der 37-Jährige, der mittlerweile seine 20. Saison bei den Eisbären Berlin spielt. Er will unbedingt Verletzungen vorbeugen und fit bleiben. Denn dieses Jahr könnte er mit den Berlinern Großes erreichen: den Gewinn seiner neunten Deutschen Meisterschaft.

Der ewige Eisbär

Der Verteidiger wurde in der DDR geboren und machte seine ersten Eishockey-Erfahrungen beim ERC Selb in Oberfranken. 2003 wechselte der damals 18-jährige zu den Eisbären, die ihm eine Förderlizenz anboten. Schnell fand er seinen Weg in die erste Mannschaft und feierte im Jahr 2005 die erste deutsche Meisterschaft mit den Berlinern. Es folgten sieben weitere, zuletzt im vergangenen Jahr, in dem er seine Mannschaft als Kapitän anführte. Hördler ist der einzige Eisbär, der bei allen deutschen Titelgewinnen des Vereins mit dabei war.

Eine außergewöhnliche Karriere für die er im Team sehr geschätzt wird. "Frank ist ein ultimativer Anführer. Er ist wie ein Vater für die anderen Spieler. Man kann ihn nicht ersetzen", schwärmt Cheftrainer Serge Aubin. Mit seiner Erfahrung versucht Hördler, seine Mitspieler zu unterstützen und besser zu machen. Dafür ist aber nicht immer die persönliche Ansprache wichtig. "Viel mehr hilft es, glaube ich, einfach nur als gutes Beispiel voranzugehen. Wir haben viele ältere und erfahrene Spieler, die dann das Gleiche machen und die Truppe so mitziehen", erklärt er.

Gute Chancen auf den neunten Titel

Das scheint auch diese Saison wieder zu funktionieren. Zwei Spiele vor dem Ende der Hauptrunde steht bereits jetzt schon fest, dass die Eisbären als Tabellenerster in die Playoffs gehen werden, und somit heißer Kandidat auf den Titel sind. "Wir sind gut drauf und sind eine gute Mannschaft. Und wir haben eine große Tiefe im Kader. Das heißt, dass wir viel ausprobieren können für die Playoffs", erklärt Hördler. Trotzdem mahnt er seine Mannschaft zur Vorsicht. Schließlich könnten in den Playoffs schon Kleinigkeiten über Sieg oder Niederlage entscheiden. "Aber jeder weiß, was er zu tun hat", sagt der ewige Eisbär.

An seinen ersten Titel 2005 erinnert er sich noch genau. Seitdem hat er zwar viele weitere gewonnen, den Ansporn zum Erfolg hat er aber noch lange nicht verloren. "Man will das jedes Jahr erreichen. Jeder Titel ist etwas ganz Besonderes. Man verknüpft jede Meisterschaft mit bestimmten Erinnerungen", erzählt er.

Sohn Eric auf den Spuren des Vaters

Noch leuchtender werden seine Augen, als er von seinem Sohn erzählt. Denn der tritt gerade in die großen Fußstapfen des Vaters. Der 17-jährige Eric spielt für die Eisbären Juniors und gewann mit diesen am vergangenen Wochenende die deutsche U-20-Meisterschaft. Für den Vater ein besonderer Moment.

"Für den Sohn wünscht man sich einfach immer nur das Beste, man hat aber auf dem Eis keinen Einfluss darauf. Und deswegen war das eine riesige Freude, als die Schlusssirene ertönte. (...) Man ist ja nah dran und weiß, was die Kinder dafür opfern. Und dass sie sich dann belohnen, war schon sehr emotional für mich", sagt Hördler.

Gemeinsam spielen sie immer wieder auf der Terrasse vor ihrem Haus am östlichen Rande der Hauptstadt. Erik ist talentiert und könnte schon bald den Schritt zu den Profis schaffen und sich damit einen großen Traum erfüllen. "Das Gefühl, mit meinem Papa auflaufen zu können, wäre großartig und das Schönste auf der Welt für mich", erzählt er.

Auch für Vater Frank wäre das neben den vielen Titeln eine große Errungenschaft. Auf die Frage, ob sein Sohn vielleicht sogar talentierter sei als er, antwortet er mit einem Lachen: "Das kann man nicht sagen. Er ist Stürmer und ich bin Verteidiger." Wenn Hördler weiter so fleißig im Kraftraum arbeitet und fit bleibt, können sich Berliner Eishockey-Fans vielleicht bald selbst ein Bild davon machen und Vater und Sohn gemeinsam auf dem Eis bewundern.

Sendung: rbb24, 29.03.2022, 18 Uhr

1 Kommentar

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  1. 1.

    Also wenn das klappt mit dem Titel setzt Ihm ein Denkmal zu Lebzeiten es wäre echt das größte

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