Boxer Hamsat Shadalov - Der Wolf vor seinem ersten Profikampf

Do 17.03.22 | 10:15 Uhr
Der Boxer Hamsat Shadalov beim Boxing World Cup in Köln. (Bild: IMAGO / Norbert Schmidt)
IMAGO / Norbert Schmidt
Bild: IMAGO / Norbert Schmidt

Er boxte bereits für Deutschland bei Olympia und steht nun vor seinem lang ersehnten, ersten Profikampf. Einst kam Hamsat Shadalov als tschetschenischer Flüchtling nach Berlin.

An Selbstvertrauen mangelt es Hamsat Shadalov nicht. "Ich bin fit, ich bin physisch stabil und ich weiß, dass ich bei den Profis auf jeden Fall mithalten kann", sagt der 23-Jährige. Shadalov wird am kommenden Samstag (19. März) sein Profidebüt als Boxer im Berliner Tempodrom geben. Ein Tag, auf den er lange hingearbeitet hat.

Vom großen Talent zum "Tschetschenischen Wolf"

Shadalovs Spitzname lautet "Tschetschenischer Wolf" – eine Würdigung an seine Herkunft. Mit drei Jahren kam der kleine Hamsat mit seiner Familie als Kriegsflüchtling aus Tschetschenien nach Deutschland. Seitdem sei Berlin seine Heimat, sagt Shadalov, aber er wolle nicht vergessen, wo er herkommt. Außerdem sei der Wolf sein Lieblingstier und so entstand schließlich der Spitzname.

Während seiner Amateurzeit boxte "der Wolf" lange Zeit für den SC Eintracht Berlin – ein Verein aus Marzahn-Hellersdorf. Das Talent des quirligen und technisch begabten Shadalov wurde schnell erkannt und so wurde er bereits 2014 Berliner Meister und Deutscher Meister der U17 in der Gewichtsklasse bis 49 Kilogramm. Es folgte 2015 eine Bronzemedaille bei den Jugend-Europameisterschaften und weitere Deutsche Meistertitel im Bantam- und Leichtgewicht.

Olympiatraum erfüllt, Medaille verpasst

Im März 2020 verwirklichte sich Shadalov dann seinen Traum von Olympia, wobei er beim Qualifikationsturnier in London den Europameister aus Irland, Kurt Walker, in einem eindrucksvollen Kampf besiegen konnte. Seinen Traum von einer Olympiamedaille musste der in Grosny geborene Boxer allerdings früh begraben. In Tokio verlor er in der Vorrunde gegen den Argentinier Mirco Jehiel Cuello knapp mit 2:3 Punkten. Doch von seinem Traum, der Profibox-Karriere, ließ sich Shadalov nach über 150 Amateurkämpfen nicht abbringen.

Mittlerweile trainiert er im Wasserman-Boxstall (früher Sauerland) und bereitet sich dort auf seinen ersten Profikampf vor. Vom Federgewicht bei den Amateuren ist er nun ins Leichtgewicht (bis 63 Kilogramm) aufgestiegen. Sein Trainer Alexander Wopilow ist überzeugt von den Fähigkeiten und attestiert ihm große Disziplin in den kräftezehrenden Einheiten: "Er hat große Erfahrung, er hat eine sehr gute Koordination und er kann arbeiten, viel arbeiten."

Mangement durch Kontra K und Benedikt Poelchau

In Berlin hat er mittlerweile ein Team um sich geschart, zu dem auch der Rapper Kontra K gehört. Zusammen mit dem bekannten Box-Promotor Benedikt Poelchau kümmern sie sich um das Management des jungen Talents. Am Samstag schicken sie ihn nun erstmals in den Ring für einen Profikampf. Gegner wird der Georgier Achiko Odikadze sein.

Shadalov freut sich auf die Chance vor heimischem Publikum. Positive Aufregung sei das für ihn, wie er selbst sagt. "Hier bin ich zu Hause. Meine Freunde und meine ganze Familie werden da sein. Man will eine gute Leistung bringen und ich werde eine gute Leistung bringen."

Da ist es wieder, das unbändige Selbstvertrauen des Hamsat Shadalov und er ergänzt: "Ich bin sehr überzeugt von mir selbst, dass es eine meiner besten Leistungen in meiner Karriere werden wird.“

Sendung: rbbUM6, 15.03.2022, 18 Uhr

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